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Widersprüchliche Aussagen vor Gericht

Ein Zeuge sagt gegen den Angeklagten vorm Amtsgericht Döbeln aus. Der behauptet aber, gar nicht am Ort des Geschehens gewesen zu sein.

Die Verhandlung vor dem Amtsgericht Döbeln wurde unterbrochen und wird später fortgesetzt.
Die Verhandlung vor dem Amtsgericht Döbeln wurde unterbrochen und wird später fortgesetzt. © André Braun (Symbolbild)

Döbeln. Der Angeklagte, ein sportlich wirkender Mann im Alter von 27 Jahren, hat offenbar einiges auf dem Kerbholz. Er wird aus einer Justizvollzugsanstalt (JVA), in der er wegen eines anderen Deliktes in Untersuchungshaft sitzt, zur Verhandlung am Amtsgericht Döbeln zugeführt.

Staatsanwältin Angelika Rickert braucht mehrere Minuten, um die ihm vorgeworfenen Taten zu verlesen. In vier Akten sind jeweils mehrere Delikte aus den Jahren 2019 und 2020 aufgeführt. Die Palette reicht von gefährlicher Körperverletzung, über Beleidigung, Sachbeschädigung, Fahren ohne Führerschein und Diebstahl bis hin zu Hausfriedensbruch.

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Anzeige wegen Diebstahl von Tablet

Rechtsanwalt Martin Göddenhenrich, der Verteidiger des Angeklagten, erklärt, dass sein Mandant zwei Ladendiebstähle sowie eine Auseinandersetzung mit einer Frau, in deren Rahmen es zu Beleidigungen und Sachbeschädigung gekommen ist, zugibt. Zu allen anderen Vorwürfen mache er keine Angaben.

Die Verhandlung verläuft schleppend. Mehrmals muss unterbrochen werden, weil Zeugen nicht erschienen oder der Zeitpunkt ihrer Ladung noch nicht erreicht ist. Der erste Zeuge muss durch die Polizei an den Termin „erinnert“ und ins Gericht gebracht werden. Er entschuldigt sich für sein Versehen.

Ihm hat der Angeklagte ein Tablet im Wert von 500 Euro weggenommen und in Höhe der Kauflandbrücke in die Mulde geworfen. Außerdem habe er ihm drei Kopfstöße verpasst. Eine Platzwunde sei im Krankenhaus versorgt worden. Er habe vor allem wegen des Tablets Anzeige gestellt.

Angeklagter aus Waldheimer JVA bestreit Vorwurf

Auch innerhalb der Familie des Angeklagten muss es Streitigkeiten gegeben haben. Zumindest deutet die Ladung eines jüngeren Bruders als Zeuge darauf hin. Der macht jedoch von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch.

Ein weiterer Zeuge berichtet, dass er vom Angeklagten in den Schwitzkasten genommen und geschlagen wurde. Er habe einschreiten wollen, als der Angeklagte einen Bekannten gegen ein Baugerüst stieß.

Besonders hart scheint es einen weiteren Zeugen getroffen zu haben. Der Angeklagte sei mit einem zweiten Mann bei ihm erschienen und habe geklingelt. Obwohl er gewusst habe, was ihm bevorstand, sei der Zeuge nach unten gegangen. Unten angekommen, habe er sich mit dem Begleiter unterhalten, plötzlich habe ihm der Angeklagte einen Faustschlag verpasst.

Als er am Boden lag, sei auf ihn eingetreten worden. Er erlitt eine Nasenbeinfraktur und eine Hirnblutung. Trotz ärztlichen Rates wollte er aber nach der Behandlung nicht ihm Krankenhaus bleiben.

Vernehmung weiterer Zeugen erforderlich

Rechtsanwalt Göddenhenrich wirft ein, dass sein Mandant zum Zeitpunkt des Geschehens in einem Döbelner Lokal gewesen sei. Er sei mit der Öffnung des fraglichen Tages dort erschienen und habe es erst zur Schließung am Morgen des nächsten Tages verlassen. „Der Türsteher muss das bestätigen können“, so der Anwalt.

Staatsanwältin Angelika Rickert und Richterin Ines Opitz sehen es als notwendig an, den Türsteher als Zeugen zu befragen. Auch der damalige Begleiter des Angeklagten, der in einer anderen JVA einsitzt, soll als Zeuge vernommen werden. Die Verhandlung wird unterbrochen und ein neuer Termin für die Fortsetzung anberaumt.

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