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Erfassungsbögen fürs Regenwasser

Seit dem Sommer schreibt die Oewa die Grundstücksbesitzer im AZV-Gebiet an. Es gibt eine Menge Reaktionen.

© Symbolfoto: dpa

Von Jens Hoyer

Döbeln. Die Hausbesitzer in Großweitzschen mit seinen Ortsteilen waren die ersten, die Post vom Abwasserzweckverband Döbeln-Jahnatal bekamen. Im Sommer hatte der Betriebsführer Oewa begonnen, die ersten Erfassungsbögen fürs Oberflächenwasser zu verschicken. Ab 2019 muss der AZV das Einleiten von Oberflächenwasser in den öffentlichen Kanal bei der Gebührenberechnung berücksichtigen. Aber wer leitet von welchen Flächen ein?

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Diese Fragen sollen die Grundstückseigentümer mit den Fragebögen selbst beantworten. Genau 788 sind es in Großweitzschen, die jetzt Post bekamen. Für die Oewa war es auch ein Test, wie die Grundstückseigentümer auf die Schreiben reagieren. „Wir wollten sehen, welche Fragen auftreten“, sagte Wolf-Thomas Hendrich, Leiter der Döbelner Oewa-Niederlassung, in der Sitzung des AZV am Montag. Die ersten Reaktionen seien ermutigend. Nach vier Wochen seien schon 200 Fragebögen zurückgekommen. „Die waren ohne Beanstandung ausgefüllt, das ist nach unserer Erfahrung eine gute Quote“, so Hendrich.

Erwartungsgemäß habe es auch eine Menge Fragen gegeben. Zum Beispiel, ob Gewächshäuser zählen, und welches Pflaster zu berücksichtigen ist. Auch, wem die Leitung gehört, in die das Abwasser eingeleitet wird und was eigentlich mit den Werten der Erhebung von 2004 passiert ist. Damals hatte der AZV schon mal eine Überfliegung gestartet, ohne die Gebühren einzuführen. Die Daten von damals seien aber kaum zu verwenden, so Hendrich. „Nach 13 Jahren hat sich da viel geändert.“

Nur eine Seite Fragebogen müssen die Befragten ausfüllen. „Aus unserer Sicht ist das eine ganz einfache Handhabung“, sagte Hendrich. Nach Großweitzschen kommt nun Ostrau mit rund 1150 Grundstücken an die Reihe, danach Zschaitz-Ottewig mit 450 Erfassungsbögen. Döbeln mit seinen Ortsteilen macht mit 4550 Grundstücken das Gros im AZV aus. Die Besitzer bekommen ab November die Selbstauskunftsbögen zugesandt.

Der Aufwand für die Aktion sei ziemlich hoch, sagte Hendrich. Derzeit seien vier Mitarbeiter damit befasst, den Bürgern ihre Frage zum Niederschlagsentgelt zu beantworten. Im Mai kommenden Jahres soll die Datenerhebung abgeschlossen sein.

Ab 2019 sollen alle zahlen, die das Wasser von versiegelten Flächen in Mischwasserkanäle und öffentliche Regenwasserkanäle einleiten. Was versiegelte Flächen sind, hat der AZV genau definiert: Es sind unter anderem Dachflächen, Terrassen und Balkone, betonierte oder asphaltierte Flächen. Oder solche, bei denen Verbundsteine so dicht verlegt sind, dass das Wasser nicht versickern kann. Rasengittersteine oder in Sand gesetztes Pflaster, Schotter und Sandwege zählen dagegen nicht als versiegelt.