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Döbeln

Wie geht es weiter im Checkpoint?

Zum wiederholten Mal gibt es Beschädigungen an dem Waldheimer Jugendtreff im Ortsteil Massanei. Aber das ist nicht das einzige Problem.

Hausmeister Andreas Kügler zeigt auf die kaputte Fensterscheibe. Einbrecher sind in der Nacht zum Dienstag in den „Checkpoint“ Massanei eingestiegen. Die vorübergehende Schließung des Treffs hat damit aber nichts zu tun.
Hausmeister Andreas Kügler zeigt auf die kaputte Fensterscheibe. Einbrecher sind in der Nacht zum Dienstag in den „Checkpoint“ Massanei eingestiegen. Die vorübergehende Schließung des Treffs hat damit aber nichts zu tun. © Lars Halbauer

Waldheim. Die Zukunft des Jugendfreizeittreffs am Rande der Stadt scheint derzeit ungewiss. Die Einrichtung ist vorübergehend geschlossen.

Das bestätigt Justin Knop. Der Erzieher hatte seit dem Weggang der ehemaligen Leiterin im Frühjahr dieses Jahres versucht, mehr oder weniger die Angebote für Kinder und Jugendliche aufrecht zu erhalten. Er öffnete den Treff noch für insgesamt 15 Stunden an drei Tagen in der Woche. Doch jetzt hört auch Justin Knop auf. „Deshalb bleibt der Treff auch erst einmal zu“, sagte er auf Anfrage. Wie lange, sagte er nicht.

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Suche nach neuer Leitung

Auch die Kindervereinigung Leipzig, die den Jugendtreff betreibt, vermag noch nicht zu sagen, wann die Einrichtung wieder geöffnet werden kann. „Wir setzen alles daran, eine Leitung zu finden, um das Jugendfreizeitzentrum schnellstmöglich wieder zu öffnen“, teilte Jakob Gloger, Fachkoordinator Kinder- und Jugendarbeit im Landkreis Mittelsachsen mit. Die Stelle sei auf verschiedenen Kanälen ausgeschrieben.

In der Nacht zu Dienstag ist nun auch noch eingebrochen worden. „Unbekannte sind vermutlich in der Nacht gewaltsam in die Küche des Gebäudes eingedrungen“, sagte Andrzej Rydzik von der Pressestelle der Polizeidirektion Chemnitz auf Anfrage. Der Zeitraum des Einbruchs lässt sich auf Montag, 15 Uhr, bis Dienstag, 6 Uhr, eingrenzen. Die Einbrecher richteten dabei einen Sachschaden in Höhe von rund 300 Euro an. Entwendet wurden dem Vernehmen nach einige Flaschen mit Getränken.

Wie Hausmeister Andreas Kügler erzählte, hätten die Täter erst versucht, die Fenster aufzuhebeln. Als dies offenbar nicht gelang, hätten sie mit einer Gehwegplatte das Fenster eingeschlagen.

Schon zum zweiten Mal Sachen beschädigt

Erst vor etwa zwei Wochen hatten es Unbekannte schon einmal auf die Einrichtung abgesehen und die Eingangstür beschmiert. Damit machten die Nutzer der ehemaligen Halfpipe ihrem Ärger Luft, dass die Bahn wegen großer Sicherheitsmängel abgebaut worden war. Bürgermeister Steffen Ernst (FDP) hatte sich daraufhin in einem offenen Brief an den oder die Täter gewandt und wollte das Gespräch suchen, bisher allerdings erfolglos.

Klärungsbedarf mit dem Träger sieht auch Steffen Ernst. Er hat am Dienstag von dem Einbruch gehört und schaute sich die Beschädigungen vor Ort an. „Justin Knop hat mir dabei auch erzählt, dass er aufhört“, sagte er.

Träger will in Waldheim weiterarbeiten

Schon seit mehreren Monaten bemüht sich die Kommune, die Eigentümer der Immobilie in Massanei ist, um ein Gespräch mit dem Träger. Das soll es nach Informationen der Kindervereinigung nun noch im Oktober geben. „Wir sind im Kontakt mit der Stadtverwaltung“, so Jakob Gloger. Dabei werde er sich als neuer Fachkoordinator für Kinder- und Jugendarbeit auch persönlich vorstellen. Ziel der Kindervereinigung sei es, sowohl die Interessen und Perspektiven aus Sicht der Stadtverwaltung zu erörtern, als auch die Kinder- und Jugendarbeit in Waldheim weiterhin umzusetzen.

Diskussionen um den Jugendtreff, der außerhalb des Stadtzentrums in Massanei angesiedelt ist, hatte es in den zurückliegenden Jahren immer wieder gegeben. Kritisiert wurde unter anderem, dass zu wenige Kinder und Jugendliche die Angebote nutzen. Andererseits wird aber von den jungen Leuten selbst immer wieder auf fehlende Angebote für ihre Altersgruppe aufmerksam gemacht.

Von mehreren Stadtratsfraktionen war aus diesem Grund schon angeregt worden, den Treff näher in das Stadtzentrum zu verlegen. Inzwischen haben sich die Stadträte aber mehrheitlich zum „Checkpoint“ am Standort in Massanei bekannt. Begründet wurde das unter anderem damit, dass die Räumlichkeiten und das Umfeld direkt neben dem Stadion optimal sind und die Kommune Eigentümer der Immobilie ist.

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