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Führt heiße Spur zu Harthas Bankräuber?

Im benachbarten Stadtpark wurde ein neuer Hinweis gefunden. Der Täter ist weiter auf der Flucht. Die bedrohten Mitarbeiter werden betreut.

Erneut stand am Freitagvormittag nach der Sparkasse in Hartha ein Polizeiauto. Die Beamten schauten sich in dem benachbarten Park um. Nach einem verdächtigen Fund sind sie alarmiert worden.
Erneut stand am Freitagvormittag nach der Sparkasse in Hartha ein Polizeiauto. Die Beamten schauten sich in dem benachbarten Park um. Nach einem verdächtigen Fund sind sie alarmiert worden. © Dietmar Thomas

Hartha. Am Donnerstag gegen 9 Uhr ist die Filiale der Sparkasse Döbeln in Hartha an der Flemmingener Straße überfallen worden. 

Seitdem fahndet die Polizei öffentlich nach dem Täter. Der Mann soll maskiert gewesen sein, ca. 1,80 Meter groß. Er habe nach Angaben von Zeugen und den Daten der Überwachungskameras Deutsch gesprochen. "Bekleidet war er mit einer dunklen Kapuzenjacke, blauen Jeans und schwarzen Turnschuhen mit weißer Sohle", informierte Doreen Göhler von der Pressestelle der PD Chemnitz.

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Schauen, beraten lassen, mit dem Bauherren sprechen. Am 25. Oktober findet eine Baustellenbesichtigung in Döbeln statt.

Der Unbekannte soll in einem dunklen Fahrzeug mit dem Kennzeichen ERZ-OI 115 den Tatort verlassen haben. Bei dem Auto handelt es sich möglicherweise um einen VW. Das Kennzeichen ist offenbar gestohlen. Der Mann soll mit dem Auto in Richtung Fröndenberger Straße gefahren sein.

Zudem ist die Polizei weiter auf der Suche nach Zeugen, vor allem nach der Person, die wahrscheinlich während des Überfalls mit in der Filiale gewesen sein soll. Jener soll den Täter mit dem beschriebenen Fahrzeug flüchten gesehen haben, so Göhler weiter. Wer Hinweise zu den Ereignisse in Hartha in der Zeit zwischen Donnerstag 8.45 und 9 Uhr geben kann, der wird gebeten, sich bei der Kriminalpolizei in Chemnitz unter Telelefon 0371/3873448 zu melden. Melden kann sich dort auch die Person, die den Überfall miterlebt haben soll. 

Vorgeworfen wird dem Unbekannten, am Donnerstag gegen 9 Uhr die Filiale der Sparkasse an der Flemmingener in Hartha betreten zu haben. Dabei habe er zwei Mitarbeiterinnen mit einer Waffe bedroht und Geld gefordert, schilderte Polizeihauptkommissarin Göhler die Ereignisse. Der Mann nahm Bargeld an sich und sei schließlich geflüchtet. Die Polizei hat die Ermittlungen wegen räuberischer Erpressung aufgenommen.

Verdächtiger Fund auf der Parkbank im Stadtpark Hartha

Ein Mitarbeiter des Bauhofes in Hartha hat am Freitagvormittag gegen 8 Uhr die Verpackung einer Spielzeugpistole auf einer Parkbank im Stadtpark "Am Reinhardtsthal“ in Hartha gefunden. Die Anlage liegt in direkter Nachbarschaft zur Filiale der Sparkasse. 

Die Mitarbeiter des Bauhofes sind regelmäßig in dem Park zugegen, um zum Beispiel die Abfallbehälter zu leeren. Dabei sei dem Mitarbeiter die Verpackung aufgefallen, wie er gegenüber einem Fotoreporter äußerte. Der Mann informierte umgehend die Polizei.

