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Waldheim bereitet Impf-Aktionstage vor

Die Termine stehen schon fest. Zuvor müssen noch technische Details geklärt werden.

In Waldheim soll es zwei zusätzliche Termine für Erstimpfungen geben.
In Waldheim soll es zwei zusätzliche Termine für Erstimpfungen geben. © Archiv/Patrick Pleul/dpa-Zentralbild

Waldheim. Die Impftermine für die Immunisierung gegen das Coronavirus sind begehrt. Wer versucht, über die Homepage der sächsischen Impfzentren einen solchen Termin zu bekommen, braucht Geduld und ein bisschen Glück.

Waldheim will jetzt eine zusätzliche Möglichkeit zum Impfen schaffen und setzt dabei auf die Zusammenarbeit mit Hausärzten und Apotheken. „Wir möchten damit in unserer Region mehr Impfmöglichkeiten anbieten und damit helfen, die Pandemie schneller und wirksamer zu bekämpfen“, so Bürgermeister Steffen Ernst (FDP).

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Dr. Sebastian Michael, Leiter der Waldheimer Löwen-Apotheke, organisiert derzeit die technischen Details für zwei Termine für Erstimpfungen. Der Zeitrahmen steht: Die Impfwilligen können sich am 21. Mai und 4. Juni jeweils von 13 bis 17 Uhr mit Astrazeneca spritzen lassen.

Vollständiger Schutz vor Sommerferien möglich

„Die Zweitimpfungen erfolgen nach sechs Wochen am 2. und 16. Juli. Dadurch ist ein vollständiger Impfschutz vor den Sommerferien möglich“, so Michael. Der Impfstoff wird uneingeschränkt für Menschen ab 60 Jahren empfohlen. „Wer jünger ist, kann sich auf eigenen Wunsch und nach ausführlicher Aufklärung trotzdem mit Astrazeneca immunisieren lassen“, so Michael. Der Einsatz des Impfstoffs liege im ärztlichen Ermessen und bedürfe einer persönlichen Risikoabschätzung.

Um das persönliche Risiko für eine Hirnvenen-Thrombose einzuschätzen, sollten die Impfwilligen ihren Hausarzt ansprechen, rät Dr. Michael. „Hierfür sollte zum einen beachtet werden, dass die beschriebenen Blutgerinnsel, also Thrombosen, mit gleichzeitiger Verringerung der Blutplättchenzahl nach derzeitigem Kenntnisstand auch bei Personen unter 60 Jahren sehr selten sind und bei weniger als 0,01 Prozent der geimpften Personen in dieser Altersgruppe aufgetreten sind.

Knapp 200 Dosen zur Verfügung

Bei Frauen, einer hormonellen Verhütung und vor allem bei Anomalien der Thrombozyten könnte das Risiko erhöht sein. „Beachtet werden sollte aber auch, dass bei einer Covid-19-Erkrankung ein um den Faktor 100 erhöhtes Thrombose-Risiko besteht. Dieses ist deutlich höher als nach einer Impfung mit Astrazeneca“, so Michael.

Insgesamt stehen für die beiden Erstimpf-Tage 198 Dosen zur Verfügung. Michael ist sich sicher, dass mit den beiden Terminen der Bedarf noch nicht gedeckt werden kann, zumal diese nicht nur den Waldheimern vorbehalten sind. „Deshalb hoffen wir, dass wir zeitnah weitere Termine anbieten können.“

Anmeldeportal wird vorbereitet

Ohne Anmeldung läuft auch bei dieser Aktion nichts. Doch wie kommen Impfwillige zu einem Termin? Im Moment bereitet Sebastian Michael das Buchungsportal im Internet vor: „Das soll erst funktionieren, bevor wir weitere Einzelheiten bekannt geben.“ Anfang nächster Woche wird es auf der Corona-Seite der Stadtverwaltung (www.stadt-waldheim.de/corona) und in der Tagespresse weitere Infos dazu geben.

Der Apotheker engagiert sich bereits seit Monaten im Kampf gegen die Pandemie. Mitte März hatte er eines der ersten Testzentren in der Region in Bergmanns Hof in Waldheim eröffnet. Organisatorisch greift er auch dabei auf ein Terminportal im Internet zurück. „Das funktioniert super“, sagt er.

Die getesteten Personen erhalten das Ergebnis nach wenigen Minuten per E-Mail aufs Handy. Aktuell lassen sich rund 300 Frauen und Männer pro Tag in Bergmanns Hof testen. „Vor dem derzeitigen härteren Lockdown waren es sogar täglich bis zu 400“, so Michael.

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