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Waldheimer erlebt Tod von CDU-Politikerin auf Flug 2199

Die Bundestagsabgeordnete Karin Strenz ist auf dem Flug von Kuba nach Deutschland gestorben. Andreas Schönberg erlebte das Drama an Bord.

Der Waldheimer Unternehmer Andreas Schönberg erlebte auf seinem Rückflug aus dem Urlaub den medizinischen Notfall um die Bundestagsabgeordnete Karin Strenz mit. Sie saß im Flieger nur drei Reihen hinter ihm.
Der Waldheimer Unternehmer Andreas Schönberg erlebte auf seinem Rückflug aus dem Urlaub den medizinischen Notfall um die Bundestagsabgeordnete Karin Strenz mit. Sie saß im Flieger nur drei Reihen hinter ihm. © Symbolfoto: dpa

Waldheim. Urlaub auf Kuba. Darauf hatten sich der Waldheimer Unternehmer Andreas Schönberg und seine Lebensgefährtin schon lange gefreut. Mehr als eine Woche verbrachten sie bei herrlichem Wetter in der Sonne. Auf dem Rückflug nach Frankfurt passierte etwas, was den Geschäftsführer mehrerer Waldheimer Firmen (u.a. P&W und Schönertel) bis heute beschäftigt.

Auf dem Flug bekam die CDU-Bundestagsabgeordnete Karin Strenz aus Mecklenburg-Vorpommern starke gesundheitliche Probleme. Sie hatte sich ebenfalls auf Kuba erholt. Der Flieger musste in Irland notlanden (sächsische.de berichtete).

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Andreas Schönberg hatte die 53-Jährige schon während des Urlaubs kennengelernt. „Wir haben mehrere Ausflugsfahrten unternommen, bei denen sie auch dabei war. Es ging ihr augenscheinlich gut“, erzählt der Waldheimer.

Über Bordfunk nach medizinischem Personal gerufen

Am Tag des Rückfluges habe er die Politikerin jedoch kaum wiedererkannt. Sie sei von ihrem Mann im Rollstuhl auf den Flughafen in Varadero gebracht worden. „Sie wirkte um 20 Jahre gealtert.“

Im Flieger habe die Frau dann drei Reihen hinter ihm gesessen. Schon kurze Zeit nach dem Start des im Normalfall etwa zehn Stunden dauernden Fluges sei über den Bordfunk nach medizinischem Personal gefragt worden, erzählt Andreas Schönberg. Mehrere Mediziner hätten sich umgehend gemeldet und Erste Hilfe geleistet, die Frau an den Sitzreihen vorbeigetragen und auf einer Fläche kurz hinter dem Cockpit abgelegt. „Sie war offenbar ohnmächtig, bekam eine Infusion. Später habe ich mitbekommen, dass sie auch reanimiert worden sein soll.“

Pilot entscheidet sich für eine Zwischenlandung

Um Karin Strenz möglichst schnell professionelle medizinische Hilfe zukommen zu lassen, entschied sich die Crew für eine Zwischenlandung auf dem Flughafen Shannon in Irland. „Wir waren froh, dass die Frau bei der Landung nicht mehr bewusstlos war. Sie hat sich noch bei den Helfern bedankt“, so Schönberg. Der Rettungswagen sei schnell am Flughafen gewesen, aber dann erst nach etwa einer halben Stunde wieder weggefahren.

Die Passagiere hätten während der dreistündigen Flugpause den Flieger nicht verlassen dürfen. Der Flughafen sei wegen Corona derzeit verwaist und werde wohl nur ganz selten angeflogen. Das Bordpersonal sei noch in Shannon psychologisch betreut worden, um sicherzustellen, das der Rückflug mit derselben Mannschaft gewährleistet werden kann.

Medizinisches Material wurde ersetzt

Außerdem musste das verbrauchte medizinische Material im Flugzeug ersetzt werden“, erklärt Schönberg. Nach drei Stunden konnten die Passagiere ihren Flug in Richtung Frankfurt/Main fortsetzen. Erst am nächsten Tag haben Andreas Schönberg und seine Lebensgefährtin von einem Bekannten erfahren, dass Karin Strenz in Irland verstorben ist.

Ein solches Erlebnis lasse einen nicht so schnell wieder los, verstärke ein wenig die Angst vorm Fliegen. „Man ist ja über mehrere Stunden in der Luft. Auf jeden Fall ist es die richtige Entscheidung des Piloten gewesen, in Irland zwischenzulanden“, findet Andreas Schönberg.

Für den Waldheimer sind die Monate März bis April von den Arbeitsabläufen in seinen Firmen her die besten, um sich vom stressigen Alltag zu erholen, auch wenn wegen Corona in diesem Jahr alles anders lief, als sonst. Die Reise nach Kuba war nur gegen Vorlage eines negativen PCR-Tests möglich. Bei der Rückkehr nach Deutschland musste er sich innerhalb von 72 Stunden testen lassen und sich in Quarantäne begeben.

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Erschreckend sei es für ihn gewesen, wie menschenleer es auf Kuba war. „Unser Hotel ist normalerweise für 850 Gäste ausgelegt, wir waren 130“, erzählt er. Besonders aufgefallen sei ihm aber, dass die Kubaner der Corona-Pandemie viel gelassener gegenüberstehen als die Menschen in Deutschland. „Die nehmen die Situation so an, wie sie ist, und fangen trotzdem an zu tanzen, wenn irgendwo Musik spielt.“

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