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Prüfung mit Hindernissen in Hartha

Marco Felgner hat jetzt wie sein Vater Lutz den Meisterbrief in der Hand. Nun hofft er auf einen neuen Lehrling.

Marco (links) und Lutz Felgner zeigen ihre Meisterbriefe.
Marco (links) und Lutz Felgner zeigen ihre Meisterbriefe. © Dietmar Thomas

Hartha. Es war eine entbehrungsreiche Zeit. Dennoch will Marco Felgner die vergangenen drei Jahre nicht missen, denn schließlich ist er jetzt Meister im Installateur und Heizungsbauer-Handwerk.

Der 33-jährige Harthaer, der in der Firma seines Vater Lutz Felgner mitarbeitet, hat die Meisterschule „nebenher“ absolviert. Das hieß, nach acht Stunden Arbeit noch lernen, freitags und sonnabends Schule. „Ich ziehe vor jedem den Hut, der das so bewältigt“, sagt Marco Felgner.

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Gerade in seiner Branche seien die Aufgabengebiete weit gefächert. Es gab während der Ausbildung einige Nackenschläge, dennoch habe er nie aufgegeben. So hat Marco eine Prüfung in Wirtschaftsrecht zunächst nicht bestanden, diese Hürde aber im zweiten Anlauf gemeistert. Allerdings dauerte es aufgrund der Corona-Pandemie ein halbes Jahr, ehe er diese Prüfung nachholen konnte.

Theorie und Praxis auf dem Plan

Ausbilderschein, kaufmännischer Teil, Wirtschaftsrecht, Marketing, Fachpraxis und -theorie. In der Theorie geht es unter anderem um Berechnungen in den verschiedenen Bereichen wie Rohrnetze, Lüftungsanlagen, Gasleitungen.

In der Praxis muss eine Computerprüfung abgelegt werden, bei der ein Projekt vorbereitet und geplant wird. Die Digitalisierung spiele auch im Handwerk eine immer größere Rolle, so Felgner. Ebenfalls im Praxisteil werden die handwerklichen Fähigkeiten der Meisterschüler geprüft.

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„An der Montagewand mussten wir einen Sanitärteil bewältigen, ein Heizungsrohr schweißen und für die Lüftung ein Blechteil zu bauen“, so Felgner. Hinzu komme die Einstellung von Öl- beziehungsweise Gaskesseln und Lüftungsanlagen.

Unterstützung von der Familie

Ohne die Unterstützung der Familie sei die Meisterausbildung nicht zu schaffen, sagte Marco Felgner. Einen besonderen Dank schickt er an seinen Vater Lutz. „Er hat mir die erforderliche Zeit gegeben und mich auch finanziell unterstützt“, so der 33-Jährige.

Ein ebenso herzliches Dankeschön geht an seine Freundin Tina. Sie hat Betriebswirtschaft studiert und konnte Marco Felgner in diesem Bereich tatkräftig unterstützen.

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Derzeit hat der junge Meister den Gasschein beantragt. Dafür muss Marco Felgner bei einem Kunden eine Reverenzanlage bauen, die vom Gasversorger abgenommen wird. Den Trinkwasserschein habe er bereits. Die sogenannten Scheine werden erst nach der Meisterprüfung ausgehändigt.

Selbst während der Meisterschule habe es Neuerungen gegeben. So wurde die Technische Regel für Gasinstallationen (TRGI) geändert. „Man fängt praktisch neu an, weil immer nach dem aktuellsten Stand geprüft wird“, so Felgner.

Berechtigung für Ausbildung

Mit dem Meisterbrief hat Marco Felgner auch die Berechtigung erworben, Lehrlinge auszubilden. Doch derzeit sei es schwierig, interessierte junge Leute zu finden. „Wir haben seit langem keine Bewerbung mehr gehabt“, so Felgner. Auch die Präsentation der Firma auf Ausbildungsmessen habe nicht viel gebracht.

Er könne sich keinen anderen Beruf vorstellen, habe aus eigenem Interesse den Beruf des Vaters zu seinem gemacht, sagt Marco Felgner. „Auch wenn wir nur in der Region aktiv sind, haben wir dennoch genügend zu tun“, so der frisch gebackene Meister. Früher habe es in Hartha sechs Klempnerfirmen gegeben, jetzt seien es gerade noch zwei.

Die kleinen Betriebe seien gezwungen zusammenzuarbeiten, weil sonst die Arbeit nicht zu schaffen wäre.

In der nahen Zukunft würden Vater und Sohn Felgner deshalb gern wieder einen Lehrling ausbilden. Und es gern sehen, wenn er in der Firma bleibt. „Irgendwann wird es so sein, dass sich mein Vater zur Ruhe setzt. Ich will das Unternehmen weiter führen, aber nicht als Einmannfirma“, so Marco Felgner.

Lieferengpässe wegen Corona

Durch die Corona-Pandemie sei zeitweise auch das Material knapp geworden. Besonders bei der Regelungstechnik, zeitweise waren aber auch Pumpen knapp. „Das ist für den Kunden nicht schön, aber für uns ebenfalls nicht“, so der Harthaer.

Stellenweise gebe es schon Wartezeiten von bis zu einem halben Jahr. „Wenn es repariert werden muss, müssen wir so schnell wie möglich los. Aber bei Neubauten kann es schon länger dauern“, sagt Felgner.

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