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Rastplatz Töpelberg wird geschlossen

Das Landesamt für Verkehr hat am Montag entsprechende Maßnahmen an der B175 bei Hartha getroffen. Doch was steckt hinter der Schließung?

Der Parkplatz B175 am Töpelberg wird geschlossen. Mit einem Radlader am Montag im Auftrag des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr den Rastplatz provisorisch gesperrt.
Der Parkplatz B175 am Töpelberg wird geschlossen. Mit einem Radlader am Montag im Auftrag des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr den Rastplatz provisorisch gesperrt. © Dietmar Thomas

Hartha. Ein Bagger lädt Erde an der Ein- und Ausfahrt zum Rastplatz Töpelberg an der B175 ab. Mitarbeiter des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) sperren die Linksabbieger-Spur in Richtung Hartha ab und bringen neue Schilder am Straßenrand an. Es ist Bewegung am kleinen Parkplatz neben der Bundesstraße.

Auf Anfrage von Sächsische.de bestätigt Lasuv-Pressesprecher Franz Grossmann, dass Mitarbeiter der Behörde vor Ort im Einsatz sind, um Vorkehrungen für eine Schließung zu treffen. Denn der Rastplatz wird zukünftig nicht mehr als solcher nutzbar sein.

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Begründet wird das mit der „erheblichen Verschmutzung mit Haus- und Sperrmüll“, so Grossmann. „Dieser findet sich sowohl im Bereich des Parkplatzes als auch der dazugehörigen Grünflächen wieder. Insbesondere durch Wind oder auch Tiere wird dieser Müll auf dem Parkplatz und den angrenzenden Feld- und Ackerflächen verteilt.“

Das Problem auf dem Stück zwischen Hartha und Döbeln besteht nicht erst seit den letzten Wochen. Immer wieder sind vor Ort größere Müllhaufen zu finden: Farbeimer, Kartons mit Wäsche, Plastikbehälter mit undefinierbaren braunem Inhalt. Der Rastplatz am Töpelberg ist ein Schwerpunkt im gesamten Landkreis Mittelsachsen.

Rastplatz an der B175: "Untragbare hygienische Zustände"

Zwar wurden die Müllbehälter nach Angaben von Landkreis-Sprecher André Kaiser zweimal wöchentlich geleert. Dennoch seien immer wieder größere Einsätze zur Müllbeseitigung notwendig gewesen. „Die Entsorgungskosten bei einem solchen Einsatz liegen bei 1.000 bis 1.200 Euro“, so Kaiser im Jahr 2018.

Zudem lagen nach Angaben des Lasuv-Sprechers Franz Grossmann wiederholte Beschwerden der Anlieger über die Verschmutzung der Wirtschaftsflächen vor.

Der Rastplatz am Töpelberg ist ein Schwerpunkt im gesamten Landkreis Mittelsachsen. Immer wieder gab es illegale Müllablagerungen.
Der Rastplatz am Töpelberg ist ein Schwerpunkt im gesamten Landkreis Mittelsachsen. Immer wieder gab es illegale Müllablagerungen. © Archiv/Frank Korn

„Darüber hinaus werden die Randzonen des Parkplatzes wie auch die angrenzenden Feld- und Ackerflächen immer wieder als Toilette genutzt. Diese untragbaren hygienischen Zustände können auch nicht mit erhöhtem Personaleinsatz der Straßenmeisterei bereinigt werden, da die Beseitigung von Abfall nur ein Bestandteil des umfangreichen Leistungskataloges ist“, erklärt er.

Nun soll mit dem Parken und der Verschmutzung an der Bundesstraße 175 Schluss sein. Nach einer Prüfung durch das Landesamt für Straßenbau und Verkehr ist der Rastplatz ab sofort gesperrt.

Entscheidung nach drei Monaten

Der übermäßige Reinigungsaufwand zulasten des Bundes, der bislang von der Straßenmeisterei Döbeln des Landkreises zu erbringen war, soll damit reduziert werden. „Eine Einziehung beziehungsweise Schließung des Parkplatzes ist möglich, da für diesen Parkplatz keine überregionale Notwendigkeit besteht“, sagt der Lasuv-Sprecher.

Geplant sei nun zunächst eine dreimonatige Testphase, in der, bevor bauliche Tatsachen geschaffen werden, „die Umsetzbarkeit der Schließung mit Absperrmitteln“ versucht wird.

Konkret werden die Ein- und Ausfahrt durch Erdhaufen gesperrt, die Verkehrslinien auf der Straße mit gelben Baustellenmarkierungen versehen und die nötige Beschilderung geändert. Das passiert Grossmann zufolge in Absprache mit der Verkehrsbehörde des Landkreises Mittelsachsen.

Nach den drei Monaten soll durch die Beteiligten eine Auswertung erfolgen, bei der über die weiteren Schritte zum Rastplatz gesprochen werden soll. „Die Frage, ob der Rastplatz dann vollständig eingezogen und zurückgebaut wird, ist daher aktuell noch offen“, erklärt Franz Grossmann. Fest stehe jedoch schon jetzt, dass es keinen Ersatz für den Rastplatz geben soll.

"An der B175 war das Problem extrem"

Zum Bedauern von Lkw-Fahrern, die die Parkmöglichkeit neben der B175 häufig genutzt haben. Doch ein Schritt, der laut Harthas Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos) notwendig ist. „Wir haben auch als Stadt immer wieder Probleme mit illegalen Müllablagerungen. Und dort an der B175 war das Problem extrem“, sagt er.

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„Letztlich sind das Mehrkosten, die auf die gesamte Bevölkerung übertragen werden. Deshalb sehe ich die Schließung als sinnvoll an, auch wenn es für die Lkw-Fahrer eine weitere Parkmöglichkeit weniger ist.“

Vor einer erhöhten Belastung durch parkende Laster in seiner Stadt hat er keine Angst. Ihm zufolge gebe es ausreichend straßenbegleitende Möglichkeiten im Harthaer Gewerbegebiet, die jederzeit genutzt werden könnten.

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