Auf der Parkbank liegt die Verpackung einer Spielzeugpistole. 
Auf der Parkbank liegt die Verpackung einer Spielzeugpistole.  © Dietmar Thomas
Die Beamten sichern Spuren. 
Die Beamten sichern Spuren.  © Dietmar Thomas
Anschließend nahmen die Beamten den Fund mit. 
Anschließend nahmen die Beamten den Fund mit.  © Dietmar Thomas
Eine Polizeistreife wurde zum Einsatzort in Hartha gerufen.
Eine Polizeistreife wurde zum Einsatzort in Hartha gerufen. © Dietmar Thomas

Bereits nach kurzer Zeit waren zwei Beamte des Döbelner Polizeireviers vor Ort, um sich den Fund anzuschauen. Wie der Fotoreporter weiter berichtet, machten die Beamten zunächst mehrere Aufnahmen von der Verpackung und nahmen sie anschließend mit.

Die Polizei will sich zu dem Fund aufgrund der laufenden Ermittlungen nicht weiter äußern. Die Fahndung nach dem Täter laufe weiter, äußerte sich Doreen Göhler, Polizeihauptkommissarin der Polizeidirektion (PD) Chemnitz. „Die Polizeibeamten sind sowohl im Revierbereich Döbeln als auch darüber hinaus entsprechend sensibilisiert."

Auf den Zeugenaufruf der Polizei hin, der am Donnerstag kurz nach dem Vorfall veröffentlicht wurde, hatten sich bis Freitagnachmittag bereits einige Zeugen bei den Beamten gemeldet. Diese würden nun im Zuge der weiteren Ermittlungen gehört, so Göhler weiter. Trotzdem bitten die Beamten auch weiterhin, dass sich Zeugen melden, die möglicherweise auch im Vorfeld der Tat in der Umgebung Beobachtungen gemacht haben. Zudem habe sich noch immer nicht derjenige gemeldet, der den Täter dabei gesehen hat, wie er vom Tatort geflohen ist, und der sich das Kennzeichen des Fluchtautos gemerkt hat

Psychologin betreut Mitarbeiter der Sparkasse

In der Filiale der Döbelner Kreissparkasse war am Freitag lediglich der Vorbereich mit den SB-Automaten geöffnet. Der Service-Bereich, der über eine weitere Zugangstür zu erreichen ist, blieb geschlossen. Ab Montag soll die Filiale wieder wie gewohnt geöffnet sein, kündigte Kati Kügler vom Vertriebsmanagement der Kreissparkasse an. 

Der Servicebereich der Sparkasse bleibt am Freitag geschlossen, der SB-Bereich kann genutzt werden.
Der Servicebereich der Sparkasse bleibt am Freitag geschlossen, der SB-Bereich kann genutzt werden. © Dietmar Thomas

Für die beiden Mitarbeiterinnen, die von dem Täter mit einer Waffe bedroht worden sind, sei bereits am Donnerstagnachmittag eine Psychologin vor Ort gewesen, die auch die weitere Nachsorge übernehmen werde, sagte Kati Kügler. Die psychologische Nachbetreuung sei in solchen Fällen üblich, um das Erlebte besser zu verarbeiten. „Auch der Vorstand sowie die Personalverantwortliche unseres Hauses haben sich sofort nach Bekanntwerden ein Bild von der Lage gemacht und das Gespräch mit den Mitarbeitern gesucht“, erklärte Kügler.

Für die Sparkasse Döbeln, die sechs Geschäftsstellen im Altkreis betreibt, sei es der erste Überfall dieser Art gewesen. Die Mitarbeiter würden jedoch in regelmäßigen Abständen zu diesen Fällen unterrichtet, informierte die Mitarbeiterin im Vertriebsmanagement. „Dabei werden wichtige Hinweise zum Verhalten in einer solchen Situation gegeben“, sagte Kügler. Spezielle Trainings gebe es jedoch nicht, da jede Gefahrensituation unterschiedlichen Rahmenbedingungen unterliege. „Im Rahmen der Ausbildung werden die Mitarbeiter mit einem Fahndungsbogen vertraut gemacht, welcher ebenfalls Bestandteil der regelmäßigen Unterweisung ist. Die Mitarbeiter werden dabei für spezielle Tätermerkmale sensibilisiert.“

Wie viel Bargeld der Täter entwenden konnte, das blieb auch am Freitag unklar. Aus ermittlungstaktischen Gründen machte die Sparkasse dazu keine Angaben. 

