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Döbeln: Tödlicher Unfall mit Regionalbahn

An einem Bahnübergang im Ortsteil Masten ist ein Passant von einem Zug erfasst worden. Rettungskräfte haben die Fahrgäste evakuiert.

Die RB 110 hat auf dem Weg nach Leipzig am Bahnübergang an der Siedlerstraße eine Person erfasst. Der Zugverkehr stand vier Stunden still. Die Fahrgäste der Bahn wurden evakuiert.
Die RB 110 hat auf dem Weg nach Leipzig am Bahnübergang an der Siedlerstraße eine Person erfasst. Der Zugverkehr stand vier Stunden still. Die Fahrgäste der Bahn wurden evakuiert. © Dietmar Thomas

Döbeln. Gegen 6 Uhr hat sich am Dienstag am Bahnübergang an der Siedlerstraße in Masten bei Döbeln ein tödlicher Unfall ereignet.

An dem Bahnübergang, der nur von Fußgängern genutzt werden kann, ist ein 18-Jähriger ums Leben gekommen, erklärt Jana Ulbricht, Pressesprecherin der Polizeidirektion Chemnitz auf Nachfrage von Sächsische.de. Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen sei von einem Suizid auszugehen.

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Zug steht erst am nächsten Bahnübergang

Der Bahnübergang ist mit einem Umlaufgitter gesichert. Es handelt sich um eine eingleisige Strecke. Auf dieser fahren die Züge bis zu 100 Stundenkilometer schnell, erklärt eine Sprecherin der Deutschen Bahn die Gegebenheiten vor Ort.

Der junge Mann ist von der Regionalbahn 110 erfasst worden, die in Richtung Leipziger Hauptbahnhof unterwegs gewesen ist. Der Zug kam erst rund 200 Meter nach dem Unfallort, kurz vor dem nächsten Bahnübergang an der Technitzer Straße zum Stehen.

Gegen 6 Uhr ereignete sich der Unfall am Bahnübergang an der Siedlerstraße. Der Zug kam jedoch erst mehrere hundert Meter nach dem Unfall am Bahnübergang an der Technitzer Straße (im Bild) zum Stehen.
Gegen 6 Uhr ereignete sich der Unfall am Bahnübergang an der Siedlerstraße. Der Zug kam jedoch erst mehrere hundert Meter nach dem Unfall am Bahnübergang an der Technitzer Straße (im Bild) zum Stehen. © Dietmar Thomas

Nach ersten Informationen ist weder am Bahnübergang noch an den Schienen ein Schaden entstanden. Die Frontscheibe des Zuges zeigte aber deutliche Spuren des Zusammenstoßes und war teilweise abgedeckt. Wie hoch der Sachschaden ist, konnte ein Sprecher der Mitteldeutschen Regiobahn (MRB) am Dienstagnachmittag noch nicht sagen.

Strecke zwischen Döbeln und Leipzig vier Stunden gesperrt

Der Bahnverkehr auf der Strecke war im Abschnitt zwischen Döbeln und Leisnig für rund vier Stunden zum Erliegen gekommen. Kurz nach 10 Uhr wurde die Strecke wieder freigegeben. Normalerweise verkehrt die RB 110 stündlich zwischen Döbeln und Leipzig. Während der Streckensperrung sei zwischen Leisnig und Döbeln ein Schienenersatzverkehr eingerichtet worden, so der MRB-Sprecher, der den tragischen Unfall sehr bedauert.

Die sieben Fahrgäste und das Personal, die sich in der Regionalbahn befanden, mussten rund zweieinhalb Stunden dort ausharren. Denn ein Ausstieg auf das an dieser Stelle sehr tief gelegene Gleisbett war nicht möglich.

Rettungsplattform von THW für Fahrgäste

In dieser Zeit wurden die Frauen und Männer von Mitarbeitern des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) betreut. Außerdem waren Beamte der Bundespolizei, Kriminaltechniker, ein Notfallmanager der Deutschen Bahn und Mitarbeiter des Katastrophenschutzes vor Ort. Zu den Ersten an der Einsatzstelle gehörten 13 Kameraden der Döbelner Feuerwehr, die mit vier Fahrzeugen ausgerückt waren, erklärte Gruppenführer Johannes Ullrich vor Ort.

Gegen 8.20 Uhr trafen außerdem mit zwei Fahrzeugen sechs Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) ein. Sie bauten an der vorderen Tür des Regionalzuges eine Rettungsplattform, an die eine Leiter angelegt war.

Diese wurde durch einen Helfer des THW gesichert, während die anderen sowie Kräfte des DRK und der Feuerwehr dafür sorgten, dass die Fahrgäste den Zug gefahrlos verlassen konnten. Ob die Personen durch das starke Bremsmanöver Verletzungen oder einen Schock erlitten haben sei nicht bekannt, sagt Polizeisprecherin Jana Ulbricht.

Nachdem die Passagiere in Sicherheit gebracht waren, untersuchten die Beamten den Unfallort.
Nachdem die Passagiere in Sicherheit gebracht waren, untersuchten die Beamten den Unfallort. © Dietmar Thomas

Lokführer psychologisch betreut

Der Lokführer durfte später nicht weiterfahren und werde, wie immer in solchen Fällen, psychologisch betreut, so der MRB-Sprecher. Weiter wollte er sich nicht zu dem Unfall äußern.

„Die Fahrgäste wurden von Mitstreitern der Sondereinsatzgruppe nach Leisnig und Westewitz gebracht“, erklärt Christian Winkler, Ortsbeauftragter des THW Döbeln. Für das war es der erste Einsatz in diesem Jahr und der erste Bahnunfall, bei dem sie unterstützend gewirkt haben.

Die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr funktioniere immer besser, so Winkler. Jeder wisse inzwischen vom anderen, was er leisten kann. „Das ist eine super Motivation für uns, auch wenn das menschliche Schicksal tragisch ist“, meint der Ortsbeauftragte des THW.

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Anmerkung der Redaktion: Aufgrund der hohen Nachahmerquote berichten wir in der Regel nicht über das Thema Suizid, außer es erfährt durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Wenn Sie selbst unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Selbstmordgedanken leiden oder Sie jemanden kennen, der daran leidet, können Sie sich bei der Telefonseelsorge helfen lassen. Sie erreichen sie telefonisch unter 0800/1110111 und 0800/1110222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de. Die Beratung ist anonym und kostenfrei, Anrufe werden nicht auf der Telefonrechnung vermerkt.

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