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Kriebsteins Burgberg und die Fragezeichen

Schon seit Jahren soll der Berg an der Burg Kriebstein entschärft werden. Jetzt liegen die Pläne für das Millionenprojekt aus. Wann es losgeht, bleibt ungewiss.

Schon seit vielen Jahren wird um eine Sanierung des Burgbergs in Kriebstein gerungen. Jetzt können die Pläne dazu im Gemeindeamt eingesehen werden.
Schon seit vielen Jahren wird um eine Sanierung des Burgbergs in Kriebstein gerungen. Jetzt können die Pläne dazu im Gemeindeamt eingesehen werden. © Archivbild: Lutz Weidler

Kriebstein. Aus Richtung Waldheim und Kriebethal kommend gibt es nur einen Weg zur Burg. Der führt über den sogenannten Burgberg – die steilste Straße Sachsens.

Schon seit vielen Jahren soll sie gebaut und damit unter anderem die rund 300- Grad-Kurve entschärft werden. Mittlerweile läuft das Verfahren zur Herstellung des Baurechts, das sogenannte Planfeststellungsverfahren für die Kreisstraße.

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Im Rahmen dieses Verfahrens haben noch bis zum 29. Oktober alle Interessierten die Möglichkeit, die Baupläne im Gemeindeamt Kriebstein einzusehen. „Es ist ein dicker Ordner“, sagt Bürgermeisterin Maria Euchler (Freie Wähler). „Einige Bürger haben sich die Pläne schon angeschaut.“

Darin enthalten ist auch ein sogenanntes Natur- und Artenschutzgutachten, in dem unter anderem aufgeführt ist, wie viele verschiedene Fledermausarten es in dem Gebiet rund um die Burg gibt oder wie viele Bäume für den Straßenbau gefällt werden müssen.

Für die Gemeinde Kriebstein ist der Ausgang des Planfeststellungsverfahrens von Bedeutung, weil sie für den Bau des Fußweges zuständig ist. Aus Platzgründen und wegen der komplizierten geografischen Lage ist dieser als sogenannter Überhangfußweg konzipiert. „Das macht das Vorhaben teuer“, so Maria Euchler.

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Dass jetzt alles ganz schnell geht, damit rechnet die Bürgermeisterin allerdings nicht. „Im Idealfall, also wenn niemand Einwände hat, dauert ein Planfeststellungsverfahren etwa acht Monate“, sagt sie. „Das heißt, wenn es gut läuft, könnten vielleicht im nächsten Jahr die Ausschreibungen beginnen. Bis dahin müsse aber dann auch die Finanzierung geklärt sein.“

Kriebsteins Kämmerer Wolfgang Hein plant schon seit Jahren immer wieder den Fußwegbau im Haushalt ein. „Dieses und nächstes Jahr haben wir zwar darauf verzichtet, aber im Jahr 2023 schlägt das Projekt wieder mit knapp 800.000 Euro zu Buche. „Dadurch werden natürlich Mittel gebunden, die für andere Vorhaben nicht eingeplant werden können“, so die Bürgermeisterin. Trotzdem führe für die Gemeinde kein Weg daran vorbei. „Denn falls es dann doch ,grünes Licht‘ gibt, müssen wir das Geld zur Verfügung haben“, so die Bürgermeisterin.

Der Landkreis ging als Bauträger ursprünglich von einem Kostenumfang von rund 2 Millionen Euro aus. Offen bleibt die Frage, ob diese Summe angesichts steigender Baupreise zu halten ist. Sowohl für den Landkreis als auch für die Gemeinde Kriebstein ist ein Baubeginn nicht nur von der Herstellung des Baurechts abhängig. „Eine wichtige Voraussetzung ist auch, dass Fördermittel fließen“, so Maria Euchler.

Über den Ausbau des Burgbergs und die neue Trassenführung wird schon mehr als ein Jahrzehnt diskutiert. Es war sogar schon einmal eine Brücke über das Zschopautal im Gespräch. Dagegen gab es massiven Widerstand. Flugblätter mit der Aufschrift „Entschärfung des Burgberges ja – Brückenvariante nein“ wurden beispielsweise im Sommer 2007 von Mitgliedern einer Bürgerinitiative verteilt.

Die Brücke sollte die Ortsverbindung zwischen Ehrenberg und Kriebethal mit dem direkt an der Burg entlangführenden Burgberg verbinden. Über 1.100 Unterschriften waren gesammelt worden – mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten in der Gemeinde hatten sich damit damals gegen den Bau ausgesprochen.

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