Mitarbeiter der Sparkasse unversehrt

Noch am Donnerstagmittag hat sich die Kreissparkasse Döbeln  zu den Ereignissen in der Filiale in Hartha geäußert. Auf Nachfrage erklärte Jürgen Kolbe, Leiter der Vertriebsmanagements, dass es am Donnerstag einen "versuchten" Banküberfall auf die betroffene Filiale gegeben habe. Der Täter habe seinen Überfallversuch nach kurzer Zeit abgebrochen. 

Obwohl auch ein Rettungswagen vor der Filiale gehalten hatte, hatte es bei dem Überfall keine Verletzten gegeben, so die Polizei weiter. „Eine Frau wurde vorsorglich medizinisch behandelt“, sagte Doreen Göhler.  "Die Mitarbeiter kamen körperlich nicht zu Schaden", äußerte Kolbe weiter. Neben den beiden Mitarbeiterinnen hatte sich noch ein Zeuge während des Überfalls in der Sparkasse befunden. 

Ob es in den Räumlichkeiten zu Sachbeschädigungen gekommen sei, diese Frage ließ Kolbe unbeantwortet. 

Die Filiale in Hartha, die ab 8.30 Uhr geöffnet hatte, blieb am Donnerstag nach dem Vorfall komplett geschlossen, auch der SB-Bereich.

Großaufgebot an Polizei suchte nach dem Täter

Unmittelbar nach der Tat waren zahlreiche Beamte in und um Hartha damit beschäftigt, den flüchtigen Täter zu suchen. Auch ein Hubschrauber war im Einsatz. Wie Anwohner schilderten, kreiste jener auch über Waldheim. 

Gegen 11.45 Uhr reduzierte die Polizei die Zahl der Einsatzkräfte, da die Tat zu dem Zeitpunkt bereits zu lange zurücklag, äußerte sich Andrzej Rydzik, stellvertretender Sprecher der Polizeidirektion Chemnitz. Dennoch hatten die Besatzungen der Streifenwagen weiter nach dem möglichen Fluchtfahrzeug Ausschau gehalten.

In der Filiale der Sparkasse hatten Beamte zudem Spuren gesichert. 

Im Zuge des Polizeieinsatzes kam es am Donnerstag auch zu Beeinträchtigungen im Straßenverkehr. Wie ein Reporter vor Ort berichtete, mussten zeitweise die Flemmingener sowie die Dresdener Straße gesperrt werden. Nach gut 20 Minuten sei die Sperrung wieder aufgehoben worden.

Juwelier-Räuber noch in U-Haft

Erst am 14. August 2020 hatte ein Überfall auf ein Juwelier-Geschäft in Döbeln für Aufsehen im Altkreis gesorgt. An jenem Tag war ein bewaffneter Täter in das Geschäft von Gabi Tröger gekommen, hatte die Inhaberin mit einer Waffe bedroht. Er hatte Schmuck und eine Uhr im Wert von einigen hundert Euro erbeutet und war zu Fuß geflüchtet. Knapp zwei Wochen nach dem Überfall wurde von den Beamten ein 18-Jähriger vorläufig festgenommen, der im Verdacht steht, für den Überfall verantwortlich zu sein.

Wie Oberstaatsanwältin Ingrid Burghart am Donnerstag auf Nachfrage informierte, befindet sich der Tatverdächtige noch immer in Untersuchungshaft. „Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen, die Ermittlungen dauern an“, so die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Chemnitz. 

Dieser Artikel wurde am 9. Oktober um 15:23 Uhr aktualisiert. 

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