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Mehr Sicherheit an der S32 gefordert

Die Anwohner des Zschaitzer Ortsteils Dürrweitzschen haben Unterschriften gesammelt. Sie wollen ein Tempolimit.

Wer mit dem Bus nach Dürrweitzschen will, muss aus Döbeln und Mochau kommend, an der Haltestelle an der S 32 aussteigen. Das ist gefährlich, weil die Fahrzeuge in diesem Bereich 100 Stundenkilometer fahren dürfen.
Wer mit dem Bus nach Dürrweitzschen will, muss aus Döbeln und Mochau kommend, an der Haltestelle an der S 32 aussteigen. Das ist gefährlich, weil die Fahrzeuge in diesem Bereich 100 Stundenkilometer fahren dürfen. © Dietmar Thomas

Zschaitz-Ottewig. Es ist dunkel und es ist gefährlich – wenn die Schüler früh zur Schulbushaltestelle gehen. Wer in Dürrweitzschen, einem Ortsteil von Zschaitz-Ottewig wohnt und in Roßwein die Schule besucht, muss in den Morgenstunden die S 32 überqueren. Aber auch am Nachmittag ist es nicht ungefährlicher. Dann steigen vor allem jüngere Kinder aus dem Schulbus, der aus Mochau kommt.

Da es sich um eine Staatsstraße handelt, dürfen Fahrzeuge an dieser Stelle 100 Kilometer pro Stunde fahren, meist sind sie schneller unterwegs. Die Sicht aus Richtung Meila kommend, wird durch eine Bergkuppe eingeschränkt.

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Nicht nur wegen der Schulkinder haben die Dürrweitzschener eine Unterschriftensammlung gestartet. Denn auch ältere Leute haben ein Problem, über die Straße zu kommen. Das bestätigte Regina Herberger. Die Seniorin wäre bald einmal angefahren worden. Nur ein hauchdünner Abstand war zwischen ihr und dem Fahrzeug.

Schreiben an die Verkehrsbehörde

Die Initiatoren der Unterschriftensammlung, zu ihnen gehören Kristina Bretschneider und Sabrina Altmann, bitten in einem Schreiben die Verkehrsbehörde des Landratsamtes (LRA) um eine Reduzierung der Geschwindigkeit im Bereich der Kreuzungen Abzweig Zschaitz und Abzweig Mochau.

„Der Streckenabschnitt wird rege von Fußgängern genutzt. Die Haltstellen des ÖPNV sind für die Bürger von Dürrweitzschen nur über die S 32 zu erreichen. In diesem Bereich gibt es keine Fußwege“, heißt es im Schreiben. Darüber hinaus stellt die Ortsausfahrt von Dürrwitzschen auf die S 32 nach Angaben der Antragsteller einen Unfallschwerpunkt dar.

Für Kinder und ältere Menschen ist das Überqueren der Sin Problem, weil die Fahrzeuge 100 Kilometer pro Stunde fahren dürfen.
Für Kinder und ältere Menschen ist das Überqueren der Sin Problem, weil die Fahrzeuge 100 Kilometer pro Stunde fahren dürfen. © Dietmar Thomas

„Durch die Bergkuppe sind Fahrzeuge, die aus Richtung Meila kommen, sehr spät zu sehen. Der Abbiegeverkehr aus dem Ort hat kaum eine Möglichkeit, zu reagieren, wenn Fahrzeuge, vor allem Motorräder, mit hoher Geschwindigkeit die Strecke befahren“, heißt es im Schreiben.

Die Anwohner von Dürrweitzschen wünschen sich eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 oder 60 Kilometer in der Stunde .„Das Schreiben haben wir Anfang Juli ans Landratsamt geschickt. Alle Dürrweitzschener, die wir angesprochen haben, unterschrieben.

Kurze Zeit später war eine Mitarbeiterin der Verkehrsordnungsbehörde vor Ort und hat Messungen vorgenommen“, sagte Kristina Bretschneider. Sie habe sich nett mit der Dame unterhalten, die für das Problem sehr zugänglich war. Dann war es erst einmal ruhig um die Unterschriftenaktion geworden – zumindest für die Antragsteller.

Vor einigen Jahren hatte die gemeinde wenigstens einen Streifen asphaltiert, damit die Wartenden an der Haltestelle nicht im Straßengraben stehen müssen.
Vor einigen Jahren hatte die gemeinde wenigstens einen Streifen asphaltiert, damit die Wartenden an der Haltestelle nicht im Straßengraben stehen müssen. © Dietmar Thomas

Die Behörde indes arbeitete im Interesse der Bürger weiter. Zur Ratssitzung von Zschaitz-Ottewig teilte Bürgermeister Immo Barkawitz (parteilos) mit, dass das LRA eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 70 Kilometern pro Stunde plant. Das fanden die Räte gut, wollen sich sich aber für eine Begrenzung auf Tempo 50 einsetzen. Sie stimmten zunächst dem Vorschlag des LRA zu, damit überhaupt etwas passiert.

„Das Verwaltungsverfahren zum Antrag ist noch nicht abgeschlossen, sodass wir über das Ergebnis noch keine Aussagen treffen können“, teilte die Pressereferentin des LRA Cornelia Kluge auf Anfrage von Sächsische.de mit. Am Verfahren seien die Gemeinde, das Landesamt für Straßenbau und Verkehr und die Polizei beteiligt. Mit einer Entscheidung sei Mitte Dezember zu rechnen.

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