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Walduferviertel: Risiko Altlast bleibt

Das neue Wohngebiet wird auf einem alten Industriegelände gebaut. Das könnte erhöhten Aufwand nach sich ziehen.

Auf dem Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik sollen 61 Eigenheime sowie vier Mehrfamilienhäuser entstehen.
Auf dem Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik sollen 61 Eigenheime sowie vier Mehrfamilienhäuser entstehen. © Dietmar Thomas/Archiv

Döbeln. Das neue Wohngebiet „Walduferviertel“ in Döbeln soll durch die Kreissparkasse Döbeln erschlossen werden. Bei ihrer jüngsten Sitzung haben die Döbelner Stadträte den Abschluss eines sogenannten Erschließungsvertrages zwischen Stadt und Sparkasse befürwortet.

Peter Köhler, Leiter der Döbelner Niederlassung des Ingenieurbüros Klemm und Hensen, gab einen Überblick über das Projekt. Das Gebiet hat eine Größe von etwa 15,2 Hektar. Es sollen vier Mehrfamilienhäuser mit Mietwohnungen sowie 61 Einfamilienhäuser entstehen.

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Am Waldufer, Zur Muldenaue und Moosweg heißen die Straßen, die innerhalb des Wohngebietes neu geschaffen werden. Die Hauptstraßen sollen eine Breite von zwölf Metern haben, wobei die Fahrbahn fünf Meter breit ist. „Das reicht für den Begegnungsverkehr von zwei Pkw aus“, erklärte Peter Köhler. Der Parkstreifen sei zwei Meter breit, beidseitig seien überfahrbare Gehwege vorhanden.

Trennsystem fürs Abwasser

Nebenstraßen haben eine Breite von acht Metern. Das reicht für eine Fahrbahnbreite von 4,75 Metern und einen einseitigen Gehweg. Der Radweg ist 2,50 Meter breit, muss aber teilweise auch als Feuerwehrzufahrt ausgebaut werden. Für die Feuerwehr gibt es eine Zufahrt zur Mulde, damit aus dem Fluss Löschwasser gezogen werden kann.

Das geplante Blockheizkraftwerk der Stadtwerke soll seinen Platz an der Ecke Max-Planck-Straße/Zur Muldenaue finden. Der Abwasserzweckverband Döbeln-Jahnatal erneuert die Abwasserleitungen in der Max-Planck- und Eichbergstraße. Gleiches geschieht mit den Trinkwasserleitungen durch die Döbeln-Oschatzer Wasserwirtschaft. „Im Inneren des Gebietes werden sämtliche Leitungen neu gelegt“, so Peter Köhler.

Das Abwasser werde im Trennsystem behandelt. „Das Regenwasser wird direkt zur Mulde geleitet, die Schmutzwasserleitungen werden an einen Hauptsammler angeschlossen“, so Köhler. Hinzukommen Leitungen für Wärme, Strom und Internet. Jedes Grundstück bekommt sämtliche Anschlüsse.

Gutachten für jedes Grundstück

„Sind die Straßen nicht zu schmal?“, lautete eine Frage aus den Reihen der Stadträte. Bauamtsleiter Erik Brendler sagte, dass die erforderlichen Regeln eingehalten werden. „Der Verkehr soll sich im Wohngebiet langsam bewegen, deshalb sind breitere Straßen auch nicht gewollt“, so Brendler. Eine Bushaltestelle sei an der Kreuzung Max-Planck-Straße/Zur Muldenaue vorgesehen.

Er habe gehört, dass die Kosten für die Grundstücke gestiegen seien. „Woran liegt es, und wo gehen die Preise hin?“, wollte Sven Weißflog (Freie Wähler) wissen. Es sei bekannt, dass das Areal eine Industriebrache sei, sagte Peter Köhler. „Wir wollen aber keine neuen Flächen versiegeln, sondern die Industriebrachen nutzen“, so Köhler. Das sei nicht zum Nulltarif zu haben. Die Grundstücke sollen in einem ordnungsgemäßen Zustand übergeben werden. So solle für jedes Grundstück ein Gutachten erstellt werden, bevor es bebaut wird. Die Preisgestaltung sei letztendlich eine Sache der Sparkasse.

Besteht die Gefahr, dass durch die Altlasten an einigen Stellen nicht gebaut werden kann, wollte Hermann Mehner (SPD) wissen. „Das Gelände ist belastet, und es fanden Baugrunduntersuchungen statt“, erklärte Erik Brendler. Dies alles sei der Sparkasse bekannt. Es sei Aufgabe und Risiko der Sparkasse, diese Flächen an den Mann zu bringen.

Genaue Preise erst nach Erschließung

Verlaufen die Beschlüsse des Stadtrates, die Erschließungsarbeiten und Naturschutzmaßnahmen nach Plan, so könne Ende des Jahres 2021 mit dem Bau der Mehrfamilienhäuser gestartet werden, sagte Jürgen Kolbe, Leiter Vertriebsmanagement der Sparkasse. Die Vermarktung und der Verkauf der Grundstücke für die Einfamilienhäuser folgt parallel dazu.

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Im Schnitt sind die Grundstücke 600 bis 700 Quadratmeter groß, wobei auch Doppelflächen gekauft werden können. "Die genauen Preise stehen erst nach der Erschließung fest. Die Orientierungsgröße liegt derzeit bei 150 Euro/Quadratmeter", so Kolbe.

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