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Greifvögel müssen auf "Hochsitz" verzichten

Wo sind die Holzstangen an der neu ausgebauten Staatsstraße zwischen Hartha und Leisnig abgeblieben? Diese Frage treibt Ruth Peisz aus Queckhain um.

Solche Sitzstangen für Greifvögel sind an der S36 zwischen Hartha und Leisnig zurückgebaut worden, an der S31 gibt es sie noch.
Solche Sitzstangen für Greifvögel sind an der S36 zwischen Hartha und Leisnig zurückgebaut worden, an der S31 gibt es sie noch. © Dietmar Thomas

Leisnig. Ruth Peisz hat einen kritischen Blick. Sie sieht häufig, was anderen gar nicht auffallen würde. Seit längerer Zeit schon wundert sie sich darüber, dass entlang der neu ausgebauten S36 die nach der Fertigstellung der Straße aufgestellten Sitzstangen für Greifvögel fehlen.

„Diese Greifvogelstangen an der S36 wurden lediglich für den Zeitraum zwischen Pflanzung und Ende der sogenannten Entwicklungspflege errichtet und sind in der Regel nicht dauerhaft konzipiert“, erklärt Franz Grossmann vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv).

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Wie er erklärt, gehe diese Art Pflege über ungefähr drei Jahre. In dieser Zeit stünden in der Regel Holzpfähle an den neue gepflanzten Bäumen, vor allem an Hochstämmen. Diese Art Sicherung solle ein Abbrechen des Leittriebes verhindern. Häufig gebe es auch noch einen Verbissschutz, um Schäden durch Nager wie zum Beispiel Mäuse zu vermeiden.

Geplanter Rückbau durch Lasuv nach drei Jahren

„Die Haltbarkeit der unbehandelten Holzpfähle ist in der Regel gegen Ende der Entwicklungspflege erreicht. Die Greifvogelstangen wurden daher wie geplant rückgebaut, und zwar an der S36 bereits im vergangenen Jahr“, informiert der Lasuv-Sprecher weiter. Das sei – eine durchaus übliche Praxis – im Bauvertrag Landschaftsbau so vereinbart gewesen.

„Die beauftragte Landschaftsbaufirma hat dies dann auch so realisiert“, so Grossmann. „Als dauerhafte und regelmäßig zu erneuernde Einrichtung sind Greifvogelstangen allgemein eher unüblich“, ergänzt er.

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Nach diesem „Schema“ wird augenscheinlich aber nicht überall verfahren. An der S31 gibt es zum Beispiel noch mehrere solcher Sitzstangen. Dabei liegt der Abschluss des Ausbaus dieses Staatsstraßenabschnittes zwischen dem ehemaligen Gasthof „Sächsischer Reiter“ und Polkenberg schon weit mehr als drei Jahre zurück.

Solche Sitzstangen erleichtern Greifvögeln und Eulen die Jagd auf Kleinsäuger. Weil an Straßen und Bahnlinien jedoch viele Beutegreifer umkommen, raten Tierschützer davon ab, die Vögel mit Sitzstangen in derartige Gefahrenbereiche zu locken.

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