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Waldheim legt Preis für Sonnenhufe fest

Die Grundstücke sollen zu einem Festpreis verkauft werden. Die Informationen sind sehr spärlich geflossen, sagt ein Interessent.

Am neuen Eigenheimstandort Sonnenhufe II im Waldheimer Ortsteil Meinsberg stehen 16 Bauparzellen zur Verfügung.
Am neuen Eigenheimstandort Sonnenhufe II im Waldheimer Ortsteil Meinsberg stehen 16 Bauparzellen zur Verfügung. © Dietmar Thomas

Waldheim. Die Stadt Waldheim verkauft die Grundstücke im Baugebiet „Sonnenhufe II“ im Ortsteil Meinsberg zu einem Preis von 85 Euro pro Quadratmeter. Das haben die Stadträte in ihrer jüngsten Sitzung beschlossen. Zur Verfügung stehen 16 Bauparzellen mit einer Größe von 635 bis 1.198 Quadratmetern.

Nach der Sächsischen Gemeindeordnung und der Verwaltungsvorschrift kommunale Grundstücksveräußerung soll ein Verkauf kommunaler Grundstücke nur zum „vollen Wert“ erfolgen. „Hierzu wurde ein entsprechendes Verkehrswertgutachten durch das Sachverständigenbüro Hans-Peter Dietrich aus Döbeln erstellt. Dieses endet mit einem Bodenwert von 76 Euro pro Quadratmeter“, erklärte Bauamtsleiter Michael Wittig.

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Ausschuss schlägt Festpreis vor

Der Wert beinhaltet den Wert des Grund und Bodens und die Gesamtkosten der Erschließung einschließlich der städtischen Eigenleistungen (Verwaltungsaufwand) in Höhe von reichlich 750.000 Euro. Nicht berücksichtigt sind der Aufwand für den Vertrieb, für Grundstückstransaktionen und ein entgeltlicher Verkaufsvorteil für die Stadt. Üblicherweise ist ein zusätzlicher „Aufwand“ als entgeltlicher Verkaufsvorteil zu kalkulieren. Dieser Anteil bemisst sich nach herrschender Praxis mit einem Anteil von bis zu 15 Prozent des vorstehend ermittelten Bodenwertes.

Nach reiflicher Diskussion und unter Abwägung aller Belange wurde vom Verwaltungsausschuss ein Zuschlag von rund zwölf Prozent auf den Bodenwert als angemessen angesehen. Der Verwaltungsausschuss hatte daher vorgeschlagen, die Veräußerung der Baugrundstücke zu einem Festpreis von 85 Euro pro Quadratmeter vorzunehmen.

Grundstücke werden öffentlich angeboten

Interessenten, die sich bisher für ein Grundstück in dem neuen Wohngebiet angemeldet hatten, werden nun von der Stadtverwaltung per E-Mail informiert. „Könnte es vorkommen, dass sich jemand für zwei Grundstücke bewirbt?“, wollte Stadtrat Andreas Liebau (CDU) wissen. „Mit der Bewerbung ist ein Finanzierungsnachweis zu erbringen. Deshalb ist dieser Fall eher unwahrscheinlich“, sagte Michael Wittig. Ricardo Baldauf (CDU) zeigte sich ebenfalls dieser Auffassung. „Es ist selten, dass ich dem Bürgermeister und dem Bauamtsleiter zustimme“, sagte er. „Zu Protokoll bitte“, sagte darauf Bürgermeister Steffen Ernst (FDP) und hatte die Lacher auf seiner Seite.

Die Grundstücke müssen öffentlich angeboten werden, um einen möglichst breiten Kreis von Interessenten zu erreichen. Die Veröffentlichung soll in der Märzausgabe des Waldheimer Amtsblattes erfolgen. Dabei ist den Interessenten eine angemessene Frist von mindestens drei Wochen zur Abgabe der Kaufangebote einzuräumen. Die Verwaltung schlägt unter Beachtung der Sitzungstermine knapp fünf Wochen vor. „Wir sind gespannt, wie groß das Interesse ist“, sagte Ernst.

Mehr Interessenten als Bauplätze

Nach Angaben von Michael Wittig haben sich bereits mehr Interessenten gemeldet, als Bauplätze zur Verfügung stehen. Allerdings könne es sein, dass sich einige Interessenten bereits anderweitig orientiert haben. Er sei stolz darauf, dass die Stadt die Erschließung des Wohngebietes in Eigenregie gemanagt hatte. Auch mit dem Preis sei er zufrieden. „Die sind in anderen Regionen viel höher“, so Wittig.

Kritik kommt jedoch von einem Kaufinteressenten, der bei der Stadtratssitzung dabei war. „Ich hatte mir gewünscht, dass man von der Verwaltung eine Zwischeninformation bekommen hätte“, sagte er. Auch bei einem Anruf habe er nichts erfahren können. Vor dem Beschluss des Stadtrates gibt es keine Informationen, habe man ihm gesagt. Ein befreundetes Paar habe sich mittlerweile anderweitig orientiert.

Er selbst habe jahrelang in einem anderen Bundesland gelebt und gearbeitet. Als die Entscheidung für einen Hausbau anstand, habe sich die Familie dazu entschlossen, in die Heimat zurückzukehren. Nun hofft der Waldheimer, dass er eines der Grundstücke bekommen kann.

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