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Döner am Ufer des Bosporus

Nuri Dibaz betreibt nicht nur ein türkisches Bistro in Niesky, er unterstützt auch zwei Sportvereine der Stadt.

© Jens Trenkler

Von Steffen Gerhardt

Hawál ist das kurdische Wort für Freund, sagt Nuri Dibaz. Er führt das gleichnamige Bistro auf der Görlitzer Straße, zwischen Sparkasse und Raiffeisenbank gelegen. Ein Freund möchte Nuri Dibaz für die Nieskyer und seine weiteren Gäste sein – und andersherum genauso. „Meine Gäste sollen mich als ihren Freund sehen“, betont er.

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Seit zehn Jahren lebt Nuri Dibaz bereits in Niesky. „Das Schicksal wollte es so“, erzählt er. Zusammen mit seinen beiden Brüdern und seiner Schwester ist er 2004 von der Türkei aus aufgebrochen, um in Deutschland Arbeit zu finden und sich hier eine Existenz aufzubauen. Seine Schwester hat in Frankfurt/Main ihre Beschäftigung gefunden. Die drei Brüder inzwischen in Niesky. Denn sich mit einem eigenen Geschäft selbstständig zu machen, das war schon immer der Wunsch des 31-Jährigen.

In seiner türkischen Heimat hat er Bäcker und Gastronom gelernt. Beides wird dort in einer Ausbildung vermittelt. In Deutschland angekommen, arbeitete Nuri Dibaz zunächst als Angestellter in Gaststätten, wohnte dabei in Obercunnersdorf und Löbau. Bis er in Niesky die Chance hatte, selbst ein Bistro zu eröffnen. Zunächst gegenüber von seinem heutigen Domizil richtete er zusammen mit seinen Brüdern das Bistro ein. Aber das war ihm am Ende zu klein und zu schmal. „Ich wollte gern eine Terrasse haben, wo die Leute draußen sitzen können“, nennt er den Hauptgrund seines Umzuges.

Diese Möglichkeit ergab sich, als für das gegenüberliegende „Jannys Eis“ ein neuer Käufer gesucht wurde. Nuri Dibaz nutzte die Chance und zog mit seinen Mitarbeitern um. „Für uns hieß das, noch mal von vorn zu beginnen mit dem Umbau und dem Einrichten des Bistros“, erzählt der Inhaber. Wie schon im vorhergehenden Lokal wollte Nuri Dibaz von einem Stück Heimat umgeben sein. Der Daubitzer Künstler Karsten Stöhr malte ihm eine Stadtansicht von Istanbul. Davor fließt der Bosporus, der die Stadt in einen europäischen und asiatischen Teil trennt. Auf der anderen Wand gegenüber erhebt sich die Heilige Moschee in Sanliurfa. „Im Vordergrund ist der Teich des Abraham mit heiligen Karpfen der zur Halil-Rahman-Moschee gehört“, benennt Nurim Dibaz die Wandmalerei genauer. Zu dieser heiligen Stätte hat er eine besondere Beziehung: Sie liegt in der Stadt aus der er stammt.

Für ihn ist Niesky inzwischen zur neuen Heimat geworden. „Mir gefällt die Stadt und die Menschen sind sehr nett“, urteilt er über sein neues Zuhause. Denn er arbeitet nicht nur in Niesky, er hat hier auch eine Wohnung bezogen. Auch seine beiden Brüder leben in Niesky. „Ich habe mir vorgenommen, hierzubleiben und nicht mehr wegzuziehen“, ist Nurim Dibaz überzeugt. Er und seine Brüder fühlen sich in Niesky gut aufgehoben – und geben der Stadt auch gern etwas zurück. „Ich unterstütze den Verein Ironsport als Hauptsponsor und bin auch Sponsor beim Hockeyclub Niesky“, erzählt der junge Mann. Denn der Sport und die Vereine liegen ihm am Herzen.

So wie seine Gäste. Vom Alter her ist alles vertreten. Nicht nur Laufkundschaft, auch Leute, die bei ihm einkehren. In der Schulzeit sind es vor allem junge Leute, die sich bei ihm ihre „Schulspeisung“ holen. „Bei mir ist immer Betrieb“, sagt der Geschäftsmann. Deshalb gibt es für sein Bistro auch keinen Ruhetag. Von 11 bis 22 Uhr steht die Tür täglich offen. Neben seinen beiden Brüdern beschäftigt Nurim Dibaz zwei weitere Mitarbeiter, sodass sie sich zu fünft in die Arbeit teilen. Dass man im Hawál auch für größere Feste oder Partys bestellen kann, hat sich inzwischen herumgesprochen. Nur holen müssen es die Kunden selbst, denn Nurim Dibaz betreibt keinen Lieferservice außer Haus.

Da vor seinem Einzug das Bistro eine Eisdiele war, wollte der neue Besitzer den Eisverkauf nicht ganz sterben lassen. Und so steht neben der Theke wieder eine Kühlvitrine mit einer Handvoll Eissorten darin. „Ja, meine Gäste wollen auch weiterhin ihr Eis hier haben“, bestätigt der Gastronom.

Mit dem Bistro „Hawál“ endet unsere Serie „So isst Niesky“. Wir hätten gern alle Imbiss-Anbieter in der Stadt vorgestellt. Aber nicht jeder ist bereit, mit seinem Geschäft in die Zeitung zu kommen.