merken

Pirna

Dohnas Fünf Schritte-Plan gegen Mobbing

Ausgrenzen geht schnell und tut weh. Die Dohnaer Schule geht seit Herbst einen Weg dagegen und hat erste Fälle behandelt.

Dohna beteiligt sich an einem Anti-Mobbing-Projekt. © Symbolbild: SZ

Mal sind es die falschen Klamotten, mal der ausgespannte Freund: Schnell werden Schüler zum Außenseiter und gemobbt. Viele Schulen tun sich schwer, das Problem zu sehen. Die Dohnaer Schule stellt sich ihm. Seit November beteiligen sich als erste Schule in Sachsen am Projekt „Wachsame Schule“ der Werner-Bonhoff-Stiftung. Was sind die ersten Erfahrungen?

Erster Schritt: Die Information

Anzeige
Symbolbild Anzeige

Sicherheit mit dem Malteser Hausnotruf

Was mache ich, wenn mir zu Hause etwas zustößt und niemand da ist, um mir zu helfen? Diese Frage stellen sich ältere und beeinträchtigte Menschen oft mit Sorge

Es gibt drei Möglichkeiten, wie Schüler ein Problem loswerden können. In der Schule gibt es einen Briefkasten für die Schüler. Außerdem können sie einen Hilfebrief an die Stiftung schicken, den dann auch die Schule erhält. Schließlich können direkt die Mitglieder des Interventionsteams in der Schule angesprochen werden. Zu ihm gehören die Schulleiterin, Beratungslehrer, Sozialarbeiter und Integrationsbeauftragte. Schüler sind nicht dabei, unter anderem aus Gründen der Schweigepflicht. „Und natürlich kann sich jeder Schüler an jeden Lehrer wenden“, sagt Schulleiter Antje Ambos. Bisher wurden in der Dohnaer Oberschule drei Fälle behandelt.

Zweiter Schritt: Die Prüfung

„Wichtig ist, mit allen Betroffenen zu reden“, sagt Antje Ambos. Das Interventionsteam trifft sich ein Mal im Monat, bei Bedarf auch öfter. Sie können die Streitschlichter einbeziehen und führen Einzelgespräche.

Dritter Schritt: Die Maßnahmen

Nun folgen konkrete Schritte. Die werden von Fall zu Fall abgestimmt. Oft sind es Aufforderungen, das Ausgrenzen, Mobbing zu unterlassen. Damit können Auflagen zu Berichten verbunden werden. Schulverweise sind eine der härtesten Maßnahmen.

Vierter Schritt: Die Kontrolle

Auch die Kontrolle ist entsprechend den Maßnahmen individuell. Manchmal sind es ehrliche Sätze wie „Wir sind jetzt Freunde“, manchmal muss länger dran geblieben werden, sagt Antje Ambos. Doch wenn es sich erledigt hat, wird es auch nicht auf ewig verfolgt, sagt Antje Ambos. Vor allem werde durch den offensiven Umgang die Wahrnehmung für Mobbing geschärft.

Fünfter Schritt: Die Weiterbildung

Mobbing ist und bleibt ein sensibles Thema. Deshalb gibt es Weiterbildungen und Workshops für Lehrer und Schüler. Zur nächsten Veranstaltung am 24. Mai kommen Vertreter der Stiftung nach Dohna. Auch thematische Elternabende sind vorgesehen, sagt Antje Ambos. (SZ/sab)

Für Informationen zwischendurch aufs Handy können Sie sich unter www.szlink.de/whatsapp-regio anmelden.

Und unseren ebenfalls kostenlosen täglichen Newsletter abonnieren Sie unter www.sz-link.de/pirnaheute