Partner im RedaktionsNetzwerk Deutschland
Döbeln
Merken

Kann der Solarpark an der B169 bei Zschaitz entstehen?

Ein Investor will zwischen dem Wolfsgut und der B169 einen Solarpark errichten. Dafür soll ein Vertrag geschlossen werden. Nicht alle Räte sind einverstanden.

Von Sylvia Jentzsch
 5 Min.
Teilen
Folgen
NEU!
Auf der Fläche zwischen dem Wolfsgut und der B169 soll ein Solarpark entstehen. Doch dafür gibt es noch viele bürokratische Hürden zu überwinden.
Auf der Fläche zwischen dem Wolfsgut und der B169 soll ein Solarpark entstehen. Doch dafür gibt es noch viele bürokratische Hürden zu überwinden. © Detmar Thomas

Zschaitz. Die SüdOstPV Unternehmergesellschaft (UG) aus Klipphausen plant, auf dem 4.800 Quadratmeter großen Grundstück zwischen dem Teppichmarkt am Wolfsgut in Zschaitz und der B169 einen Solarpark zu errichten.

Um für den Investor Planungssicherheit zu schaffen und auch abzusichern, dass der Gemeinde in Bezug auf den Solarpark keine Kosten entstehen, soll auf Wunsch der SüdOstPV ein städtebaulicher Vertrag geschlossen werden.

Dieser Vertrag wurde bereits in der Februar-Sitzung des Gemeinderates diskutiert. Da es noch Fragen gab, stand das Thema erneut auf der Tagesordnung der Sitzung am Mittwochabend.

Investor stellt Vorhaben vor

Markus Schubert, Geschäftsführer der SüdOstPV erklärte den Räten, warum er den Bau des Solarparks plant und was es mit dem städtebaulichen Vertrag auf sich hat.

„Wir müssen unsere Anlagen auf Grünflächen bauen, weil es einfach in der Region zu wenig große Dachflächen gibt. Auf dem Areal am Wolfsgut soll eine 750-Kw-Fotovoltaik-Freilandanlage auf einer Fläche von 4.800 Quadratmetern entstehen“, so Schubert.

  • Nachrichten aus der Region Döbeln von Sächsische.de gibt es auch bei Facebook und Instagram

Sie werde eingezäunt. Der Bereich zur Kreisstraße, die aus Richtung Zschaitz über die Bundesstraße weiter nach Döschütz führt, wird begrünt und unter den Modulen wird eine Blühwiese entstehen. Die Anlage werde südlich in Richtung Döbeln ausgerichtet sein. Die Module würden fest installiert und nicht mit der Sonne mitgehen. Für solch eine Anlage seien die Kosten zu hoch.

Noch viele bürokratische Hürden

„Mit dem städtebaulichen Vertrag wird gewährleistet, dass der Gemeinde in Zusammenhang mit der Anlage keine Kosten entstehen. Denn soll das Vorhaben umgesetzt werden, muss der Flächennutzungsplan, der das Gebiet hälftig als Grün- und Gewerbefläche ausweist, geändert werden. Anschließend ist die Aufstellung eines Bebauungsplanes notwendig. Das ist alles mit Kosten verbunden, die das Unternehmen trägt. Die Gemeinde muss lediglich die entsprechenden Beschlüsse fassen“, sagte Markus Schubert.

  • Sie haben Hinweise, Kritik oder Lob? Dann schreiben Sie uns per E-Mail an [email protected]

Der städtebauliche Vertrag sei ein erster Schritt. Der stellvertretende Bürgermeister Jörg Fritzsche, der die Sitzung leitete, wies darauf hin, dass mit der Zustimmung zum Vertrag auch die zum Vorhaben verbunden sei. Der Investor benötige Planungssicherheit.

Räte melden Bedenken an

Ottmar Kunze wollte wissen, ob die 20 bis 30 Meter zwischen der Anlage und der B 169 ausreichend sind, zumal die Straße in den nächsten Jahren ausgebaut werden soll. „Grundsätzlich wird die Anlage von der Straße nicht zu sehen sein, weil sie tiefer liegt“, so Schubert.

Zum anderen werden bei der Änderung des Flächennutzungsplanes und dem Aufstellen des Bebauungsplanes die Träger öffentlicher Belange gefragt, die dann eine Stellungnahme geben. In diesem Fall gehört das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv), das für die B 169 zuständig ist, dazu.

Vier Räte stimmen gegen das Vorhaben

„Was hat die Gemeinde davon, wenn sie sich an ihrer Ortszufahrt eine Solaranlage hinbauen lässt?“, fragte Gemeinderat Ronald Göllnitz. Er sei nicht glücklich damit. Außerdem wisse man noch nicht, wie sich Karls Erdbeerdorf ganz in der Nähe des Standortes entwickle. Vielleicht könne auf dem Areal etwas anderes entstehen, gab der Gemeinderat zu bedenken. Er wolle die Anlage nicht.

„Bekommt die Gemeinde Gewerbesteuern?“, wollte Rätin Ines Conru wissen. Auf diese Frage antwortete Markus Schubert mit einem klaren Nein. Dafür wäre die Anlage zu klein. Sie werde mit anderen am Firmensitz in Klipphausen zusammengeführt.

Die Meinung der Räte ging in Bezug auf den Bau des Solarparks auseinander. Thomas Pilz und Sven Benedix sprachen sich für die PV-Freilandanlage aus. „Die Fläche wird nicht landwirtschaftlich genutzt. Es entsteht sogar eine Bienenwiese“, so Pilz.

Ein Platz für erneuerbare Energien

Sven Benedix fügte hinzu, dass die erneuerbaren Energien, die zurzeit sehr im Gespräch sind, irgendwo entstehen müssten. Eine Fotovoltaikanlage sei besser als ein Windrad. Dem stimmten auch Kerstin Konrad und Axel Schüller zu.

„Wir haben in den letzten Wochen gesehen, wie wichtig es ist, dass die Energie vor Ort erzeugt wird. Das Land, auf dem der Solarpark entsteht, ist in privaten Eigentum. Jeder soll darauf bauen können, was er will. Das nenne ich Demokratieverständnis“, so Jörg Fritzsche.

Ein klares Nein zum Vorhaben gab es unter anderem von Ronald Göllnitz, Ottmar Kunze und Mario Oemichen.

Und so stimmten sieben Räte für den Vertrag, vier dagegen und es gab eine Stimmenthaltung. Damit kann der Vertrag abgeschlossen werden.

Markus Schubert zeigte sich nach der Abstimmung sichtlich erleichtert und versprach, wenn das Vorhaben umgesetzt wird, 2.000 Euro an die Zschaitzer Kindereinrichtung zu spenden.