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Döbeln
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Wurde ein Kätzchen in Döbeln ausgesetzt?

Durch einen Facebook-Eintrag bekommen zwei Tierschützerinnen mit, dass in Döbeln eine junge Katze herumirrt und machen sich sofort auf den Weg. Sie vermuten, dass sie ausgesetzt wurde.

Von Lea Heilmann
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Die beiden Tierschützerinnen konnten das Kätzchen schnell einfangen. Nun wird es aufgepäppelt.
Die beiden Tierschützerinnen konnten das Kätzchen schnell einfangen. Nun wird es aufgepäppelt. © SZ/Lea Heilmann

Döbeln. In einer Döbelner Facebook-Gruppe hatte jemand am Dienstagvormittag gepostet, dass sich in Döbeln an der St. Jacobikirche eine kleine Katze aufhält. Schnell hat Jenny Suckrau reagiert und geantwortet, dass sie auf dem Weg ist.

Jenny Suckrau ist private Tierschützerin und arbeitet unter anderem mit dem Tierschutzverein Leisnig zusammen. Gemeinsam mit einer Kollegin ist sie sofort aus Mahlitzsch an die St. Jacobikirche gefahren, um das kleine Kitten einzufangen.

Als sie ankamen, war das Kätzchen erst mal nicht zu sehen. Die beiden liefen "Miez Miez Miez" rufend die Straße entlang. Und tatsächlich: nur knapp eine Minute später hat sich die Katze gezeigt und saß verängstigt neben dem Vorderreifen eines Autos.

Kitten konnte schnell eingefangen werden

Vorsichtig haben sich die beiden dem kleinen Tier genähert, doch sie ist unter das Auto verschwunden. Die ersten Versuche, sie mit Futter zu locken, sind gescheitert. "Sie ist noch so klein, vielleicht kennt sie auch noch gar kein festes Futter", sagte die Kollegin von Suckrau. Jenny Suckrau versuchte sie auf dem Boden liegend weiter mit Miau-Geräuschen anzulocken, auf die die Katze zwar reagierte, aber noch immer unter dem Auto blieb.

Den Futterbrocken konnte sie dann doch nicht mehr widerstehen und fraß vorsichtig. Schließlich kam die Kollegin von Suckrau auch an das Kätzchen heran und konnte sie greifen. Das Kitten wehrte sich anfangs, biss ihr in den Finger - aber alles nicht so schlimm. Schnell konnte sie in die Katzenbox gesetzt werden, versorgt mit weiterem Futter.

Die beiden Frauen schätzten das Kätzchen auf ungefähr drei Wochen und beschrieben es als "spindeldürr". Nachdem es gesichert war, suchten die Tierschützerinnen nach Geschwisterchen, doch ohne Erfolg. Die Vermutung, dass sie weder ausgebüxt noch eine Straßenkatze ist, machte sich bei den beiden immer mehr breit.

Kätzchen wird aufgepäppelt

Denn das Fell wirkte recht gepflegt und würde sie nicht ausgesetzt sein, müsste die Mutter in der Nähe sein. Wenn jemand sie ausgesetzt hat, dann wahrscheinlich auch im Umkreis der Kirche. "So junge Katzen bewegen sich eigentlich gar nicht", erklärte Jenny Suckrau.

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Sie appellierte auch an die Menschen, die solche Funde machen, dass sie versuchen, die Katze vor Ort mit einem Karton zu sichern oder auch die Polizei rufen und so lange in der Nähe des Tieres bleiben, bis Helfer dazukommen.

Die kleine Katze wird jetzt erst einmal in Obhut genommen und aufgepäppelt. Die beiden warten, ob sich der Besitzer meldet. Falls nicht, dann wird das Kätzchen im Tierheim untergebracht. Solche Fälle erleben die beiden immer mal wieder, zum Glück aber nicht so häufig. Dass sie alles stehen und liegen lassen, um das Kätzchen zu sichern, war für sie selbstverständlich, gerade bei den hohen Temperaturen sei eine schnelle Hilfe wichtig.