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Wie viele Bäume müssen fallen?

Noch immer gibt es keine verbindlichen Aussagen darüber. Die Allee beschäftigt die Behörden weiterhin.

Das Schicksal der Linden zwischen Bockelwitz und Naunhof ist noch nicht besiegelt. Es sollen welche gerettet werden. Unklar ist, wie viele.
Das Schicksal der Linden zwischen Bockelwitz und Naunhof ist noch nicht besiegelt. Es sollen welche gerettet werden. Unklar ist, wie viele. © Dietmar Thomas

Leisnig/Bockelwitz. Mehrfach haben sich Vertreter der Stadt Leisnig, Stadträte, Mitarbeiter des Landratsamtes Mittelsachsen und des beauftragten Planungsbüros auf der Kreisstraße zwischen Bockelwitz und Naunhof getroffen.

Es geht um die Alleebäume, die sich auf dem Straßenstück ab dem Pendlerparkplatz anschließen. Die 42 Linden dort sollten nach ursprünglichen Plänen dem Ausbau der Straße weichen. Doch einige Leisniger Stadträte haben dagegen ihr Veto eingelegt.

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Ein Teil der Bäume kann voraussichtlich erhalten werden. Das sagte Claudia Landgraf, Referatsleiterin Straßenbau am Landratsamt Mittelsachsen, in einem Pressegespräch zum Thema Straßenbau Mitte Dezember vergangenen Jahres. „Zurzeit befinden wir uns noch in der Abstimmung mit der Stadt“ so die Amtsleiterin damals. Zu diesem Zeitpunkt war in einer Sitzung des Technischen Ausschusses die Rede, dass womöglich ungefähr die Hälfte der Bäume stehen bleiben kann, die Pläne überarbeitet worden sind.

Untersuchungen laufen noch

Doch reichlich zwei Monate später kann das Landratsamt noch immer keine genauen Angaben machen, wie viele Bäume für die neue Straße tatsächlich weichen müssen oder ob eine andere Lösung gefunden worden ist, etwa Gräben oder Bankette schmaler ausfällen können. „Die Problematik ,Baumfällungen‘ ist bis jetzt noch nicht komplett abgeschlossen“, teilt André Kaiser, Leiter der Pressestelle des Landratsamtes Mittelsachsen, auf Anfrage mit.

Es liefen noch immer Untersuchungen, um die Fällung zu reduzieren. Eine Änderung der bisherigen Planungen werde erst mit dem Erstellen der Ausführungsplanung vorgenommen, erklärt er.Wann und wie lange sich die Nutzer der relativ viel befahrenen Straße, die nach einem Unfall auf der Autobahn nicht selten als Ausweich herhält, auf eine Umleitung einstellen müssen, steht Kaiser zufolge ebenfalls noch nicht fest. „Es gibt keinen Terminplan, da noch keine Fördermittelzusage vorliegt“, begründet er.

Angedacht sei durchaus, Bauabschnitte zu bilden. Auch der Kreuzungsbereich Nicollschwitz/Beiersdorf werde komplett mit ausgebaut.

Sorge um 100 Jahre alte Eiche

Nach der Kreuzung schließt sich bergaufwärts in Richtung Naunhof ein jetzt schmaler Straßenabschnitt an. Dort steht eine mehr als 100 Jahre alte Eiche. Um die sorgt sich Jens Lübeck von der BUND-Ortsgruppe schon seit längerem. Anlass dafür war zum einen, dass die mit Signalfarben gekennzeichneten Pflöcke nach Vermessungsarbeiten hinter dem alten Baum in den Boden geschlagen waren.

Zum anderen hatte der Landkreis schon im Vorjahr Bäume an dieser Kreisstraße fällen lassen. Lübeck hatte daraufhin vermutet, dass die Eiche dem Straßenbau zum Opfer fallen wird. So sieht es im Moment tatsächlich aus. André Kaiser vom Landratsamt: „Dieser Baum steht sehr nah an der Straße und wird nach jetzigem Stand gefällt.“

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