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Auf die Maschine ist man bei Partzsch stolz

Der Generator für eine Papierfabrik ist komplett in Eigenregie gebaut worden. So soll es weitergehen.

Madlen Gabsch (von links), Assistentin der Geschäftsleitung, Mitarbeiter Tom Büttner und Betriebsleiter Thomas Götze stehen an dem Generator, den Partzsch Elektromotoren für eine Papierfabrik gebaut hat. Er ist der erste große Generator, der komplett
Madlen Gabsch (von links), Assistentin der Geschäftsleitung, Mitarbeiter Tom Büttner und Betriebsleiter Thomas Götze stehen an dem Generator, den Partzsch Elektromotoren für eine Papierfabrik gebaut hat. Er ist der erste große Generator, der komplett © Lars Halbauer

Döbeln. Das blaue Aggregat, dass bei Partzsch Elektromotoren in der Halle 27 im Industriegebiet Ost steht, hat die Größe einer Gartenlaube. Fünf mal drei mal drei Meter. 47 Tonnen Stahl und Kupfer. Der Generator wird einmal in einem Papierwerk in Deutschland Strom erzeugen, wenn er von einer Turbine auf 1500 Umdrehungen pro Minute gebracht wird – bei knapp 16 Megawatt Leistung.

Es ist nicht die größte Maschine, die bei Partzsch gebaut und vor allem repariert wurde. Aber es ist die größte, die in Eigenregie von der Entwicklung bis zum Bau entstanden ist. Darauf setzt das Unternehmen große Hoffnungen.

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Im Autohaus Dresden gilt: Wenn Mitarbeiter gute Leistungen zeigen, dürfen sie ihr ganzes Potential entfalten. Da ist so mancher schnelle Aufstieg möglich.

Generatoren in eigener Regie

„Es war schon immer ein großer Traum von Thomas Partzsch, eigene Generatoren herzustellen“, sagte Betriebsleiter Thomas Götze. Elektromotoren und Generatoren hat Partzsch im Auftrag schon immer gebaut. „Aber nie in eigener Regie“, so Götze. Die Firma will sich mit diesen Maschinen eine Nische im Markt erschließen. „Generatoren im Bereich von fünf bis 20 Megawatt Leistungen sind keine Produkte von der Stange, die man in China kaufen kann. Unser Geschäft sind Sondermaschinen“, sagte der Betriebsleiter.

Die Planung der Maschine sei, die elektrischen und magnetischen Berechnungen ausgenommen, im eigenen Haus erfolgt. Auch die Fertigung erfolgte zum größten Teil bei Partzsch – das Gehäuse wurde zugekauft. Die Maschine ist technisch nicht ohne. Sie arbeitet mit einer Spannung von 20.000 Volt. „Das muss man erst einmal beherrschen. Das ist eine Superleistung von den Mitarbeitern. Die Mannschaft steht da voll dahinter und ist auch stolz darauf, dass so etwas hier gebaut wird“, sagte Götze.

Nachfrage in der Nische

Größer dürfen die Maschinen auch noch werden. In Halle 27 können Lasten bis 100 Tonnen bewegt werden. In Halle 19 sogar bis 160 Tonnen.

Von der Bestellung bis zur Auslieferung des Generators habe es ein knappes Jahr gedauert, sagte Götze. Das Interesse an solchen Maschinen auf dem Markt sei groß. „Wir sind mit mehreren Firmen in Verhandlung, sodass da auch noch Nachfolgeaufträge kommen werden.“ Der Neubau von Elektromaschinen – Motoren und Generatoren – mache im Unternehmen etwa die Hälfte der Aufträge aus. Die andere Hälfte seien Reparaturen.

Die Corona-Krise hat sich bei Partzsch – im Gegensatz zu anderen Maschinenbaubereichen – noch nicht bemerkbar gemacht. „Die wirtschaftliche Situation ist in diesem Jahr gut. Aber durch Corona gibt es eine relativ große Unsicherheit. Es deutet sich nichts Gravierendes an, aber wir müssen weiter Gas geben“, sagte Götze. In der gesamten Partzsch-Gruppe arbeiten derzeit rund 700 Mitarbeiter. Bei Partzsch Elektromotoren allein sind es etwa 350.

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