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Funkstille in Westewitz

Zwei Wochen haben die Einwohner keinen Handyempfang. Vodafone vertröstete – Telekom handelte.

Auf dem Gebäude Nummer 83 Am Waldrand in Westewitz befindet sich der Umsetzer für das Vodafone-Netz.
Auf dem Gebäude Nummer 83 Am Waldrand in Westewitz befindet sich der Umsetzer für das Vodafone-Netz. © Dietmar Thomas

Großweitzschen. Die Geschäftsleute und Bürger von Westewitz verstehen die Welt nicht mehr. Seit zwei Wochen haben sie kein Internet und keinen Handyempfang über Vodafone. Sie sind sozuagen von der digitalen Welt abgeschnitten. Während es für die einen nur ärgerlich ist, ist es für Selbstständige schon geschäftsschädigend.

Seit Donnerstagvormittag gibt es nun gute Nachrichten aus der funkstillen Region. „Der Handyempfang funktioniert wieder“, sagte Alexander Krebs. Er war sichtlich erfreut. Denn der Westewitzer hatte sich beim Mobilfunkanbieter Vodafone erkundigt, wann denn das Netz wieder verfügbar sei. Als Selbstständiger ist er darauf angewiesen. Die Antwort, die er bekam, war nicht befriedigend. Eine Reparatur wurde ihm für Anfang März angekündigt.

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Doch dann ging alles viel schneller als gedacht – Dank der Initiative des Großweitzschener Bürgermeisters Jörg Burkert (parteilos). Ihn hatten in den vergangenen Tagen schon viele Bürger über das fehlende Handynetz informiert oder sich bei ihm beschwert.

Deshalb nahm er Kontakt mit der Telekom auf und erklärt auch warum: „Nach dem Brand des Wohnblocks, auf dem sich der Umsetzer befindet, ist das Breitbandkabel hart geworden und gebrochen. Deshalb muss das Kabel ausgewechselt werden. Dann gibt es auch wieder eine Verbindung zwischen dem Netzanschluss der Telekom und den Umsetzer von Vodafone.“

Ein Monteur, der die Reparatur vornimmt, hatte sich für Donnerstag angekündigt und auch die Reparatur vorgenommen. Nun, so hofft der Bürgermeister, ist das Problem vom Tisch.

Nicht nur Alexander Krebs hat der fehlende Handyempfang zu schaffen gemacht.

Mobile Mitarbeiter schwer erreichbar

Auch die „Die Brücke“ Wohnstätten gGmbH war betroffen. „Vodafone ist bei uns das einzig sinnvoll nutzbare Mobilfunknetz. Und das schon seit Langem“, sagte Geschäftsführer Lars Werner. Sein Büro sei recht hoch gelegen, sodass die Telefonie oft noch funktioniere. „Hin und wieder werde ich per Festnetz kontaktiert und gefragt, ob mein Handy aus sei.“

Die Wohnbereiche und die stationäre Verwaltung sind durch eine Telefonanlage verbunden, sodass es dort keine Einschränkungen gibt. Lediglich mobile Mitarbeiter, wie Handwerker vom Service-Team oder die Gartengruppe sind so gut wie gar nicht erreichbar, sagte Werner. Da helfe nur, die Wohnbereiche abzutelefonieren, ob die gewünschte Person gerade in der Nähe ist.

„Aber alles in allem, kommen wir zurecht. Dennoch ist es einfacher, wenn Vodafone wieder störungsfrei arbeitet“, sagte der Geschäftsführer. Vielleicht nehme die Konkurrenz den Ausfall zum Anlass, die eigenen Versorgungslücken zu schließen.

Vodafone antwortet auf Anfrage

„Vodafone hat aktuell lokale Einschränkungen in seinem Mobilfunknetz in Westewitz. Vodafone-Kunden können hier vorübergehend nicht das Mobilfunknetz nutzen“, so Heike Koring Pressesprecherin von Vodafone auf Anfrage von Sächsische.de am 2. Februar. Als Ursache nennt sie umfangreiche Reparaturarbeiten an der Kabelanlage im Gebäude, auf dem sich die Mobilfunkstation befindet.

Dabei handelt es sich um den Wohnblocks Am Waldrand 83 in Westewitz, in dessen Keller es in der Nacht zum 9. September 2020 brannte. Nun müsse die gesamte Verkabelung von der Straße ins Gebäude neu hergestellt werden.

„Aktuell kann ich noch keinen Termin nennen, wann die Arbeiten abgeschlossen sein werden und der Empfang wieder vollständig zur Verfügung steht.“

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