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Döbeln

Wenn Lebenszeit im Stau verloren geht

Trotz Corona-Pandemie sind viele Menschen als Berufspendler unterwegs. Schuld daran ist vor allem teurer Wohnraum.

Tausende Mittelsachsen pendeln über die Kreisgrenze hinaus zur Arbeit und verbringen dadurch viel Zeit auf der Straße.
Tausende Mittelsachsen pendeln über die Kreisgrenze hinaus zur Arbeit und verbringen dadurch viel Zeit auf der Straße. © dpa

Mittelsachsen. Auch in Zeiten von Lockdown und Homeoffice bleibt die Zahl der Pendler im Kreis Mittelsachsen auf einem hohen Level. Im vergangenen Jahr haben rund 39.300 Menschen auf dem Weg zur Arbeit die Kreisgrenzen überschritten.

Darauf macht die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) aufmerksam. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Demnach sank die Zahl der sogenannten Auspendler im Kreis Mittelsachsen geringfügig um 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

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Zu den wesentlichen Ursachen für die anhaltend großen Pendlerströme zählt nach Einschätzung der IG Bau der teure Wohnraum in Städten, in denen in den letzten Jahren besonders viele Arbeitsplätze entstanden sind. „Aufgrund der hohen Mieten können sich viele Beschäftigte das Wohnen dort, wo sie arbeiten, nicht leisten“, so Bezirksvorsitzender Bernd Günther.

Stundenlang auf der Straße

Ein Umzug sei für sie nicht zu stemmen. Als Alternative bleibt oft nur stundenlange Fahrerei mit dem Auto oder der Bahn. In der Baubranche seien weite Anfahrtswege besonders verbreitet. Es dürfe aber nicht sein, dass Bauarbeiter, die in den Metropolen Wohnungen bauten, sich diese selbst nicht mehr leisten könnten.

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Die IG Bau fordert deshalb mehr Anstrengungen bei der Schaffung bezahlbaren Wohnraums. „Deutlich mehr Wohnungen, die sich in den Großstädten auch Gering- und Normalverdiener leisten können, sind ein entscheidender Beitrag, um die Pendler-Zahlen zu verringern“, sagt Günther. Beim sozialen Wohnungsbau müssten die staatlichen Fördermittel massiv aufgestockt werden.

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