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Döbeln

Was die Waldheimer umtreibt

Radio MDR sendet vom Markt der Zschopaustadt. Dabei erlebt der Moderator eine Überraschung.

Silvio Zschage vom MDR-Sachsenradio hat am Montagfrüh vom Waldheimer Markt gesendet.
Silvio Zschage vom MDR-Sachsenradio hat am Montagfrüh vom Waldheimer Markt gesendet. © Dietmar Thomas

Waldheim. Mit einem Wohnmobil ist MDR-Moderator Silvio Zschage derzeit in Sachsen unterwegs. Unter dem Motto „Miteinander stark“ sendet er in der Morning-Show aus insgesamt 16 Städten und Gemeinden des Freistaates. Einzige Station im Landkreis Mittelsachsen ist am Montag Waldheim gewesen.

Bereits am Sonntagnachmittag reist der Moderator an und staunt nicht schlecht. Der Marktplatz ist alles andere als menschenleer. Das hatte er so gar nicht vermutet. „Wir hatten natürlich auch Kaiserwetter erwischt“, sagt Bürgermeister Steffen Ernst (FDP). Viele Waldheimer sind am Sonntagnachmittag und frühen Abend unterwegs gewesen, haben Eis gegessen und den ersten wirklich warmen Tag des Jahres genossen.

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Steffen Ernst greift im Gespräch mit dem Moderator zwei Themen auf, die die Waldheimer derzeit besonders bewegen: Den Radweg nach Gebersbach, für den sich die Kommune seit mittlerweile 17 Jahren einsetzt, und den Wegzug des Florena-Werkes im Jahr 2022. Das Unternehmen von Beiersdorf lagert seine Produktion in einen Neubau in der Nähe von Leipzig um.

Florena und Radweg

Bei Letzterem spricht Ernst von einem „Schlag in die Magengrube“, der ihn und viele Waldheimer getroffen habe. Es gehe um Arbeits- und Ausbildungsplätze, die für die gesamte Region wegbrechen. „Wir hoffen alle, dass es für den Standort in Waldheim eine Lösung gibt. Dazu sind wir mit Beiersdorf im Gespräch“, so der Bürgermeister.

Seinem Ärger über die lange Verfahrensdauer bezüglich des Radwegs von Waldheim nach Gebersbach macht Ernst ebenfalls Luft. „Wir haben hier nicht mit der Mopsfledermaus, dafür aber mit dem Eisvogel zu kämpfen gehabt. Mittlerweile sind wir in der dritten Planfeststellung – aus meiner Sicht unverständlich“, sagt er.

Er macht deutlich, dass der Kommune bezüglich der Umsetzung des Vorhabens die Hände gebunden sind, weil es sich um eine Staatsstraße handelt. Dafür trägt der Freistaat die sogenannte Baulast. „Das Thema beschäftigt uns mittlerweile seit 2004. Ich war damals gerade neu in den Stadtrat gewählt worden. Das Bekenntnis zum Radweg war einer meiner ersten Beschlüsse, die ich mit zu fassen hatte“, so Ernst.

Frank Weide (links) aus Rudelsdorf ist mit seinem E-Bike zum Waldheimer Markt geradelt und unterhält sich mit Silvio Zschage vom MDR über den Radweg.
Frank Weide (links) aus Rudelsdorf ist mit seinem E-Bike zum Waldheimer Markt geradelt und unterhält sich mit Silvio Zschage vom MDR über den Radweg. © Alexander Schubert/MDR

Auch die Worte von Frank Weide, der mit seinem E-Bike aus Rudelsdorf zum Markt geradelt ist, untermauern die Wichtigkeit des Radweges. „Entlang der Staatsstraße gibt es viel Schwerlastverkehr. Das ist dort für Radfahrer wirklich gefährlich.“

Auch Corona ist ein Thema

Am Thema Corona und dessen Auswirkungen kommt auch der Radiosender nicht vorbei. Eine Waldheimerin bedauert im Interview, dass viele Gruppen-Aktivitäten derzeit nicht möglich sind. Dabei spricht sie insbesondere das gemeinsame Wandern an, das sie persönlich vermisst.

Heike Möbius vom Richzenhainer Hof, auf dessen Stellplatz Silvio Zschage sein Wohnmobil geparkt hat, macht auf die derzeit schwierige Situation im Gastgewerbe aufmerksam. „Normalerweise wäre bei diesem Wetter oder zu Himmelfahrt alles ausgebucht und im Wonnemonat Mai würden viele ihre Hochzeit bei uns feiern. Das fällt alles weg. Da tränen einem schon die Augen“, sagt sie.

Es geht ums Miteinander

„Miteinander stark“, lautet das Motto der Sendung. Und dass miteinander auch unter Corona-Bedingungen einiges besser laufen kann als im Alleingang, darüber spricht Roman Petters, Chef des Waldheimer Gewerbevereins im Radio. „Wir unterstützen uns gegenseitig, kaufen hier, haben unter anderem während des Lockdowns ein Online-Portal für die Händler eingerichtet oder uns für die Einführung einer Brötchentaste fürs Parken stark gemacht.“.

Einem ganz anderen Thema widmet sich Volker Kormeier vom Verein „Wer nichts wagt...“. Dieser setzt sich unter anderem für die Resozialisierung von Häftlingen der Waldheimer Justizvollzugsanstalt (JVA) ein. „Viele benötigen Unterstützung, während sie einsitzen, aber auch danach.

Wir haben bisher nur gute Erfahrungen gemacht“, so Kormeier. Zu vielen ehemaligen Gefangenen haben sie heute noch Verbindung. Alle der vom Verein betreuten Häftlinge seien nach der Haft wieder gut in die Gesellschaft integriert. „Das macht uns schon ein bisschen stolz.“

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