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Harthaer Schüler auf dem Weg vom Reporter zum Techniker

Durch ein Filmprojekt ist Laurenz Müller auf die Firma Spat Antriebstechnik aufmerksam geworden. Nun will er mehr.

© Lutz Weidler

Hartha. Schon nach einer kurzen Zeit vor der Kamera stand für Laurenz Müller fest: „Reporter kann ich eher nicht so“. Dafür kann er aber Technik.

Deshalb hat sich der Harthaer auch nach dem Abschluss der Oberschule für den Besuch der Fachoberschule in Mittweida Fachrichtung Technik entschlossen.

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Zwei bis drei Tage sitzt er aber nicht auf der Schulbank, sondern eignet sich während eines Praktikums bei der Firma Spat Spezialantriebtechnik im Harthaer Gewerbegebiet jede Menge Fachwissen an. Zurzeit stellt er entsprechend eines Planes eine Leiterplatte her.

Fingerspitzengefühl gefragt

Da sind Können, Fingerspitzengefühl und ein gutes Auge gefragt. Nach dem Abschluss der Fachoberschule will Laurenz Müller studieren oder den Beruf des Elektronikers für Geräte und Systeme lernen. Das könnte er bei der Firma Spat. Seit diesem Jahr bildet sie aus. Bisher hat sie vor allem Studenten die Möglichkeit von Praktika gegeben.

Bereits jetzt weiß Laurenz Müller, dass er auf dem Weg zu seinem Traumberuf ist. Auch wenn ihn Computer und das Programmieren schon immer interessierten, kam er eigentlich in einer ganz anderen Rolle mit der Firma Spat und dessen Geschäftsführer Jörg Salzbrenner in Kontakt – als Reporter.

Im März 2019 drehten die Achtklässler der Oberschule Hartha mit Unterstützung des Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanals mobil (SAEK) in vier Hartha Firmen jeweils einen Film (Sächsische.de berichtete).

Neben den Informationen, wie die Aufnahmen entstehen und den Einsatz der entsprechenden Technik, erfuhren die Schüler auch etwas über die Firmen und deren Ausbildungsmöglichkeiten.

Medienbildung mit Berufsorientierung

„Bei dem Projekt werden Berufsorientierung und Medienbildung kombiniert“, sagte Praxisberaterin Marlen Junghanns vom Bildungswerk der Sächsischen Wirtschaft gGmbH. Die Maßnahme der Praxisberater an Oberschulen wird durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtages beschlossenen Haushaltes sowie durch Mittel der Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Sachsen, finanziert.

Und so entstanden vier Filme über die Unternehmen Stemke GmbH Kunststoff und Form, Pflege mit Herz, Spat Spezialantriebstechnik sowie bei der MBW Metallveredlung. „Diese haben bei der Verteidigung unseres Zertifikates für berufs- und Studienorientierung große Anerkennung gefunden“, sagte die Praxisberaterin.

Erster Kontakt mit der Firma

„Ich hatte mir einige Fragen auf einen Zettel geschrieben. Aber ich war trotzdem ganz schön aufgeregt, als wir mit Kamera und Mikrofon vor Jörg Salzbrenner standen“, sagte Laurenz Müller.

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Er erfuhr als Reporter, welche schulischen Voraussetzungen für den Beruf des Elektronikers notwendig sind, wie lange die Ausbildung dauert welche Arbeiten ausgeführt werden, und mit welchen Werkzeugen gearbeitet wird.

Schon damals interessierten den Achtklässler die Weiterbildungsmöglichkeiten in dem Beruf und was er verdienen könnte. „Vor der Kamera zu stehen, war für mich eine neue Erfahrung. Trotzdem habe ich dieses Erlebnis und auch die Firma für etwa zwei Jahre vergessen“, sagte Laurenz Müller.

Doch als es darum ging, ein Unternehmen für den praktischen Teil zu finden, habe er sich sofort an Spat erinnert und Kontakt mit dem Geschäftsführer aufgenommen.

Laurenz Müller ist der erste Schülerpraktikant in der Firma Spat Spezialanlagenbau hartha. Künftig will das Unternehmen regelmäßig ausbilden.
Laurenz Müller ist der erste Schülerpraktikant in der Firma Spat Spezialanlagenbau hartha. Künftig will das Unternehmen regelmäßig ausbilden. © Lutz Weidler

Ausbildung soll fester Bestandteil bei Spat werden

„Das hat gut gepasst. Denn wir wollen ab diesem Jahr kontinuierlich ausbilden. Zum einen sollen die jungen Leute in der Region bleiben und zum anderen benötigen wir Fachleute“, so Jörg Salzbrenner.

Das Unternehmen habe sich zum ersten Mal auf der Berufsmesse in Mittweida und Döbeln präsentiert. Dieser Auftritt könne aber nur einen Impuls geben. Vor Ort sei es dann möglich, die Jugendlichen umfassend zu informieren und zu begeistern, so Salzbrenner. Deshalb setzt er auch auf die Zusammenarbeit mit der Oberschule.

Laurenz Müller kann das nur empfehlen. Bei Spat ist er in seinem Element. „Hier werden Geräte entwickelt, konstruiert, gebaut, weiterentwickelt. Meine Kenntnisse beim Programmieren, die ich mir selbst angeeignet haben, kann ich nun in der beruflichen Praxis anwenden und erweitern“, sagte der Fachoberschüler.

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