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Kommt das neue Harthaer Gewerbegebiet?

Auf der Fläche des alten Asphaltmischwerkes an der B175 soll es entstehen. Seit 2005 existieren die Pläne, passiert ist seither wenig.

Derzeit sieht die Fläche des alten Asphaltmischwerkes an der B175 verwildert aus. Sie gehört der Basalt-Actien-Gesellschaft, die das Grundstück zu einem neuen Gewerbegebiet umbauen will. Kommt nun Bewegung in die Sache?
Derzeit sieht die Fläche des alten Asphaltmischwerkes an der B175 verwildert aus. Sie gehört der Basalt-Actien-Gesellschaft, die das Grundstück zu einem neuen Gewerbegebiet umbauen will. Kommt nun Bewegung in die Sache? © Dietmar Thomas

Hartha. Ist man auf der B175 in Richtung Hartha unterwegs, kann man sie fast übersehen. Kurz vor dem Abzweig nach Steina ist die große Freifläche, das große Nichts – bislang. Doch dort, wo bis 2005 eine Asphaltmischanlage stand, soll bald ein neues Gewerbegebiet entstehen. Zwar existieren die Pläne bereits seit 16 Jahren, aber nun scheint nach langer Zeit Bewegung in die Sache gekommen zu sein.

Der Betreiber der knapp drei Hektar großen Fläche ist die Deutag Ost, eine Zweigniederlassung der Basalt-Actien-Gesellschaft. Die will nach eigener Aussage das Gebiet an der Bundesstraße nicht weiter industriell nutzen, sondern eine Gewerbefläche entstehen lassen.

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Dafür wurde ein langwieriges Verfahren für einen Bebauungsplan gestartet, da der alte nur eine Nutzung durch ein Asphaltmischwerk vorsieht. „Bis Ende Juni 2018 wurde ein Vorentwurf zum Bebauungsplan fertiggestellt, danach gab es den Beschluss zur Aufstellung eines Bebauungsplans ‚Gewerbegebiet Steina‘“, so Bernd Weiher von der Basalt-Actien-Gesellschaft.

Im Anschluss gab es ihm zufolge eine Beteiligung der Öffentlichkeit sowie der Behörden, bis die Landesdirektion Sachsen im Juli 2018 die Zusage erteilt hat. „Das Vorhaben steht im Einklang mit den Erfordernissen der Raumordnung“, so die Landesbehörde vor drei Jahren.

Harthas Bürgermeister hat Hoffnung auf Fertigstellung

Nach Klärung aller planungstechnischen Rückfragen soll nun in diesem Jahr an den Unterlagen für den Bebauungsplan weiter gearbeitet. „Die Fertigstellung und anschließende öffentliche Auslegung ist im Herbst 2021 geplant“, so Bernd Weiher.

„Im Mittelpunkt stehen dabei die Erarbeitung der Erschließungsplanung, eines Schalltechnischen Gutachtens zum Lärmschutz sowie eines Grünordnungsplanes mit Erfassung der Biotoptypen und Arten.“ Dafür beauftragt seien überwiegend ortsnahe und regional ansässige Ingenieurbüros. Auch die Harthaer Stadtverwaltung sei in die Planungen mit involviert.

Auf Anfrage bestätigt Harthas Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos), dass das Verfahren rund um den Bebauungsplan für das neue „Gewerbegebiet Steina“ weiterhin läuft. Ihm zufolge habe es bereits in der Vergangenheit Interessenten für den neuen Wirtschaftsstandort gegeben, ansiedeln konnten sich diese jedoch noch nicht.

Bäume wachsen rund herum und Steine versperren die Einfahrt.
Bäume wachsen rund herum und Steine versperren die Einfahrt. © Lars Halbauer

„Seitdem ich im Amt bin, sprechen wir über das Vorhaben. Ich habe Hoffnung, dass wir es bald fertig bekommen und somit einen weiteren attraktiven Platz in Hartha für interessierte Unternehmen bekommen“, so Kunze.

Auch Bernd Weiher von der Basalt-Actien-Gesellschaft bestätigt, dass die Zusammenarbeit mit der Stadt Hartha als Planungsträger „von Beginn an offen und konstruktiv“ gewesen sei.

„Schwierige Fragestellungen konnten – teils auch unter Mitwirkung von externen Experten – gemeinsam gelöst werden.“ Nach Inkrafttreten des neuen Bebauungsplans könne laut Bernd Weiher voraussichtlich Ende 2021 mit der Vermarktung der Fläche begonnen werden.

Mehrere Vorteile für Standort an der B175

Bürgermeister Ronald Kunze erhofft sich durch die Entwicklungen zu einem Gewerbegebiet neue Arbeitsplätze für die Region. „Die Fläche ist bebaubar. Es wäre ein ökologischer Irrsinn, irgendwo auf einem Acker neu zu bauen und nicht an einer vorhandenen Stelle“, meint Kunze.

Weiher bekräftigt die Vorteile für den Standort an der Bundesstraße 175. So sei der Abstand zur Wohnbebauung vor allem hinsichtlich der Immissions- und Verkehrsbelastung günstig. „Zudem wäre es eine Revitalisierung einer Industriebrache und trägt zur Minimierung des allgemeinen Flächenverbrauchs durch Weiternutzung eines bestehenden Standortes bei.“

Auch Medienanschlüsse wie Gas und Strom sind bereits vorhanden. Hinzu kommt, dass die Basalt-Actien-Gesellschaft eine umfangreiche Grünfläche plant, die etwa 8.500 Quadratmeter groß sein soll.

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