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Von Reue keine Spur

Die Verhandlung gegen einen Döbelner endet für ihn mit zwei Jahren Haft. Dabei sollten Zeugen Entlastung bringen.

Der Angeklagte ist zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Es ist nicht das erste Mal, das er hinter Gitter muss.
Der Angeklagte ist zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Es ist nicht das erste Mal, das er hinter Gitter muss. © André Braun (Symbolbild)

Döbeln. Wegen eines ganzen Sammelsuriums von Delikten sitzt ein Döbelner auf der Anklagebank im Döbelner Amtsgericht. Die Palette reicht von gefährlicher Körperverletzung, über Beleidigung, Sachbeschädigung, Fahren ohne Führerschein und Diebstahl bis hin zu Hausfriedensbruch.

Bei der Hauptverhandlung sind Staatsanwältin Angelika Rickert und Richterin Ines Opitz zu dem Schluss gekommen, dass zwei wichtige Zeugen gehört werden müssen. Deshalb ist ein zweiter Verhandlungstermin anberaumt worden. Es geht um den Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung.

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Der Angeklagte soll mit einem Komplizen einen Mann geschlagen und als er am Boden lag, auf ihn eingetreten haben. Der Mann erlitt eine Nasenbeinfraktur und eine Hirnblutung. Er hat als Zeuge am ersten Verhandlungstag ausgesagt.

Komplize gesteht Körperverletzung

Rechtsanwalt Martin Göddenhenrich hatte damals gesagt, dass sein Mandant zum Zeitpunkt des Geschehens in einem Döbelner Lokal gewesen sei. Er sei mit der Öffnung des fraglichen Tages dort erschienen und habe es erst zur Schließung am Morgen des nächsten Tages verlassen. „Der Türsteher muss das bestätigen können“, so der Anwalt.

Zunächst wird der Komplize des Angeklagten vernommen. Er ist bereits wegen dieser Tat zu einer Haftstrafe verurteilt worden und hat ein Geständnis abgelegt. Er bestätigt, dass er und der Angeklagte sich in einer Spielothek aufgehalten haben. Ein Junge sei von dem Zeugen geschlagen worden und habe Hilfe gebraucht.

Zunächst sei er allein zu dem Mann gegangen, der habe jedoch nicht aufgemacht. Als er mit dem Angeklagten bei dem Zeugen auftauchte, sei dieser heruntergekommen. Der erste Schlag ist vom Angeklagten gekommen. „Als der Mann am Boden lag, habe ich zugetreten“, so der Komplize.

17 Einträge im Strafregister

Der Türsteher gibt an, dass der Angeklagte mehrfach das besagte Lokal aufgesucht hat. Ob er aber ausgerechnet an jenem Abend dort gewesen sei, könne er nicht mit Sicherheit sagen.

Der Angeklagte ist schon früh mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Nach der 7. Klasse, die er zudem wiederholen musste, geht er von der Schule ab. Später holt er den Hauptschulabschluss nach. Bis Oktober 2019 habe er als Lagerist gearbeitet, seitdem sei er bis zu seiner Verhaftung im Oktober 2020 auf der Flucht gewesen.

Das Bundeszentralregister weist 17 Einträge für den 27-Jährigen auf. Es beginnt im Jahr 2007, damals ist er 14 Jahre alt, und endet 2020 mit einem Fahndungsgesuch.

Bewährung kommt nicht infrage

Staatsanwältin Rickert fordert eine Gesamtstrafe von zwei Jahren. „Eine Aussetzung der Strafe auf Bewährung kommt nicht infrage, weil es beim Angeklagten keinerlei Zeichen von Reue gibt. Rechtsanwalt Göddenhenrich erachtet die Bewertung der Taten seines Mandanten durch die Staatsanwaltschaft teilweise als zu hoch. Er findet, dass neun Monate Freiheitsstrafe ausreichend sind.

Richterin Opitz schließt sich im Urteil dem Antrag der Staatsanwaltschaft an. Der Angeklagte muss für zwei Jahre hinter Gitter. Außerdem trägt er die Kosten des Verfahrens. „Eine Aussetzung auf Bewährung kommt aufgrund des Vorstrafenregisters und der Haltung des Angeklagten nicht infrage“, so die Richterin. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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