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Mehr Anträge auf Wohngeld in Döbeln

Grund für die Steigerung ist nicht nur Corona, sondern auch eine Gesetzesänderung. Jedoch kommen mehr Anträge per Post.

Wer seine Miete aufgrund eines zu geringen oder fehlenden Einkommens nicht zahlen kann, der kann Wohngeld beantragen.
Wer seine Miete aufgrund eines zu geringen oder fehlenden Einkommens nicht zahlen kann, der kann Wohngeld beantragen. © ZB

Region Döbeln/Mittelsachsen. Die anhaltende Kurzarbeit während der Corona-Krise ist für manche Arbeitnehmer eine zusätzliche finanzielle Belastung. Reicht das Geld nicht mehr aus, um die Miete zu bezahlen, dann kann Wohngeld beantragt werden. Doch erhalten jetzt während der Corona-Krise mehr Mittelsachsen Wohngeld als zuvor?

Die Wohngeldstelle am Landratsamt verzeichnet durch aus mehr Haushalte, die in diesem Jahr Wohngeld beantragen. So gab es im März 2020 noch 1.779 Haushalte, im August 2020 waren es 2.011. Im August 2019 waren es rund 1.800. 

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Von März bis August 2020 sind im Landratsamt zudem 2.937 Anträge auf Wohngeld in der Behörde eingegangen. Im selben Zeitraum 2019 waren es rund 500 Anträge weniger, informierte André Kaiser von der Pressestelle des Landratsamtes auf Nachfrage. „Dies entspricht einer Steigerung der Antragseingänge um zirka 21 Prozent“, meinte Kaiser.

260 Anträge mehr wegen Corona

Die Mitarbeiter der Wohngeldbehörde des Landratsamtes schätzen, dass rund 260 Anträge auf Wohngeld, die zwischen März und August 2020 gestellt worden sind, in Verbindung mit der Corona-Krise gesehen werden müssen. „Genaue Kenntnis, ob ein Antrag im Zusammenhang mit der Corona-Krise steht, besteht allerdings erst nach Bearbeitung jedes Einzelfalls“, erklärt Kaiser weiter. Keinesfalls jedoch könne die gesamte Antragssteigerung der Corona-Krise zugeschrieben werden.

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Bearbeitet werden vom Landkreis alle Anträge außerhalb der Städte Freiberg und Döbeln. Jene verfügen über eine eigene Wohngeldstelle. Im Schnitt 340 Döbelner beziehen derzeit im Jahr 2020 Wohngeld. Im vergangenen Jahr waren es nach Angaben von Stadtsprecher Thomas Mettcher 326 Zahlfälle. 

Die Steigerung habe jedoch nichts mit Corona zu tun, betonte Thomas Mettcher. Auch wenn Vermieter, wie die Wohnungsgenossenschaft Fortschritt in Döbeln, ihre Mieter auch dahingehend beraten, wenn sie in Zahlungsschwierigkeiten geraten. „Unsere Mitarbeiterinnen vom Mieterservice sind zu dem Thema geschult worden“, so Tino Hütter von der WGF.

Wohngeld liegt im Durchschnitt bei 140 Euro

„Die Entwicklung der Fallzahlen im Wohngeld ist eher auf die neue Gesetzgebung zum 01. Januar 2020 zurückzuführen“, erklärte der Stadtsprecher. In jenen Änderungen seien unter anderem die Miethöchstgrenzen verbessert, die Einkommensgrenzen verändert sowie der allgemeine Wohngeldbetrag erhöht worden. 

„Lag das durchschnittliche Wohngeld je Haushalt 2019 bei 119,00 Euro, ist er jetzt aktuell bei 140,00 Euro“, so Mettcher. 2019 hätten 2,5 Prozent der Döbelner Haushalte Wohngeld nach Gesetz erhalten.

Auswirkungen auf das Wohngeld habe die Coronakrise daher bisher keine gehabt. Aufgefallen sei jedoch, dass in letzter Zeit mehr Anträge auf dem Postweg gestellt werden, informierte der Stadtsprecher.

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„Antragsteller sind nicht mehr ganz so häufig im Amt und geben ihre Anträge ab.“ Dadurch sei für die Wohngeldbehörde der Aufwand bei der Ermittlung berechnungsrelevanter Daten gestiegen.

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