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Neuer Anlauf fürs Gewerbegebiet Nord

An der Autobahn stehen etwa 16 Hektar für Ansiedlungen zur Verfügung. Der letzte Schritt fehlt aber noch.

Das künftige Gewerbegebiet Döbeln Nord aus der Luft. Etwa 16 Hektar sollen am Schnittpunkt von A 4 und B 169 für Gewerbeansiedlungen entwickelt werden. Ein großer Teil der Flächen waren schon im Besitz der Stadt. Eine weitere Fläche kommt durch Taus
Das künftige Gewerbegebiet Döbeln Nord aus der Luft. Etwa 16 Hektar sollen am Schnittpunkt von A 4 und B 169 für Gewerbeansiedlungen entwickelt werden. Ein großer Teil der Flächen waren schon im Besitz der Stadt. Eine weitere Fläche kommt durch Taus © Dietmar Thomas

Döbeln. Die Stadtverwaltung nimmt einen neuen Anlauf für das Gewerbegebiet Döbeln Nord. Und sie legt dabei Tempo vor. Um an eine benötigte Fläche zu gelangen, tauscht sie mit einem Landwirt ein Grundstück an der Autobahnanschlussstelle gegen andere Landwirtschaftsflächen, die sich in kommunalem Besitz befinden. Und das ziemlich flott.

 Der Grundstückstausch war schon notariell beurkundet, mit der Klausel, dass die Stadt wieder zurücktreten kann, wenn der Stadtrat dem Geschäft nicht zustimmt. Das Rücktrittsrecht muss Döbeln nicht in Anspruch nehmen. Der Stadtrat hat Ja gesagt.

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Schon lange Pläne

Die Stadt bekommt vom Grundeigentümer eine Fläche von rund 1,1 Hektar, die ihr noch fehlt. Im gleichen Zug gibt sie die etwa dreifache Fläche an anderen Stellen ab. Die Differenz ergibt sich aus dem unterschiedlichen Wert der Grundstücke, sagte Jürgen Aurich, bei der Verwaltung zuständig für Liegenschaften. Das Feld an der B 169 ist im Flächennutzungsplan als Gewerbefläche ausgewiesen und damit sei der Preis höher.

Die Stadt verfolgt an dieser Stelle in Döbeln Nord schon lange den Plan, Gewerbe anzusiedeln. In den 1990er Jahren war ein Factory-Outlet-Center mit Werksverkauf in der Diskussion, gegen das die Döbelner Händler Sturm liefen und das am Ende nicht zustande kam. 

Musterhaussiedlung gestorben

Jahre später verfolgte ein Bauunternehmen aus Gröditz auf der Fläche den Plan, eine Musterhaussiedlung zu errichten. Daneben sollten noch allgemeine Gewerbeflächen entstehen. Wegen der Finanzkrise war auch dieses Vorhaben abgestorben.

Seitdem hat die Stadtverwaltung einen halbfertigen Bebauungsplan für das Gelände in der Schublade. Das Verfahren war nie abgeschlossen worden. Jetzt will die Stadt es wieder aufnehmen. Eine Musterhaussiedlung soll es nicht mehr werden, sagte Baudezernent Thomas Hanns. „Wir müssten den Planungsentwurf an die neuen Ziele anpassen.“ Welche das sind und ob es – was wahrscheinlich ist – bereits einen potenziellen Investor für die neuen Flächen gibt, dazu wollte Hanns noch nichts sagen.

Bauen im Wassereinzugsgebiet

Das künftige Gewerbegebiet hätte schon eine ordentliche Größe. Der Stadt stehen dafür etwa 16 Hektar Fläche zur Verfügung, die allerdings wegen der nötigen Abstände zur Autobahn, der Bundesstraße und der Eisenbahnlinie und wegen der Neben- und Ausgleichsflächen nicht komplett bebaut werden kann. Hanns machte keine Angaben, wie lange es voraussichtlich dauert, bis die Planungen für das Gewerbegebiet beendet sind.

Das künftige Gewerbegebiet Nord liegt zwar im Trinkwassereinzugsgebiet für die Brunnen in Gärtitz. Aber das bedeute nur geringe Einschränkungen für Investoren, sagte Hanns. „Das betrifft das Gewerbegebiet Mockritz genauso."

Döbeln hat noch Reserven

Die größeren Gewerbeflächen sind in Döbeln knapp geworden. Reserven gibt es auch noch im Gewerbegebiet Am Fuchsloch – die Stadt weist dort insgesamt 7,6 Hektar freie Flächen aus. Dort hat die Verwaltung auch ein Bebauungsplanverfahren aufgemacht, um eine bisher unbebaute Teilfläche, die als Mischgebiet für Wohnen und Gewerbe gedacht war, in beschränkt nutzbare Gewerbeflächen zu verwandeln. Seit 1992 war es bis auf kleinere Ansiedlungen nicht gelungen, die Flächen an Investoren zu verkaufen.

Für kleinere Ansiedlungen steht auch noch das Gewerbegebiet Döbeln Süd zur Verfügung, das verkehrsgünstig an der B 169 gelegen ist. Bisher hatte die Stadt dort an zwei Investoren verkaufen können. Ein dritter Verkauf ist in Vorbereitung. „Das entwickelt sich. Dort habe ich keine Sorge, dass es sich nicht füllt“, sagte Hanns.

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