merken
PLUS Döbeln

Planungen für B169 schon seit 2006

Das Straßenbauamt wollte das Grundstück im Jahr 2011 kaufen. Es kam zu keiner Einigung mit der Eigentümerin, sagt das Amt.

Für die Anwohner in Heyda bringen die rund 10.500 Fahrzeuge pro Tag eine enorme Belastung durch Lärm und Abgase mit sich. Deshalb soll die B169 in diesem Bereich verlegt werden.
Für die Anwohner in Heyda bringen die rund 10.500 Fahrzeuge pro Tag eine enorme Belastung durch Lärm und Abgase mit sich. Deshalb soll die B169 in diesem Bereich verlegt werden. © Dietmar Thomas

Döbeln. Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) kann die Aufregung von Susanne Dick und Jochen Mismahl nicht verstehen. Möglicherweise verliert die Familie in Neuebersbach ihr Haus und ihr Grundstück, wenn die Ortsumgehung von Heyda gebaut wird.

Auf Anfrage des Döbelner Anzeigers teilte das Lasuv mit, dass die Planung für den Ausbau der B169 bereits im Jahr 2006 begonnen hat.

Zoo Dresden
Tierisch was erleben
Tierisch was erleben

Welche spannenden Neuigkeiten gibt es bei Pinguin, Elefant und Co.? Wer wird Tier des Monats? Hier können Sie abstimmen und erfahren mehr über die tierischen Bewohner des Zoo Dresden.

„Das betreffende Grundstück stand bis 2011 zum Verkauf. Ein vorgezogener Grunderwerb durch die Straßenbauverwaltung beziehungsweise die Anordnung einer Veränderungssperre durch die Landesdirektion Sachsen konnten zu dem Zeitpunkt aufgrund des noch nicht verfestigten Planungsstandes nicht erfolgen“, teilte Franz Grossmann von der Pressestelle des Lasuv mit.

Amt informiert neue Eigentümerin

Der Vorentwurf zur Ausbauplanung sei erst am 24. Oktober 2011 genehmigt worden. Im August 2011 stellte das Amt fest, dass sich auf dem Areal etwas tut. Eine Anfrage bei der Döbelner Verwaltung habe ergeben, dass der Verkauf des Grundstücks geplant ist und die Stadt selbst ihr Vorkaufsrecht nicht nutzen will.

„Vom damaligen Straßenbauamt Chemnitz wurde deshalb Kontakt mit der neuen Eigentümerin Susanne Dick aufgenommen und diese über das Straßenbauvorhaben informiert“, so Grossmann. Gleichzeitig sei ihr vom Amt mitgeteilt worden, dass es das Land erwerben will. „Eine Einigung ist nicht erzielt worden“, so der Pressesprecher.

Nach einer von der Eigentümerin gestellten Frist zum 30. Oktober 2011 wurde das Grundstück ihrerseits als nicht mehr verkäuflich erklärt.

Susanne Dick und Jochen Mismahl haben sich auf den Grundstück für sich und ihre Tiere ein Kleinod geschaffen.
Susanne Dick und Jochen Mismahl haben sich auf den Grundstück für sich und ihre Tiere ein Kleinod geschaffen. © Dietmar Thomas

Planfeststellungsverfahren läuft noch

Eine zu diesem Zeitpunkt vorgenommene baurechtliche Bewertung führte zu dem Ergebnis, dass eine Komplettsanierung des vorher längere Zeit leerstehenden Gebäudes über einen Bauantrag gesichert werden müsste. „Das Grundstück beziehungsweise die Gebäude liegen in der sogenannten Baubeschränkungszone der Bundesfernstraße.

Bei der Bewilligung eines Bauantrages hätte die Straßenbauverwaltung beteiligt werden müssen. Nach unserer Kenntnis ist kein entsprechender Antrag gestellt worden“, sagte Grossmann. Das stimme so nicht, meint Jochen Mismahl. Bei der Stadt Döbeln sei ordnungsgemäß ein Abrissantrag gestellt und von ihr genehmigt worden.

Um das Baurecht für den Ausbau der B 169 zu bekommen, wurde im April 2019 bei der Landesdirektion das Planfeststellungsverfahren beantragt. Das ist noch nicht abgeschlossen. Damit sei laut dem Lasuv eine Veränderungssperre für jegliche Bauarbeiten an betroffenen Gebäuden in Kraft getreten.

Sechs Millionen für Ortsumgehung

Weiterführende Artikel

„Uns wird die Existenz genommen“

„Uns wird die Existenz genommen“

Ein Grundstück an der B169 soll der Ortsumgehung Heyda bei Waldheim weichen. Das erfahren die Betroffenen durch Zufall.

Die Bundesstraße 169 soll auf einer Länge von 2,7 Kilometern ausgebaut werden. Dafür sind sechs Millionen Euro vorgesehen. Viele Kraftfahrer nutzen die Straße als Zubringer für die A14 im Bereich Döbeln und die A4 im Bereich Hainichen. Für die Anwohner in Heyda bringen die rund 10.500 Fahrzeuge pro Tag eine enorme Belastung durch Lärm und Abgase mit sich.

„Mit der gestreckten Linienführung soll eine Entschärfung der Kurve und die richtliniengemäße Weiterführung der Überholstrecke zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit und Verkehrssicherheit erreicht werden“, sagte der Pressesprecher.

Mehr zum Thema Döbeln