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Warum ist die Annenstraße in Hartha immer noch gesperrt?

Eigentlich sollte die Straße in Hartha bereits Ende Mai fertig sein. Doch auch Anfang September ist sie noch immer nicht freigegeben.

Auf der Kreuzung Annen-/Goethestraße ist weiterhin kein Belag aufgebracht. Deshalb ruht der Verkehr auch weiterhin.
Auf der Kreuzung Annen-/Goethestraße ist weiterhin kein Belag aufgebracht. Deshalb ruht der Verkehr auch weiterhin. © Dietmar Thomas

Hartha. Zunächst war eine Freigabe der Harthaer Annenstraße für Ende Mai 2021 geplant, dann kam es zu Verzögerungen und Bauamtsleiter Ronald Fischer peilte „Ende Juni, Anfang Juli“ als Ziel der Baumaßnahme an.

Doch nun, Anfang September, ist die Straße in der Innenstadt auch weiterhin voll für den Verkehr gesperrt. Zur Verärgerung zahlreicher Bürger, die mittlerweile kein Verständnis mehr für die lange Laufdauer der Sanierung haben. Doch was stockt beim Straßenbau?

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Auf Anfrage teilt Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos) mit, dass es durch unterschiedliche Faktoren zum Verzug der Sanierung kam. „Anfänglich haben der Wasserversorger sowie die Firmen zur Anbindung an das schnelle Internet länger gebraucht, als zunächst vereinbart“, erklärt er. „Hinzukommen massive Lieferengpässe, unter anderem bei den Granitsteinen.“

Zu allen übel gab es dann auch noch „gravierende“ Qualitätsmängel bei den Steinen, wie er weiter erzählt. So seien erste Steine bereits verbaut worden, doch diese müssen in den kommenden Wochen wieder ausgebaut und ausgetauscht werden. „Das kostet Zeit und die Lieferung der neuen Steine dauert nicht nur ein paar Tage“, erklärt der Rathauschef.

Schutz für Bauarbeiter: Vollsperrung notwendig

Durch die Mehrarbeit und die Wartezeit auf das benötigte Material verzögere sich die Freigabe der Annenstraße nun erneut. Geplant werde Kunze zufolge nun mit Ende September. Mehrkosten kommen hingegen auf die Stadt nicht zu. „Die Qualitätsmängel wurden bei der Fachfirma gemeldet und reklamiert. Die Kosten dafür tragen wir nicht“, so Kunze. „Die Mehrarbeit wird dann der Steinhersteller tragen müssen.“

Eine Vollsperrung sei jedoch definitiv notwendig. Denn der Arbeitsschutz müsse gewährleistet werden, meint der Bürgermeister. „Wir können die Straße nur ganz oder gar nicht freigeben. Alles andere ist zu gefährlich.“

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Die Kreuzung Annen- und Goethestraße erhält statt einer Asphaltschicht eine Schicht von Granitplatten. Diese sollen nicht nur zusätzliches Merkmal für die Verkehrssicherheit sein, sondern auch optisch etwas hergeben. Außerdem sei das Material deutlich haltbarer, als die normale Straßenschicht. Ähnlich schick soll der untere Bereich an der Ecke Karl-Marx-Straße sowie ein Teil der Gehwege werden.

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