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Waldheimer lieben ihren Frischemarkt

Nach langer Zeit ist wieder etwas Leben in die Innenstadt eingezogen. Der Markt soll nun jeden Monat zum Kauf einladen.

Frisch gegrillt geht immer. Die Auftragsgriller haben Roster, Burger und andere Leckereien zum Mitnehmen zubereitet. Eddie und Frido lassen es sich schmecken.
Frisch gegrillt geht immer. Die Auftragsgriller haben Roster, Burger und andere Leckereien zum Mitnehmen zubereitet. Eddie und Frido lassen es sich schmecken. © Lars Halbauer

Waldheim. Schon um 7.30 Uhr am Sonnabend begann in Waldheim ein ungewohntes Treiben. Verkaufstrailer rückten an, eine kleine Bühne wurde hergerichtet, Waren wurden in die Auslagen gepackt. Das alles für den ersten Waldheimer Frischemarkt. Mit viel Mühe haben die Stadt Waldheim und Veranstaltungsmanager Nino Richter die Idee eines Marktes zum Bummeln und Einkaufen aus der Wiege gehoben.16 Händler aus der Region präsentierten ihre Waren und luden zum Einkaufen ein. Das Wetter hielt sich wacker, die Gäste kamen schon in den frühen Morgenstunden reichlich. Um 10 Uhr eröffnete Bürgermeister Steffen Ernst (FDP) gemeinsam mit Roman Petters, Chef des Gewerbevereins, den Markt.

Mit einem kleiner Wettbewerb ging es dann auch gleich zur Sache. Bürgermeister Ernst hatte den Wanderpokal der Stadt und des Gewerbevereins dabei. Der war mit einem kleinen Einkaufsgeld gefüllt. Nun ging es für den Bürgermeister und Roman Petters gemeinsam mit zwei Miniteams rund um den Markt: Wer schafft es, in zehn Minuten für je 20 Euro die meisten und besten Produkte einzukaufen? Das Unentschieden zeigte, wie vielfältig die Händler aufgestellt waren: frisches Gemüse aus der Region, Wurst und Aufstriche, Marmeladen, Blumen, Holzofenbrot – die Liste ist lang und soll noch länger werden.

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Kurze Planungszeit

Cheforganisator Nino Richter zeigte sich sehr zufrieden: „Gemeinsam mit der Stadtverwaltung, vor allem mit Heidi Jähnig, der Marktmeisterin, und Christin Rost vom Ordnungsamt haben wir in einer kurzen Planungszeit von nur etwa sechs Wochen einen tollen Markt mit wechselnden Händlern und später auch vielen Attraktionen geschaffen.“

Nadine Natzschka aus Waldheim ist begeistert: „Ich finde es toll, da haben wir schon lange drauf gewartet, so einen Markt bei uns in der Stadt zu haben. Regionale Produkte kaufe ich gerne ein und vom Markt ist es umso besser. Natürlich kann man hier auch mal wieder Leute treffen, das ist ein schöner Nebeneffekt.“

Auch Familie Schneider ist mit ihren Kindern Rufus und Elenor unterwegs: „Wir haben natürlich die Werbung auf den Plakaten gesehen und am Morgen die Lautsprecherdurchsagen gehört. Da wir hier in der Nähe wohnen und mit den Kindern spazieren gehen, ist das eine tolle Abwechslung. Wir achten schon wegen der Kinder darauf, frische Sachen und möglichst auch in Bio-Qualität zu kaufen, da werden wir hier auch fündig.“

Werbung lockt Besucher an

Der kleine Frido hat derweil eine ganz klare Mission: in eine frisch gegrillte Roster zu beißen. Sein Papa Eddie ist aus Grünlichtenberg mit seiner Frau nach Waldheim gekommen, auch sie sind von den Plakaten angesprochen worden und freuten sich sehr, endlich mal wieder etwas anderes zu sehen. Frisch vom Grill darf allerdings auf dem Markt nicht am Stand gegessen werden, alle Lebensmittel müssen zum Mitnehmen verpackt werden, so sieht es die aktuelle Verordnung vor.

Ein Körbchen Erdbeeren hat Manja Seidel als erstes ergattert. „Wir gehen sonst gern in Klosterbuch einkaufen, wenn dort Markt ist. Nun wollten wir in Waldheim schauen, was es gibt.“ Dafür ist sie aus Leisnig gekommen – ein gutes Marketing reicht auch über die Stadtgrenzen hinaus.

Kräuter, Blumen, Holzofenbrot, saure Gurken – so sieht der Einkauf bei André Maack und Angelo Kießig nebst seiner Freundin aus. Auch einen frisch gegrillten Hotdog gibt es, obwohl es grade 10 Uhr durch ist: „Wir finden den Markt super und haben schon viel Geld ausgegeben! Also gerne ausgegeben, wir freuen uns und es wurde auch Zeit, dass mal etwas positives passiert und da kommen wir natürlich sehr gerne zum Einkaufen.“

Ein Zugewinn für Waldheim

Marktmeisterin Heidi Jähnig ist sehr zufrieden: „Die Leute kommen mit Körben und wollen auch einkaufen, nicht nur gucken.“ Heidi Jähnig hat bereits viel Erfahrung mit den Wochenmärkten. Der Mittwochsmarkt wird seit Jahren von ihr betreut. Dazu kommen die neuen Ideen von Mitorganisator Nino Richter. „Die Zusammenarbeit macht sich bezahlt“, sagte Ordnungsamtsleiterin Christin Rost.

Bürgermeister Steffen Ernst dankte den Sponsoren des Marktes, immerhin musste vorweg Werbung gestaltet werden, Flyer produziert und Absprachen getroffen werden. „Nur mit den Standgebühren trägt sich so ein Markt nicht, aber er ist ein großer Zugewinn für Waldheim“, sagte Ernst.

Die Richzenhainer Brauerei sollte eigentlich ein Bierfass anstechen. Das lässt aktuell aber die Corona-Situation noch nicht zu, stattdessen gab Flaschenbier, welches die Besucher mit nach Hause nehmen konnten. Der Frischemarkt soll immer am dritten Sonnabend im Monat abgehalten werden. Der nächste Markt ist für den 15. Mai geplant. (mit Lars Halbauer)

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