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Waldheim: Autofahrer ignorieren Sperrung am Krummen Hund

Die Arbeiten sind schneller erledigt als erwartet. Die Straßensperrung hat nicht die gewünschte Wirkung gezeigt.

Von Frank Korn
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Mitarbeiter der Firma Straß Höhenservice aus Chemnitz haben an der Lindenhofbrücke, im Volksmund als „Krummer Hund“ bekannt, auch das Geländer und die Trittroste überprüft.
Mitarbeiter der Firma Straß Höhenservice aus Chemnitz haben an der Lindenhofbrücke, im Volksmund als „Krummer Hund“ bekannt, auch das Geländer und die Trittroste überprüft. © Dietmar Thomas

Waldheim. Die Hinweisschilder waren nicht zu übersehen, eine Umleitung war ausgeschildert. Mitarbeiter der Firma Straß Höhenservice aus Chemnitz haben in den vergangenen Tagen Verkehrssicherungsarbeiten an der Lindenhofbrücke in Waldheim ausgeführt. Deshalb war die Mittweidaer Straße im Bereich der Brücke komplett gesperrt.

Die Arbeiten waren jedoch schneller erledigt als erwartet. Seit Mittwoch ist die Straße wieder für den Verkehr freigegeben, wie Toralf Pönisch vom Bauamt der Stadt Waldheim auf Nachfrage bestätigt.

Für die Autofahrer fällt damit die Umleitung in Richtung Reinsdorf weg. Doch an diese haben sich längst nicht alle Verkehrsteilnehmer gehalten. „Es gibt nur wenige, die wieder umgedreht sind. Einige sind zumindest langsam durch die Absperrung gefahren, einige aber auch ziemlich schnell“, sagte ein Mitarbeiter der Firma Straß. So mancher habe sich dabei auch nicht von auf der Straße liegenden Ästen stören lassen.

Dabei könne es durchaus gefährlich sein, die Absperrung zu ignorieren. Von unten sei es nicht zu sehen, wenn sich ein loses Teil löse und nach unten falle.

Bäume fallen gegen Brücke

Die Arbeiten am „Krummen Hund“ wie die Brücke im Volksmund genannt wird, waren erforderlich geworden, weil in den zurückliegenden Jahren bei Stürmen immer wieder Bäume gegen das Bauwerk gefallen waren. Die Mitarbeiter der Firma Straß Höhenservice haben lose Bretter befestigt oder auch entfernt, Trittgitter auf festen Sitz überprüft und das bei den Stürmen beschädigte Geländer gesichert. Zudem wurde das Fundament ebenso wie der Wanderweg von Bewuchs befreit.

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„Es besteht die Gefahr, dass die Teile auf die Straße fallen und Autos oder schlimmstenfalls auch Fußgänger treffen könnten“, hatte Waldheims Bürgermeister Steffen Ernst die Notwendigkeit der Arbeiten begründet.

Mit der abgeschlossenen Verkehrssicherung ist der „Krumme Hund“ aber immer noch nicht passierbar. Die Eisenbahnbrücke kann nur von einer Kleinbahn mit geringer Spurweite befahren werden. Der Verein Rauschenthalbahn verfolgt seit vielen Jahren die Vision, vom Depot in Rauschenthal wieder über die Brücke bis zum Waldheimer Bahnhof fahren zu können.

Dafür ist aber eine Grundsanierung des Bauwerkes erforderlich, die mehrere Millionen Euro kosten würde. „Selbst wenn wir dafür Fördermittel bekommen, könnte die Stadt den Eigenanteil in Höhe von mehreren hunderttausend Euro in der derzeitigen Haushaltssituation nicht stemmen“, so Ernst.