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"Wir müssen unsere Kneipe per Boot beliefern"

Wegen eines Hangrutschs ist die "Brunnenquellklause" in Kriebstein nicht mehr per Auto zu erreichen. Die Betreiber stellt dies vor große Schwierigkeiten.

Nach einem Hangrutsch muss die Brunnenquellklause am Kriebsteinsee per Boot beliefert werden. David und Daniel Cox beim Einladen am Bootsanleger.
Nach einem Hangrutsch muss die Brunnenquellklause am Kriebsteinsee per Boot beliefert werden. David und Daniel Cox beim Einladen am Bootsanleger. © Ralph Kunz

Kriebstein. Elf Jahre lang betreiben Patrizia und David Cox bereits die "Brunnenquellklause" an der Talsperre Kriebstein. Die Kneipe - auch Mittelbachhütte und im Volksmund auch "Der Mond" genannt - ist ein beliebtes Ziel, gerade für Wanderer.

Gelegen im Tal zwischen den indes nicht mehr ganz so dichten Wäldern rund um die Talsperre kann man hier die Seele baumeln lassen und den Blick aufs Wasser genießen. Vor allem an den Wochenenden ist immer etwas los. "Es ist ein ständiges Kommen und Gehen", sagt Patrizia Cox.

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Seit etwa fünf bis sechs Wochen, so die Betreiberin, läuft das Lokal wieder wie gewohnt. Doch nun hat die Familie mit einem Problem zu kämpfen: Bei den letzten Unwettern vor etwa drei Wochen ist ein Teil des Zufahrtsweges zur "Brunnenquellklause" abgerutscht, die Straße seitdem nicht mehr befahrbar. "Wegen der Absturzgefahr müssen wir unser Lokal nun mit dem Boot beliefern", erklärt Patrizia Cox.

Gemeinde Kriebstein arbeitet an Problemlösung

Die Lieferungen erfolgen von der Hauptgaststätte der Familie, dem Ausflugslokal "Seeblick" in Falkenhain. "Dort wird alles vorgekocht und dann über den Seeweg herübergebracht."

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Für die Fahrten sind Ehemann David Cox und sein Sohn Daniel zuständig. Etwa 20 Minuten benötigen sie laut Patrizia Cox für eine Strecke. "Wir dürfen uns da nicht verschätzen. Wurde irgendwas vergessen, können wir nicht einfach mal rüberfahren und Nachschub holen", beschreibt Patrizia Cox die ungewöhnliche Situation.

Plötzlich ist die Brunnenquellklause auf einer Insel: Patrizia Cox (rechts) und Schwiegertochter Tina Smith-Reeves winken zum Abschied.
Plötzlich ist die Brunnenquellklause auf einer Insel: Patrizia Cox (rechts) und Schwiegertochter Tina Smith-Reeves winken zum Abschied. © Ralph Kunz

Die Familie hofft nun darauf, dass schnell eine Lösung gefunden und der Weg bald wieder befahrbar sein wird. "Aktuell ist es nicht einfach für uns, aber das Lokal läuft und unsere Besucher wollen schließlich auch versorgt werden."

Vonseiten der Gemeinde Kriebstein erklärte Kämmerer, Ordnungsamts- und Personalamtsleiter Wolfgang Hein gegenüber Sächsische.de, dass die Situation bereits bekannt sei und an einer Lösung gearbeitet werde. "Von der Sperrung ist ja nicht nur die Gaststätte betroffen. 17 Grundstücke gehören zu der Siedlung und sind aktuell abgeschnitten", sagte Hein. Dass der Zufahrtsweg schnell wieder nutzbar ist, davon sei jedoch nicht auszugehen.

Gaststätte geöffnet, bis Vorräte alle sind

Gepachtet hat Familie Cox "Den Mond", der von Stammgästen gern auch als "Camp David" bezeichnet wird, von der Siedlergemeinschaft Nordhäuser Weg. Selbst gehört Familie Cox zur Siedlergemeinschaft Weilberg.

Und im Tal an der Hütte sind nicht nur die Siedler oft und gern zu Gast. Dort rasten vor allem an den Wochenenden Wanderer und Radler. Bis zu 80 Gäste können zugleich bewirtet werden. Serviert wird vor allem Hausmannskost, es gibt ein wöchentlich wechselndes Tagesgericht, das kann Schnitzel mit Letscho sein, aber auch Roulade oder Forelle.

Geöffnet ist, bis die Vorräte alle sind. Gerade in diesem Jahr, wo viele Urlauber in der Region bleiben, ist es deshalb wichtig, dass beim Beliefern per Boot nichts vergessen wird. Wenn ordentlich Andrang ist, dann sitzen manche Gäste auch mal auf Baumstümpfen.

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Bewirtet wird in der Brunnenquellklause traditionell auch im Herbst: 25 Personen haben in der Gaststube Platz, wenn Schlachtfest und Oktoberfest gefeiert wird oder die Martinsgans serviert wird. Dann gibt es schon mal mehrere Durchgänge, damit alle Gäste satt werden.

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