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Wenn Klettern zur Kopfsache wird

Neues wagen, Ängste besiegen – das war am Wochenende im Natur- und Freizeitzentrum im Töpelwinkel möglich.

Justus, Florian (hinten) und Leo haben im Natur- und Freizeitzentrum Töpelwinkel einen Schnupperkurs im Klettern absolviert. Die drei Jungs aus Waldheim hatten viel Spaß. Kurz vorm Start wurde es den Furchtlosen aber schon ein wenig mulmig.
Justus, Florian (hinten) und Leo haben im Natur- und Freizeitzentrum Töpelwinkel einen Schnupperkurs im Klettern absolviert. Die drei Jungs aus Waldheim hatten viel Spaß. Kurz vorm Start wurde es den Furchtlosen aber schon ein wenig mulmig. © Lars Halbauer

Von Lars Halbauer

Döbeln/Töpeln. Genau 10,70 Meter hoch, mit unzähligen Klettergriffen, Ankern und einigen seltsamen Gebilden verzierter Beton, dazu zwei Burschen, die schon morgens um 10 Uhr gut gelaunt einen Sicherungsgurt in der Hand halten: Willkommen zum Schnupperklettern im Töpelwinkel mit Jens Gürtler und seinem Assistenten Lucas Runge!

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Die Kletterwand im Natur- und Freizeitzentrum Töpelwinkel ist speziell für das Klettern der Schwierigkeitsstufen 3 bis 9 für Anfänger ab zwölf Jahren mit zwölf verschiedenen Routen ausgestattet. Vor gar nicht langer Zeit ist hier auch eine Dame mit Jens Gürtler in die Höhe geklettert, die schon 75 Jahre alt war.

 An diesem zunächst trüben Samstag stehen hier Kletterinteressierte zwischen vier und 20 Jahren an der Wand. Während mancher Beobachter immer noch von der Höhe angetan ist, erzählt Jens Gürtler, dass Klettern für ihn ein toller Sport ist, körperlich herausfordernd, aber vor allem eines: „Klettern ist eine Kopfsache, man muss sich konzentrieren und kann gleichzeitig herrlich den Kopf freibekommen.“

Damit der Kopf auch sonst geschützt ist, wird Sicherheit großgeschrieben: Jeder Teilnehmer trägt einen Helm, beim Klettern wird prinzipiell mit einem Seil gesichert. Von unten gibt es Anweisungen und Empfehlungen, wie der Ungeübte die Wand am besten erklimmen kann.

Im sächsischen Raum gibt für Laien vielleicht überraschend viele Möglichkeiten, der Kletterlust zu frönen. So finden sich in Kriebethal Kletterwände, die sehr gut zu erklimmen sind. Auch in Nossen und in Leipzig gibt es in alten Steinbrüchen eine ganze Reihe offiziell erlaubter Kletterstellen.

„Ich habe keine Angst“

Für Kletterinteressierte, die nach dem Schnupperklettern einen Grundkurs absolvieren wollen, empfehlen die Profis Kletterhallen in Dresden/Heidenau, in Leipzig und in Chemnitz. Dort seien die technischen Ausstattungen so gut, dass auch ungeübte einen guten Einstieg finden. In den wetterunabhängigen Hallen klettern auch Jens Gürtler und einige seiner Freunde, die sich locker in einer Social-Media-Gruppe zusammengetan haben.

Gut 20 „Jung-Bergsteiger“ trauten sich am Wochenende an die Wand im Natur- und Freizeitzentrum Töpelwinkel. Zu ihnen gehören auch die drei Waldheimer Justus, Florian und Leo. Sie schlüpfen neugierig in einen Sicherungsgurt, bekommen einen Helm – der ist Pflicht – verpasst und hören genau zu, als Jens Gürtler erzählt, wie sie am besten die Wand erklimmen. „Ich habe keine Angst“, sagen die drei einstimmig.

Ein bisschen aufgeregt sind sie aber dann doch, als sie die Wand erklimmen. „Man sucht sich eine Route aus und klettert los: erst bis zum ,Gehirn‘ und dann bis zur ,Nase‘“, so der neunjährige Florian. Gehirn und Nase wurden zwei Klettervorsprünge, deren Ähnlichkeit mit eben diesen Körperteilen verblüffend ist, von den Kindern kurzerhand getauft.

Wer sich danach nicht weiter nach oben traut, lässt sich einfach ins Seil fallen. Für die Kinder ist das oft eine Option – um dann ein weiteres Mal von unten mit der Klettertour zu starten.

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