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Waldheimer Bibliothek ist jetzt online

Weniger Besucher wurden im vergangenen Jahr in der Bibliothek registriert. Dagegen nutzen mehr Leser die digitalen Angebote.

Michael Diezel, Leiter der Bibliothek an der Gartenstraße, bietet seit dieser Woche wieder eingeschränkte Öffnungszeiten für die Waldheimer Leser an. Spiele werden besonders oft ausgeliehen.
Michael Diezel, Leiter der Bibliothek an der Gartenstraße, bietet seit dieser Woche wieder eingeschränkte Öffnungszeiten für die Waldheimer Leser an. Spiele werden besonders oft ausgeliehen. © Dietmar Thomas

Waldheim. In der Waldheimer Bibliothek herrscht ein Kommen und Gehen. Niemand bleibt lange. Schnell wird ein Buch ausgesucht und die gelesene Literatur zurückgebracht.

Die meisten Besucher haben nach wenigen Minuten die Einrichtung an der Gartenstraße wieder verlassen. Das soll auch so sein. Lesen darf man in den Räumlichkeiten wegen der Corona-Pandemie derzeit nicht.

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Erst seit dem zurückliegenden Montag ist das Betreten der Räume überhaupt wieder möglich. Der Leiter der Waldheimer Bibliothek ist froh, dass er die Leser wieder vor Ort begrüßen darf. „Auch wenn mich da gegenüber den Einzelhändlern ein schlechtes Gefühl beschleicht“, sagt er. Aber für Bibliotheken gibt es andere Regelungen.

Trotz Corona ein gutes Jahr

Insgesamt blickt Michael Diezel zufrieden auf das zurückliegende Jahr. „Man muss bedenken, dass wir acht Wochen geschlossen hatten“, sagt er. Zurückgegangen ist aus diesem Grund die Zahl der Entleihungen bei Büchern um etwas mehr als acht Prozent. 22.393 ausgeliehenen Printmedien im Jahr 2019 stehen 20.575 im zurückliegenden Jahr gegenüber.

Zugenommen hat dagegen die sogenannte Onleihe, bei der elektronische Medien per Internet ausgeliehen werden können. Knapp 200 Leser mehr nutzten im vergangenen Jahr dieses Portal.

Informationen rund um die Uhr

Seit Montag hat die Bibliothek eine eigene Internetseite. Unter „Bibliothek.Stadt-Waldheim.de“ können die Leser sich nun rund um die Uhr informieren. „Auch das Verlängern ausgeliehener Medien ist dort möglich“, so Diezel.

Aus diesem Grund müsse sich niemand auf den Weg in die Bücherei machen. Probleme gebe es dagegen noch mit der Funktion „Vormerken“. „Das funktioniert derzeit nur, wenn der Nutzer genau weiß, welche Medien er haben möchte“, erklärt der Bibliotheksleiter. Über die Homepage gelangen die Leser auch ins digitale Bücherregal der Onleihe.

Weniger aktive Nutzer

Mit 623 aktiven Nutzern im vergangenen Jahr sank auch deren Zahl gegenüber dem Vorjahr. 2019 sind es noch 731 aktive Nutzer gewesen. „Das hängt vor allem damit zusammen, dass wir kaum Veranstaltungen, bei denen neue Leser gewonnen werden, anbieten konnten. „Bibo-Fit“ sei beispielsweise ein solches Angebot. Dabei lernen Grundschüler die Bibliothek kennen.

Zwischen den beiden Lockdowns konnten dagegen einige Events veranstaltet werden. „Wir sind dann in Räume ausgewichen, in denen die Abstandsregeln eingehalten werden können, etwa in den Rathaussaal oder den Veranstaltungsraum des Stadt- und Museumshauses“, so Diezel.

Auch der Abschluss des Buchsommers sei unter den gegebenen Bedingungen erfolgreich im Außenbereich des Sport- und Freizeitzentrums in Massanei gelaufen.

Romanreihen sind beliebt

Nach wie vor besonders beliebt, sind bei den Lesern Reihen von Schicksalsromanen- oder Krimis, wie zum Beispiel „Sophia“ von Corina Bomann. „Wer mit einer solchen Reihe einmal angefangen hat, kommt schwer wieder davon los und wartet immer schon sehnsüchtig auf die neue Ausgabe“, sagt der Bibliotheksleiter.

Das Regal mit Neuerscheinungen ist derzeit nur mäßig gefüllt. „Ich musste da schon auf ältere Ausgaben zurückgreifen“, sagt Diezel.

Vor der Schließung Mitte Dezember sei die Bibliothek noch einmal regelrecht überrannt worden. „Nun müssen wir erst abwarten, bis die ausgeliehenen Bücher wieder zurückkommen.“ Für einige Medien existieren bereits Wartelisten.

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