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Wenn Regen in Schlagwitz ein Problem ist

Hans-Jürgen Ritschel hat sein Grundstück direkt neben der Straße Zur Sandgrube. Bei Nässe steht es voll unter Wasser. Nun soll sich das ändern.

Die Straßenentwässerung ist für einige Schlagwitzer an der Straße Zur Sandgrube ein Problem. Zu ihnen gehört Hans-Jürgen Ritschel, der über den Ortschaftsrat versucht hat, eine zusätzliche Regenentwässerung zu beantragen.
Die Straßenentwässerung ist für einige Schlagwitzer an der Straße Zur Sandgrube ein Problem. Zu ihnen gehört Hans-Jürgen Ritschel, der über den Ortschaftsrat versucht hat, eine zusätzliche Regenentwässerung zu beantragen. © Lars Halbauer

Ostrau. Wenn es regnet, dann zum Nachteil für Hans-Jürgen Ritschel. Der Ortsvorsteher von Noschkowitz wohnt im Ortsteil Schlagwitz und hat neben der Straße Zur Sandgrube ein Wiesengrundstück.

Wenn der Regen, wie in den vergangenen Wochen, schlagartig kommt oder länger anhält, dann steht sein Land voll unter Wasser. Vor allem von der angrenzenden Straße kommt das Nass. Mithilfe des Ortschaftsrates und eines Antrags an die Gemeinderäte wollte er dem nun Abhilfe schaffen.

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In der vergangenen Sitzung behandelten die Ostrauer einen entsprechenden Beschlussvorschlag zur Vergabe von Bauleistungen zur Errichtung einer Pflasterrinne zur Regenwasserableitung. Nach Wünschen des Noschkowitzer Ortschaftsrates soll diese zusätzlich an die sanierte Straße Zur Sandgrube angebracht werden.

Begründet wird das mit dem Oberflächenwasser von der Straße, das trotz bereits bestehender Maßnahmen größtenteils auf angrenzende Flurstücke läuft.

Straße in Schlagwitz wurde erst neu gemacht

Ein erster Antrag an die Verwaltung wurde bereits durch Bürgermeister Dirk Schilling (CDU) zurückgewiesen. Wie er erklärt, sei der „Kosten-Nutzen-Faktor nach einer ersten Berechnung einfach nicht ausreichend gegeben“.

Doch mit der schriftlichen Antwort aus dem Gemeindeamt hat sich der Ortschaftsrat Noschkowitz nicht zufriedengegeben. Schilling zufolge hielten die Mitglieder an dem Vorhaben fest und drängten darauf, einen entsprechenden Gemeinderatsbeschluss herbeiführen zu lassen.

In der vergangenen Sitzung wurde letztlich über das Vorhaben auch reichlich diskutiert. Bürgermeister Schilling erklärte zunächst jedoch auch seinen Standpunkt, der vor allem darauf zurückzuführen ist, dass die Kosten für einen solchen Ausbau zu hoch seien. „Wir haben die Straße in Schlagwitz erst neu gemacht. Es existiert bereits ein Entwässerungsgraben, der als Ablaufgraben des Teiches dient“, sagt Schilling.

Bürgermeister Schilling: "Edelausbau" für 55.000 Euro

Die Straße im Bereich der Ortslage Schlagwitz befinde sich in einem sehr guten, baulichen Zustand und erschließe derzeit nur ein einziges, etwas abgelegenes Wohngrundstück. „Den Einbau einer Entwässerungsleitung hat die Verwaltung schon vorher als unverhältnismäßig eingeschätzt.“

Dazu komme, dass die gewünschte Straßenverbreiterung einen baulichen Eingriff in die anliegenden Privatgrundstücke bedeutet, was mit Folgekosten für Vermessung und Landerwerb für die Gemeinde verbunden ist.

Um einen entsprechenden Ratsbeschluss vorzubereiten wurden von Fachfirmen Kostenangebote eingeholt. Sie beinhalten den Bau einer Granitpflasterrinne sowie Straßenabläufe und eine Entwässerungsleitung. „Gemäß dem Angebot würden wir auf knapp 55.000 Euro kommen. Für mich wäre das an dieser Stelle ein Edelausbau“, so Bürgermeister Schilling.

Ortschaftsrat Noschkowitz will Entscheidung akzeptieren

Außerdem warnt er, mit einem positiven Beschluss einen Präzedenzfall zu schaffen. „Wir haben viele solcher Anfragen. Mit einer Zustimmung würden wir für alle anderen einen Rechtsanspruch darauf schaffen.“ Nicht zuletzt, weil Hans-Jürgen Ritschel ein Gemeinderatsmitglied ist.

Neben dem Ortsvorsteher gebe es noch eine andere Familie, deren Grundstück direkt an der Straße liegt, erklärt Schilling. „Dort haben wir nachgefragt und die Familie will das gar nicht. Die sind davon nicht betroffen.“

Ralf Vogt von der Freien Wählervereinigung hält die Maßnahme für „völlig überdimensioniert“. Auch ein Bordstein wäre dort schon zu viel, meint er. Es gebe genug andere „Baustellen, wo die Gemeinde Geld investieren müsste“.

Ritschel selbst durfte während der Diskussion und der Abstimmung nicht im Saal der Sitzung sein. Seine Amtskollegen sowie der Bürgermeister stimmten jedoch mehrheitlich gegen das Vorhaben.

Wie Hans-Jürgen Ritschel auf Anfrage sagt, habe sich der Ortschaftsrat Noschkowitz an diesem Mittwoch darauf geeinigt, die demokratische Entscheidung zu akzeptieren. Er persönlich wolle aber nachdenken, sich noch einmal mit der rechtlichen Grundlage konkret auseinanderzusetzen. „Am Ende muss ich selbst etwas bauen, das die Überflutung verhindert.“

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