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Damit Autofahrer auf das Rad umsteigen

Die Arbeitsgruppe Radverkehr in Döbeln ist wieder aktiv. Das bestehende Konzept wird fortgeschrieben. Auch die Bürger sind gefragt.

Das Radverkehrskonzept der Stadt Döbeln wird aktualisiert und soll auch der Gemeindeerweiterung angepasst werden. Ein Radweg, der sowohl touristisch als auch für den Alltag genutzt wird, ist der Mulderadweg.
Das Radverkehrskonzept der Stadt Döbeln wird aktualisiert und soll auch der Gemeindeerweiterung angepasst werden. Ein Radweg, der sowohl touristisch als auch für den Alltag genutzt wird, ist der Mulderadweg. © André Braun/Döbelner Anzeiger

Döbeln. Döbeln soll für Radfahrer attraktiver werden. Das ist ein Grund dafür, warum das Radverkehrskonzept aus dem Jahr 2012 überarbeitet wird.

„Im Konzept wurden viele Maßnahmen für mehr Sicherheit und Komfort fürs Radfahren aufgeführt. Ein Großteil wurde bereits umgesetzt“, sagte Maja Köhler, Mitarbeiterin des Sachgebietes Verkehr und Natur. Doch es müsse noch mehr passieren, damit Autofahrer auf das Fahrrad umsteigen.

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Auch der Fahrrad-Klimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) hatte trotz recht guter Bewertung für Döbeln einige Schwachstellen aufgezeigt (DA berichtete). Als die alte Konzeption erarbeitet wurde, gehörte nur der Ortsteil Ebersbach zum Stadtgebiet.

Das ist nun größer, weil im Jahr 2013 Ziegra und Mochau im Jahr 2016 eingemeindet worden sind. Auch das soll sich in der Fortschreibung des Konzeptes niederschlagen. So liegt es zum Beispiel im Interesse der Stadt, dass an der Kreisstraße nach Mochau ein Radweg entsteht.

"Viele Schüler aus dem Ortsteil besuchen die Oberschule und das Gymnasium, da wäre ein sicherer Radweg angebracht“, sagte Maja Köhler. Schon mit dem Ausbau der B 175 hat sich die Stadt dafür eingesetzt, dass ein straßenbegleitender Radweg entsteht. Damals konnte der noch gestrichen werden. Das sieht heute anders aus.

„Jetzt muss beim Ausbau einer Straße nachgewiesen werden, dass kein Radweg benötigt wird“, sagte Maja Köhler.

Umfrage startet im Juli

Um das Konzept mit Weitblick aufstellen zu können, wurde die Arbeitsgruppe Radverkehr, die bereits das erste Konzept erarbeitet hat, wieder ins Leben gerufen. Die erste Sitzung war Ende Juni.

Zur Arbeitsgruppe gehören Mitarbeiter der Ämter der Verwaltung, die sich mit diesem Thema befassen, Vertreter der Polizei, zwei Bürger sowie zwei Stadträte.

Doch diesmal hat sich die Verwaltung noch das Planungsbüro Stadtlabor aus Leipzig mit in Boot geholt. Auch die Meinung der Bürger ist gefragt. Ab dem 19. Juli wird es eine Umfrage zur Radverkehrssituation in Döbeln geben. Über die Stadtseite im Internet kann auf die Umfrage zugegriffen werden. Die gibt es aber auch in Papierform im Rathaus.

„Es geht zum einen darum, alle Altersgruppen zu erreichen. Zum anderen haben Alltagsradler andere Wünsche als die Radler, die in ihrer Freizeit unterwegs sind“, so die Mitarbeiterin des Sachgebietes Verkehr und Natur.

Das Ergebnis wird der Stadt und dem Planungsbüro helfen, die alltäglichen Probleme und Schwachstellen beim Radfahren zu ermitteln und entsprechende Lösungen zu finden.

Geplant ist, die Fortschreibung des Radverkehrsnetzes im Herbst 2022 vom Stadtrat beschließen zu lassen. Danach kann eine Prioritätenliste erarbeitet und entsprechende Maßnahmen in den Haushalt eingestellt werden. „Für die Umsetzung werden wir Fördergeld beantragen müssen. Damit wir eine finanzielle Unterstützung bekommen, ist es notwendig, dass das Radverkehrskonzept vorliegt“, so Maja Köhler.

Doch es geht bei der Auflistung von Maßnahmen nicht nur um große Vorhaben. „Manchmal sind es nur kleine Dinge, die verändert werden können und für mehr Sicherheit und Komfort sorgen.“

Alltagsziele beschildern

Ein Beispiel sei die Beschilderung der Radwege. Dabei gehe es nicht um die touristisch genutzten. „Es müssen auch Alltagsziele wie das Theater, das Kino oder der Weg ins Gewerbegebiet ausgeschildert werden“, so Köhler. Außerdem gebe es ein Problem im Servicebereich rund um den Radweg.

Dabei geht es unter anderem um fehlende E-Bike-Ladestationen, Möglichkeiten zum Luftaufpumpen oder kulinarische Angebote. „Das sind Dinge, die wir als Stadt nicht umsetzen können. Hier ist die Privatinitiative von Gastronomen und Fahrradhändlern gefragt“, sagte Köhler.

Ziel der Fortschreibung der Radkonzeption ist es, die Erreichbarkeit der Innenstadt und der Ortsteile zu verbessern und bestehende Netzlücken zu schließen. Gefahren an Knotenpunkten sollen behoben werden.

„Grundsätzlich wir es in Bezug auf die Nutzung des Rades in Zukunft ein Umdenken geben. Das bewirken nicht nur die gestiegenen Spritpreise, sondern das gewachsene Umweltbewusstsein der Leute sowie immer mehr werdende E-Bikes, die das Radfahren erleichtern.“

Die Aufgabe der Arbeitsgruppe ist es auch vorauszudenken, wo könnte was gebaut werden, welche Voraussetzungen muss die Stadt schaffen, um sofort aktiv werden zu können, wenn es Bauvorhaben oder andere Veränderungen gibt.

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