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Domowina und Vattenfall verlängern Kooperationsvertrag

Trotz aller Spannungen haben die Sorben und der Bergbaubetreiber Vattenfall eines gemeinsam: Beide wollen so viel wie möglich von der Kultur der Minderheit in der zweisprachigen Lausitz erhalten.

Cottbus. Der Energiekonzern Vattenfall unterstützt auch in den kommenden Jahren die Pflege der Kultur der Lausitzer Sorben. Der Domowina-Vorsitzende David Statnick sagte am Donnerstag: „Wir erkennen das Engagement von Vattenfall für die Förderung der sorbischen Sprache und Kultur an, auch wenn wir gegen die Abbaggerung von sorbischen und wendischen Dörfern sind.“ Zur Höhe der Finanzhilfe wollte sich Statnick nicht äußern: „Über Geschenke redet man nicht.“

Vertreter der Braunkohlensparte des Unternehmens und der Sorben-Organisation Domowina unterzeichneten am Donnerstag in Cottbus eine Vereinbarung, mit der ein 2007 abgeschlossener Kooperationsvertrag um weitere drei Jahre bis 2016 verlängert wird. Darin verpflichtet sich Vattenfall, Projekte der Sorben in der südbrandenburgischen und ostsächsischen Bergbauregion mit Spenden zu fördern.

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Mit der Braunkohleförderung greife Vattenfall noch viele Jahre auch in das Leben der Sorben ein, sagte Uwe Grosser, Leiter Bergbau der Vattenfall Europe Mining AG. „Wir befinden uns hier in einem Spannungsfeld, aber der Erhalt der sorbischen Sprache und Bräuche liegt im ausdrücklichen Interesse unseres Unternehmens.“

Gefördert werden zum Beispiel das Witaj-Projekt zum Unterricht in sorbischer Sprache, Vereinsfeste sowie Bild- und Filmdokumentationen über das Leben der Sorben/Wenden.

Diese Traditionen sind auch von Kohlebaggern bedroht. So sollen weitere Dörfer und Ortsteile im sorbischen Siedlungsgebiet bei der Erweiterung der Braunkohletagebaue Nochten und Welzow-Süd umgesiedelt werden. Davon wären in den nächsten Jahren weitere rund 2.500 Bewohner betroffen. Bisher mussten bereits mehrere tausend Bewohner in der Lausitz dem Bergbau weichen.

In Sachsen und Brandenburg leben ungefähr 60.000 Sorben. In der Brandenburger Niederlausitz nennen sie sich Wenden. (dpa)