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Wasserverband investiert 6,1 Millionen Euro

Fünf Projekte sind im Altkreis Döbeln geplant. Doch die Materialkosten steigen. Das war auch schon 2020 ein Problem.

Bis zum Dezember dauert noch die Verlegung der Hauptwasserleitung und der Abwasserleitung in der Sonnenstraße in Hartha.
Bis zum Dezember dauert noch die Verlegung der Hauptwasserleitung und der Abwasserleitung in der Sonnenstraße in Hartha. © Dietmar Thomas

Region Döbeln. Das Bild passt zur Jahreszeit: Im Sommer herrscht traditionell Hochkonjunktur auf den zahlreichen Baustellen des Wasserverbandes Döbeln-Oschatz. Rund 6,1 Millionen Euro will die Döbeln-Oschatzer Wasserwirtschaft GmbH (DOWW) in ihre Trinkwasserinfrastruktur investieren.

„Eine Hausnummer. Doch spätestens seit die Bundesregierung die Herausforderungen der Wasserwirtschaft bis 2050 definiert hat, sind diese Investitionen auch unabdingbar“, sagt Tina Stroisch, Leiterin Unternehmenskommunikation der Veolia Wasser Deutschland GmbH, zu der die DOWW gehört.

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Das Anlagevermögen müsse sukzessive so ertüchtigt werden, dass der Verband auch weiterhin gut in der Lage ist, die Versorgung seiner Kunden zu gewährleisten. Neue Leitungen mit einer Gesamtlänge von 1.360 Metern werden bis zum Jahresende unter anderem in Döbeln, Hartha, Leisnig, Waldheim und Ostrau verlegt (siehe Kasten).

Wasserverluste leicht gestiegen

Rückblickend auf das Jahr 2020 zeigten sich bei der Investitionstätigkeit die Auswirkungen der Entwicklung bei den Bau- und Materialpreisen: Die Kosten steigen. Neben der Versorgungssicherheit der Kunden des Wasserverbands spiele die Qualität des Trinkwassers stets eine große Rolle.

Deshalb unterliegt das Wasser einer ständigen Kontrolle. 327 Proben wurden in den Wasserwerken, weitere 132 direkt an neuralgischen Stellen im Versorgungsnetz genommen und in akkreditierten Laboren unter die Lupe genommen, hieß es in der Verbandsversammlung.

Diese Werte liegen etwa auf dem Niveau des Vorjahres – trotz Corona-Pandemie und den daraus über einen langen Zeitraum erschwerten Arbeitsbedingungen.

Die Wasserverluste seien 2020 zwar leicht gestiegen, trotzdem würden sie auf einem niedrigen Niveau verharren. Mit durchschnittlich 52 Litern pro Kubikmeter und Stunde bewegt sich die DOWW laut Branchenverband DVGW sogar im optimalen Bereich.

„Die langanhaltende Trockenheit und Hitze im Sommer 2020 blieben nicht ohne Auswirkungen auf die Wasserverluste. Es gab als Folge großer Spannungen im Erdreich etliche umfangreiche Rohrbrüche zu verzeichnen“, erklärt die Sprecherin.

Saskia Grolp nimmt gern ein Bad - wie viele andere Menschen auch. Der Wasserverbrauch im Gebiet des Wasserverbandes Döbeln-Oschatz ist in neun Jahren um neun Prozent gestiegen.
Saskia Grolp nimmt gern ein Bad - wie viele andere Menschen auch. Der Wasserverbrauch im Gebiet des Wasserverbandes Döbeln-Oschatz ist in neun Jahren um neun Prozent gestiegen. © Dietmar Thomas

Wasserverbrauch um neun Prozent erhöht

Auf rund 97 Liter pro Tag sei zudem der durchschnittliche Pro-Kopf-Wasserverbrauch der Kunden gestiegen. Im Vergleich zu 2012, wo der Wert bei unter 90 lag, sei das ein Plus von neun Prozent.

Insgesamt wurden 2020 rund 5,59 Millionen Kubikmeter Rohwasser aus den verschiedenen Wasserfassungen gewonnen und in den Anlagen der DOWW zu Trinkwasser aufbereitet. „Das war etwas mehr als im Jahr zuvor“, so Tina Stroisch.

Dem vorläufigen Jahresabschluss 2020 sei zu entnehmen, dass der Umsatz des Wasserverbandes mit rund 17,75 Millionen Euro stabil auf gleichbleibendem Niveau geblieben ist. Gestiegen sei hingegen der Materialaufwand.

Der Jahresüberschuss 2020 liege bei rund 890.000 Euro. Das Geld werde genutzt, um weiter in eine sichere Trinkwasserversorgung der Wasserverbandskunden zu investieren.

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  • Döbeln: Theodor-Kunzemann-Straße, Bauzeit: Mitte Juli bis Mitte September, Hauptleitung rund 200 Meter
  • Hartha: Sonnenstraße, Bauzeit: bis Dezember, Hauptleitung rund 660 Meter, gleichzeitige Verlegung der Abwasserleitung, Vollsperrung
  • Leisnig: Karl-Wagler-Straße, Bauzeit: bis Ende Juli, Hauptleitung 160 Meter
  • Ostrau, Ortsteil Töllschütz: Ortsdurchfahrt, Bauzeit: Juli bis September, Hauptleitung 170 Meter mit Verlegung des Regenwasserkanals
  • Waldheim: Breitscheidstraße, Bauzeit: bis Ende August, Hauptleitung 170 Meter, plus Hausanschlüsse, Vollsperrung

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