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Wie geht's auf Waldheims Hauptstraße weiter?

Der Abwasserzweckverband „Untere Zschopau“ plant an der Erneuerung des alten Kanals in Waldheim. Dazu sind zunächst Untersuchungen nötig.

Der AZV „Untere Zschopau“ will auf einer Länge von rund 800 Metern den Kanal zwischen der Kaufland-Kreuzung in Waldheim und den Leipziger Häusern erneuern lassen. Im gleichen Atemzug soll die Straße grundhaft ausgebaut werden. Zunächst lässt der
Der AZV „Untere Zschopau“ will auf einer Länge von rund 800 Metern den Kanal zwischen der Kaufland-Kreuzung in Waldheim und den Leipziger Häusern erneuern lassen. Im gleichen Atemzug soll die Straße grundhaft ausgebaut werden. Zunächst lässt der © Dietmar Thomas

Waldheim. Die Waldheimer Hauptstraße zwischen Kaufland-Kreuzung Waldheim bis über den Ortseingang Hartha hinaus ist einer der schlechtesten Straßenabschnitte der Zschopaustadt. Das soll sich bald ändern.

Etwas mehr als notdürftig hatte die Kommune den Abschnitt erst im Frühjahr für rund 30.000 Euro reparieren lassen. Seitdem ist die Straße zumindest wieder befahrbar. „Das war dringend notwendig“, hatte Bürgermeister Steffen Ernst (FDP) nach Abschluss der Arbeiten gesagt. Ständig hatten Radkappen am Straßenrand gelegen. Ein Zeichen dafür, dass die Autofahrer den Schlaglöchern schon nicht mehr ausweichen konnten.

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Vor 70 Jahren von Strafgefangenen gebaut

Wenn die Planungen aufgehen und entsprechende Fördermittel fließen, könnte die Hauptstraße frühestens im nächsten Jahr eine Großbaustelle werden. Der Abwasserzweckverband (AZV) „Untere Zschopau“ plant die Erneuerung des Abwasserkanals. In der Verbandsversammlung ist jetzt die Entscheidung dafür gefallen, eine Baugrunduntersuchung vornehmen zu lassen.

Diese ist eine wichtige Voraussetzung, um mit dem Bau beginnen zu können. Laut AZV-Geschäftsführerin Ina Wagner gehören die Grundstücke, auf denen gebaut werden muss, nicht alle der Kommune. „Wir müssen teilweise auch über Privatgrundstücke, also Wiese neben der Straße“, so die Geschäftsführerin. Die Eigentümer müssten in der Planungsphase angehört werden, was nun erfolge.

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Ob dann im nächsten Jahr tatsächlich mit der Kanalerneuerung und dem grundhaften Ausbau der Straße begonnen werden kann, ist auch vom Fluss des Fördergeldes abhängig. Der AZV hat das Vorhaben bereits für dieses Jahr im Investitionsplan.

Aber: „Anfang Mai hat der Freistaat aber erst einmal sämtliche Fördermittel für die Abwassersanierungen gestoppt“, so Ina Wagner. Für die Kommune dürfte ein grundhafter Ausbau der Straße ebenfalls ohne Fördergeld nicht zu stemmen sein.

Rund 800.000 Euro Kosten für Straßenbau in Waldheim

Die Kostenschätzung für das Projekt liege bei rund 800.000 Euro. „Dringend notwendig ist der Bau aber auf jeden Fall“, erklärt Ina Wagner. Der Kanal in der Hauptstraße sei vor fast 70 Jahren von Strafgefangenen gebaut worden und damit einer der ältesten in der Zschopaustadt.

Wie damals üblich besteht er aus Steinzeug und Stahlbeton. Dieses Material soll beim Neubau nicht wieder zum Einsatz kommen. „Der neue Kanal soll aus Kunststoff bestehen“, so Ina Wagner.

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Aufwendig sei das Projekt auch aus dem Grund, dass die alte Leitung sehr tief liege – teilweise bis zu sechs Meter, so die Geschäftsführerin. Normalerweise werden derartige Leitungen rund zwei Meter tief in die Erde gelegt. Überdies sei das Gefälle der Straße in Richtung Hartha relativ groß.

Scherben und Wurzeln im alten Kanal

Bei einer sogenannten Befahrung des Kanals mit einer Kamera sei festgestellt worden, dass dieser an vielen Stellen eingebrochen sei. „Es sind zahlreiche Scherben vorhanden. Auch Wurzeln sind in den Kanal eingedrungen, sodass die Haltbarkeit nicht mehr gegeben ist“, so Ina Wagner. Während des Kanalbaus müssen auch insgesamt 25 Hausanschlüsse neu installiert werden.

Das Straßenstück ab der Kaufland-Kreuzung in Richtung Hartha gehört erst seit Mitte 2019 der Kommune. Damals kam es zu einem Tauschgeschäft. Die Waldheimer Umgehungsstraße wurde zur Staatsstraße umgewidmet und liegt seitdem in der Verantwortlichkeit des Freistaates.

Die Hauptstraße, die vorher Staatsstraße war, fiel in die Verantwortlichkeit der Stadt. Dafür erhielten die Kommune damals zwar einen finanziellen Ausgleich. Das Geld floss allerdings bereits in die Finanzierung der Begutachtung der Hauptstraße durch ein Ingenieurbüro.

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