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Post findet keinen Partner in Roßwein

Manche Postkunden sind genauso verzweifelt wie der Dienstleister: Wo können Pakete aufgegeben, wo abgeholt werden? In Roßwein gerade nirgendwo.

Seit dieser Woche gibt es in Roßwein keine Postagentur mehr. Der Dienstleister hat sich um Alternativen bemüht – bislang vergeblich. Also wird es Übergangslösungen geben.
Seit dieser Woche gibt es in Roßwein keine Postagentur mehr. Der Dienstleister hat sich um Alternativen bemüht – bislang vergeblich. Also wird es Übergangslösungen geben. © Dietmar Thomas

Roßwein. Die Deutsche Post hat in ihren Bemühungen nicht nachgelassen, einen Partner in Roßwein zu finden. Obwohl sich die Stadträte wenig begeistert davon zeigten, am Penny-Markt an der Etzdorfer Straße eine Packstation zu errichten, sucht die Deutsche Post DHL Group weiter.

Nach der Möglichkeit, in einem Geschäft eine Agentur zu eröffnen und nach einem möglicherweise günstigeren, weil zentraleren Standort für eine Packstation. Das sagte Mattias Persson von der Berliner Pressestelle des Unternehmens auf Anfrage von Sächsische.de.

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Seit Dienstag haben die Roßweiner keine Anlaufstelle in der Stadt selbst mehr. Mit der Schließung des Geschäftes „Spielewelt Lindner“ an der Ecke Markt/Döbelner Straße, wo 1993 die erste Agentur in einem privat geführten Geschäft in der Region entstand, stehen Kunden und Dienstleister jetzt sozusagen auf dem Schlauch.

Auch die Post bedauere das, versicherte Mattias Persson. Dem Dienstleister sei wirklich daran gelegen, dass es weiter oder wieder Angebote vor Ort gibt. Weil sich bislang kein Agenturpartner gefunden hat, sei die Post bemüht, wieder selbst eine Art Poststelle einzurichten. Dafür allerdings müsse zunächst ein Ladenlokal gefunden, angemietet und gegebenenfalls Personal eingestellt werden.

Packstationen stehen dort, wo sich das Leben abspielt

Weil dafür noch viele Fragen zu klären sind, könne der Sprecher weder sagen, wo solch‘ eine Poststelle infrage komme, noch wann sie eröffnen könne. Sicher sei allerdings, dass diese nur zeitlich begrenzt geöffnet hat. Ein Ersatz für eine Agentur in einem Geschäft sei das nicht.

Wenn es um den Standort für eine Packstation geht, zeigte sich der Postsprecher offen für neue Überlegungen – sofern diese rasch umsetzbar sind. Für eine Paketstation brauche es einen öffentlich zugänglichen Platz und einen Stromanschluss.

Beides sei häufig an Supermärkten zu finden, „dort, wo sich ein Teil des täglichen Lebens abspielt. Deshalb sind Supermärkte häufig unsere Partner“, sagte Persson.

Der Roßweiner Stadtrat Jens Tamke (AfD) hatte dafür den Bereich vor der Bibliothek an der Poststraße vorgeschlagen. „Wichtig ist uns, dass die Bedingungen stimmen und es schnell geht, keine aufwendigen Genehmigungen oder Umbauten nötig sind“, so der Postsprecher. Eile sei auch im Interesse der Kunden geboten, die sich jetzt selbst Alternativen suchen müssten.

Roßweiner, die ein Paket aufgeben wollen, können dies persönlich noch in umliegenden Städten. Am kürzesten ist wohl der Weg in der Nachbargemeinde, wo der Etzdorfer „Kiebitzmarkt“ ein DHL-Partner ist. Wer sein Paket online frankiert, der kann es auch seinem Zusteller mitgeben, wenn er ihn zum Beispiel am Gartenzaun oder an der Haustür abpasst.

Schwierige Situation vor allem für Ältere aus Roßwein

Ähnlich funktioniert das auch mit dem Frankieren von Briefen. Die können dann in den nächsten Briefkasten eingeworfen werden. „Das funktioniert auch mit Einschreiben. Es müssen nur die entsprechenden Gebühren entrichtet sein“, sagt der Postsprecher.

Eine Einschränkung muss er allerdings machen. „Wert-Einschreiben, was viele noch unter Wertbrief kennen, müssen nach wie vor in einer Filiale aufgegeben werden“, so Mattias Persson.

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Wie er sagt, finde sich nahezu immer eine Möglichkeit. „Vorausgesetzt, der Kunde will mitmachen.“ Ihm sei bewusst, dass allerdings nicht jeder in der Lage sei, sich von der technischen Ausstattung her um die Online-Frankierung von Postsendungen zu kümmern.

Er denke da vor allem an Ältere, die mitunter nicht unbedingt die neueste Technik vorweisen könnten. „Aber auch für sie wollen wir da sein und genau deshalb versuchen wir, weiter in Roßwein präsent zu sein“, sagte der Postsprecher.

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