merken
Döbeln

Vorsicht Zecken – Mittelsachsen ist Risikogebiet

Bei der Einstufung schaut das RKI auch in die Nachbarkreise. Die Amtsärztin empfiehlt die Impfung. Aber eine reicht nicht.

Ein Zeckenbiss kann harmlos ausgehen, aber auch eine schwere Erkrankung auslösen.
Ein Zeckenbiss kann harmlos ausgehen, aber auch eine schwere Erkrankung auslösen. © dpa-Zentralbild

Mittelsachsen. Der Landkreis Mittelsachsen wurde vom Robert Koch-Institut zum FSME-Risikogebiet (Frühsommer-Meningoenzephalitis) eingestuft. Zuvor galten bereits Bautzen, Zwickau, der Erzgebirgskreis, das Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Meißen und Dresden als Risikogebiete.

Zu solchen werden Regionen erklärt, in denen für Einwohner oder Besucher ein hohes Infektionsrisiko besteht, das präventive Maßnahmen – vor allem die Empfehlung der verfügbaren Schutzimpfung gegen FSME –begründet. Dieses Erkrankungsrisiko wird anhand der an das Robert Koch-Institut gemeldeten FSME-Fälle der Vorjahre errechnet. In die Risikoberechnung werden nicht nur die im jeweiligen Landkreis gemeldeten beziehungsweise dort erworbenen Fälle einbezogen, sondern auch die Fallzahlen der angrenzenden Kreise.

Anzeige
Riesa im Shopping-Glück
Riesa im Shopping-Glück

Click-and-Collect in der Elbgalerie Riesa - hier wächst und gedeiht die Freude auf einen neuen Einkaufs-Frühling!

Zwei Erkrankungen 2020

Auch die Einstufung des Landkreises Mittelsachsen erfolgte nicht nur aufgrund der dort registrierten Fallzahlen, sondern auch anhand der Zahl der in den anliegenden Nachbarkreisen aufgetretenen Erkrankungen. „Im vergangenen Jahr gab es zwei FSME-Erkrankungen in Mittelsachsen. 2019 und 2017 war es jeweils ein Fall“, erklärt Landkreissprecher André Kaiser. Im Vogtlandkreis wurden 2020 zum Beispiel insgesamt zehn Fälle gemeldet.

Zecken kommen vor allem an Waldrändern und -lichtungen aber auch in Gärten und Parks vor. Da Zecken ab Temperaturen von etwa sieben Grad Celsius aktiv werden, dauert die „Zeckensaison“ in Deutschland im Schnitt von März bis Oktober. Bei kälterer Witterung fallen Zecken in eine Art Starre, können jedoch in milden Wintern bereits im Januar und bis in den Dezember hinein zustechen.

Von Grippesymptomen bis Lähmungen

Krankheitszeichen sind zunächst grippeähnliche Beschwerden und meistens bleibe es auch dabei. In einigen wenigen Fällen mit hohem Fieber, Entzündungen des Gehirns und seiner Häute, Lähmungen und komatöse Zustände auftreten. „Die Zahl der schweren Verläufe steigt mit dem Lebensalter“, so Kaiser.

Da keine speziell wirksame Therapie zur Verfügung steht und im Krankheitsfall nur die Symptome behandelt werden können, bleibt neben der Vermeidung von Zeckenstichen bei Aufenthalt im Freien durch entsprechende Kleidung und die Verwendung von Schutzmitteln, die Zecken fernhalten, die Schutzimpfung als einzige und sicherste wirksame Prophylaxe.

„Die Impfung ist gut verträglich und sehr wirksam“, sagt Amtsärztin Dr. Carina Pilling. Für eine komplette FSME-Impfung werden drei Injektionen benötigt, wobei die ersten beiden Impfungen regulär im Abstand von ein bis drei Monaten durchgeführt werden sollten. Eine dritte Impfung nach weiteren neun bis zwölf Monaten schließt die sogenannte Grundimmunisierung ab und verleiht einen Schutz für mindestens drei Jahre.

Mehr lokale Nachrichten aus Döbeln und Mittelsachsen lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Döbeln