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Wenn jede Sekunde zählt

Mit einem Defibrillator können die Kameraden der Ortswehr Richzenhain schnell helfen. Einsätze, bei denen das nötig sein könnte, werden mehr.

Gruppenführer Nick Ziegenbalg (vorn) und der stellvertretende Ortswehrleiter Andreas Tesch von der Ortswehr Richzenhain freuen sich über den Defibrillator. Das Gerät hat die Björn-Steiger-Stiftung zur Verfügung gestellt.
Gruppenführer Nick Ziegenbalg (vorn) und der stellvertretende Ortswehrleiter Andreas Tesch von der Ortswehr Richzenhain freuen sich über den Defibrillator. Das Gerät hat die Björn-Steiger-Stiftung zur Verfügung gestellt. © Dietmar Thomas

Waldheim. Ein Unfall vor etwa einem Monat, zu dem auch die Kameraden der Ortsfeuerwehr Richzenhain gerufen wurden, war das Schlüsselerlebnis. Bei dem Einsatz musste ein Kind reanimiert werden.

„Glücklicherweise war es damals so, dass der Rettungsdienst als erstes vor Ort war“, erzählt Nick Ziegenbalg, Gruppenführer bei der Richzenhainer Ortswehr. Weil es in unmittelbarer Nähe keine Rettungswache gibt, die nächsten sich in Döbeln, Geringswalde und Leisnig befinden, passiere es sehr häufig, dass die Richzenhainer Kameraden als erste an der Unfallstelle oder bei einem medizinischen Notfall eintreffen.

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Effektive Hilfe im Notfall

„In solchen Fällen wollen wir natürlich schnell und effektiv helfen“, sagt Nick Ziegenbalg. Die Richzenhainer Mannschaft setzte sich mit der Björn-Steiger-Stiftung in Verbindung, die schnell und unbürokratisch reagierte und dem Team einen Automatisierten Externen Defibrillator (AED) zur Verfügung stellte. Ein solches Gerät kann unterstützend zur Herzdruckmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung bei Kammerflimmern oder einem Herzstillstand zum Einsatz kommen.

Stiftung schult Feuerwehrleute

Wie Nick Ziegenbalg erklärte, handelt es sich dabei um ein sogenanntes Laien-Gerät. Trotzdem werden im ersten Quartal nächsten Jahres alle Richzenhainer Kameraden durch Mitarbeiter der Stiftung im Umgang mit dem Gerät geschult.

Die Einsatzbilanz der Richzenhainer Wehr verdeutlicht es: „Statt zu Bränden werden wir immer häufiger zu Türnotöffnungen oder Unfällen gerufen, bei denen technische Hilfeleistung gefragt ist“, sagt der stellvertretende Ortswehrleiter Andreas Tesch. Etwa die Hälfte der durchschnittlich 15 bis 25 Alarmierungen der Ortswehr pro Jahr machen mittlerweile solche Einsätze aus.

Auch die Kameraden selbst brauchen manchmal Hilfe

Doch nicht nur dafür sei es von Vorteil, einen AED dabei zu haben. „Bei Bränden gehen die Kameraden oft bis an ihre Belastungsgrenze, manchmal auch darüber hinaus“, sagt Nick Ziegenbalg. „Mit dem Defibrillator können wir auch schnell handeln, wenn einer unserer Feuerwehrleute gesundheitliche Probleme bekommt.“ Beispielsweise bei den sogenannten Atemschutzgeräteträgern könne dies im Einsatz schnell passieren.

Neues Feuerwehrauto in Planung

Deponiert wird der Defibrillator auf dem Löschgruppenfahrzeug der Richzenhainer, das mittlerweile 30 Jahre auf den Rädern hat. „Unser Auto ist das dienstälteste Fahrzeugen aller Waldheimer Feuerwehren“, sagt Andreas Tesch. Die Planungen für ein neues Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug HLF 10 seien aber bereits angeschoben, selbst wenn es bis zu deren Umsetzung noch mehrere Jahre dauern wird.

Zunächst erhält erst einmal die Waldheimer Feuerwehr ein neues HLF 20, für das der Stadtrat jetzt die Bauleistungen vergeben hat . „Die neuen Fahrzeuge sind aber nicht standardmäßig mit einem Defibrillator ausgestattet“, so Nick Ziegenbalg. Deshalb werde dieser eines der ersten Geräte sein, welches auf das neue Fahrzeug übernommen wird.

Keine Nachwuchssorgen

Über mangelnden Nachwuchs können sich die Richzenhainer Kameraden übrigens nicht beschweren. Die Zahl der aktiven Kameraden hat sich in den zurückliegenden Jahren mehr als verdoppelt und liegt derzeit bei 17. „Zwei weitere Kameraden stehen bereits in den Startlöchern. Wir hoffen also, dass wir im nächsten Jahr schon bei 19 Kameraden sind“, so Nick Ziegenbalg.

Die Björn-Steiger-Stiftung ist eine gemeinnützige Organisation, welche sich seit 1969 der Verbesserung der Notfallhilfe annimmt. Zu den aktuellen Initiativen gehört unter anderem der weitere Aufbau des Frühgeborenentransports mit dem Baby-Notarztwagen-System „Felix“. Der AED der Richzenhainer Wehr stammt aus dem Programm „Herzsicher“, das sich mit der Massenverbreitung von Erste-Hilfe-Defibrillatoren befasst.

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