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Risse an Waldheims Zschopaubrücke

Einer der kleinen Balkone an der Brücke zum Waldheimer Rathaus ist abgesperrt. Kann das Teil abstürzen?

Mit rot-weißen Baken ist ein Balkon der Zschopaubrücke in Waldheim abgesperrt. Ein Stück der Brüstung droht umzustürzen.
Mit rot-weißen Baken ist ein Balkon der Zschopaubrücke in Waldheim abgesperrt. Ein Stück der Brüstung droht umzustürzen. © Dietmar Thomas

Waldheim. Ein tiefer Spalt klafft in der Brüstung eines der sechs Balkone an der historischen Zschopaubrücke am Waldheimer Rathaus – und das schon seit mehreren Monaten. Fußgängern ist es untersagt, den kleinen Übertritt zu betreten.

Bei genauerem Hinschauen ist ein breiter Riss in der Steinbrüstung zu erkennen. Tatsächlich drohe das Umstürzen eines Stücks der Natursteinbrüstung, teilt André Kaiser, Leiter der Pressestelle des Landkreises Mittelsachsen auf Anfrage mit. Die Zschopaubrücke befindet sich in der sogenannten Baulast des Landkreises.

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Ein Spalt klafft in der Natursteinbrüstung an der Zschopaubrücke.
Ein Spalt klafft in der Natursteinbrüstung an der Zschopaubrücke. © Dietmar Thomas

Dramatisch seien die Schäden allerdings nicht, kann der Pressesprecher beruhigen. Die Standfestigkeit sei durch den Schaden nicht gefährdet, aber es könne zu Verletzungen kommen. Deshalb sei die Absperrung des Balkons notwendig geworden. Zu Einschränkungen für die Fußgänger kommt es dadurch nicht.

Die Reparatur der Natursteinverankerung sei nicht ganz einfach. „Deshalb sind wir gerade dabei, einen fachkundigen Steinmetz zu gewinnen. Wir möchten gern eine fachlich und wirtschaftlich sinnvolle Lösung für die Reparatur der Brüstung finden“, so Kaiser. Wann der Schaden beseitigt werden kann, stehe allerdings noch nicht fest. Auch zu den voraussichtlichen Kosten äußerte sich der Pressesprecher nicht.

Brücke in Waldheim mit langer Historie

Die jetzige Zschopaubrücke am Rathaus hat eine lange und interessante Geschichte. Sie war das Erstlingswerk des bekannten Architekten Matthäus Daniel Pöppelmann (1662-1736). Nach den Plänen des Baumeisters ist unter anderem auch der Dresdner Zwinger gebaut worden.

Die Brücke ist schon seit jeher die Hauptverbindung von der Ost- in die Weststadt gewesen. Bis zum Bau der Niederstadtbrücke im Zusammenhang mit der Umgehungsstraße in Richtung Hartha im Jahr 1995 war sie die einzige Fluss-Querung, die es in der Zschopaustadt gegeben hat.

Ursprünglich kamen die Leute, die die Zschopau überqueren mussten, durch eine Furt von einem Ufer zum anderen. Später folgten Holzbrücken mit Steinbögen, die teilweise überdacht waren. Die sind nach Aufzeichnungen von Albrecht Hänel vom Waldheimer Kultur- und Heimatverein mehrfach zerstört und wieder aufgebaut worden. Im Jahr 1659 ist die Brücke erstmals auf steinernen Pfeilern errichtet worden.

Nachdem sie einem Eisgang im Februar 1709 zum Opfer fiel, erhielt dann Pöppelmann den Auftrag, die Waldheimer Brücke zu errichten. Die einstige Pöppelmann-Brücke hatte jedoch nur zwei Drittel der heutigen Maße. Wegen des ständig zunehmenden Verkehrs musste sie verbreitert werden. Nach dem Hochwasser 2002 wurde sie bis auf die Bögen, die erhalten geblieben sind, neu aufgebaut.

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