SZ + Döbeln
Merken

Wie geht es jetzt mit dem Sport weiter?

Benjamin Kahlert, Geschäftsführer des Kreissportbundes, kritisiert, dass Vereinssport als private Zusammenkunft eingestuft wird.

Von Thomas Riemer
 4 Min.
Teilen
Folgen
Benjamin Kahlert, Geschäftsführer des Kreissportbundes Mittelsachsen, muss sich erneut auf Telefon und Internet verlassen, wenn er mit den Vereinen kommunizieren will. Doch das ist momentan eher das kleinere Problem.
Benjamin Kahlert, Geschäftsführer des Kreissportbundes Mittelsachsen, muss sich erneut auf Telefon und Internet verlassen, wenn er mit den Vereinen kommunizieren will. Doch das ist momentan eher das kleinere Problem. © privat

Region Döbeln. Die neue Situation mit nach wie vor steigenden Inzidenzwerten wirbelt die Welt des regionalen Sports wie vor einem Jahr tüchtig durcheinander. Der Spiel- und Wettkampfbetrieb ist in einigen Sportarten komplett abgesagt worden. Vereine kritisieren, dass die Situation insbesondere für den Nachwuchs verheerende Folgen haben kann. Benjamin Kahlert ist Geschäftsführer des Kreissportbundes Mittelsachsen und antwortet auf einige Fragen.

Wie stellt sich aus KSB-Sicht die aktuelle Situation für den Sport dar?

Wie andere Lebensbereiche auch steht der Sport wieder vor einer sehr schweren Zeit.

Wirklich unbeschwertes Sporttreiben ist seit nunmehr über anderthalb Jahre nicht mehr möglich gewesen. Maßnahmen wie Hygienekonzepte und Kontakterfassung begleiteten die Vereine über die ganze Zeit. Die Vereine versuchen die Situation anzunehmen und stellen auch unter wechselnden Rahmenbedingungen Sportangebote auf die Beine. Das alles mit großem Kraftaufwand im Ehrenamt, also nach Feierabend. Richtig frustrierend wird es, wenn man die Rahmenbedingungen nicht mehr richtig durchschaut. Es nicht mehr klar ist, ob und in welchem Umfang man noch agieren darf. So fehlt zum Beispiel in der aktuell geltenden Verordnung eine klare Unterscheidung zwischen den Sporttreibenden, den notwendigen Kampf- und Schiedsrichtern und dem Publikum. Wie soll das ein ausrichtender Verein dann genau planen? Ein weiteres Beispiel, was stark verunsichert, ist die scheinbar willkürliche Altersbegrenzung für die Kontaktbeschränkungen auf 16 Jahre. Warum nicht 18 Jahre, wie bisher auch? Dadurch wäre es möglich, dass auch Jugendlichen die Teilnahme an Training und Spielbetrieb ermöglicht werden kann.

Der Landessportbund Sachsen (LSB) als unsere Dachorganisation wird zwar beteiligt, nur wird nicht gehört, was dieser sagt. Zu jeder Verordnung, auch dieser jetzt wieder, schickt der LSB seine Stellungnahme – die dann offensichtlich immer verfliegt.

Sehr viel Unmut gab es nach der Pressekonferenz der Staatsministerin Petra Köpping am 5. November, in der Vereinssport als private Zusammenkunft angesehen wurde. Vereine, die seit langer Zeit mit großem Aufwand unter anderem Hygienemaßnahmen, Kontakterfassung und Impfstatusabfragen organisieren mit privaten Geburtstagsfeiern oder Kaffeeklatschrunden gleichzusetzen, hat viele Ehrenamtliche zu Recht vor den Kopf gestoßen. Man kann eben nicht in guten Zeiten die tollen ehrenamtlichen Strukturen als Säule der Gesellschaft beklatschen, um diesen Strukturen in Krisenzeiten das Vertrauen abzusprechen. Ich denke aber, dass die aktuellen Gespräche zwischen LSB und dem Sächsischen Fußballverband auf der einen Seite und der Staatsministerin Köpping auf der anderen Seite ein Schritt in die richtige Richtung darstellen. Nicht nur sollen einzelne Aspekte für die kommende Corona-Schutzverordnung am 26. November innerhalb des Kabinetts neu verhandelt und die Kritik der Sportverbände daran aufgegriffen werden, auch stellte die Ministerin in Aussicht, die Sportverbände vorab in den Prozess zu involvieren. Der LSB ist nach diesem Gespräch nun zuversichtlich, dass ein erneuter Stillstand des organisierten Sports im Freistaat verhindert werden kann.

Diese Frage kann ich so nicht beantworten. Wir als Kreissportbund Mittelsachsen haben im vergangenen Sommer gemeinsam mit dem DRK Sachsen Impfangebote für unsere Sportfreunde organisiert und sind aktuell gerade in intensivem Austausch und Planung, dieses Angebot auch jetzt wieder gemeinsam mit dem DRK für unsere Sportfreunde zu machen.