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Doppel-Olympiasieger wird Ehrenbürger von Pirna

Bobpilot Francesco Friedrich startet in Altenberg mit seinen Unterstützern in die Saison. Ihm wird eine besondere Ehre zuteil.

© Stephan Klingbeil

Von Stephan Klingbeil

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Altenberg/Pirna. Doppel-Olympiassieger, mehrfacher Weltmeister, Gesamt-Weltcupsieger und Europameister: Bobpilot Francesco Friedrich vom BSC Sachsen Oberbärenburg hat mit seinen erst 28 Jahren im Sport schon alles erreicht, was man erreichen kann. Seine Heimatstadt will ihm nun eine ganz besondere Ehre zuteilwerden lassen: Der Champion wird Ehrenbürger von Pirna.

Das bestätigte Stadtsprecher Thomas Gockel am Rande der Saisoneröffnung mit Friedrichs Unterstützer-Allianz am Donnerstagabend in Altenberg. Demnach wird dem amtierenden Weltmeister im Zweier- und Viererbob am 23. November im Rathaus die Ehrenbürgerschaft verliehen.

Diese Auszeichnung gilt ein Leben lang. Laut Gockel gibt es momentan mit Ingeburg Fülfe nur eine weitere Person, die diesen Titel trägt. Die Puppenspielerin und ihr 1994 verstorbener Mann Heinz Fülfe, der als Puppenvater von Flax und Krümel und durch seine Rolle als Schnellzeichner Taddeus Punkt eine Identifikationsfigur des DDR-Kinderfernsehens war, erhielten die Ehrenbürgerwürde vor mehr als 50 Jahren.

Nun bekommt Friedrich diese höchste Ehrung der Stadt. „Das ist eine tolle Auszeichnung, besonders freut mich, dass die Entscheidung des Stadtrats dazu einstimmig gefällt wurde“, sagt der Pirnaer Serien-Weltmeister. Er sehe auch keinen Grund, jetzt deshalb „irgendwie abzuheben“. „Es bleibt ja trotzdem alles beim Alten“, erklärt er in seiner typischen Bescheidenheit.

Dennoch: Nach seinen Goldfahrten im kleinen und großen Schlitten im Februar bei den Winterspielen in Pyeongchang sei der Bekanntheitsgrad von ihm und seinem Team spürbar gewachsen. „Wir bekommen mehr Anfragen“, erklärt Friedrich. Von Medien, Unternehmen und potenziellen Sponsoren. „In diesem Sommer hatte ich mehr Zeit für meine Familie, insgesamt war es entspannter, stressfreier als im Vorjahr“,sagt der 28-jährige Bundespolizist.

Jedoch haben seine Anschieber und er neben der sportlichen Vorbereitung auf die nun begonnene Saison auch viele Werbetermine wahrgenommen. Die zwei Olympia-Titel seien hilfreich, weitere Unterstützer zu finden. „Trotzdem bleibt die Suche nach neuen Sponsoren schwierig“, sagt er.

Umso mehr freut sich der Pirnaer, dass seine Allianz mit vielen Unternehmen aus der Region auf mittlerweile 66 angewachsen ist. Um erfolgreich zu bleiben, sei ihre Hilfe enorm wichtig. Materialteile, Transportfahrzeuge, neue Kufen – das alles muss zu großen Teilen selbst finanziert werden.

Als Dankeschön lädt Friedrich zum Beispiel jedes Jahr zum Saisonstart der Allianz nach Altenberg ein. Dort rauschen die Gäste beim Ice-Tubing mit bis zu 70 km/h auf Reifen durch den Eiskanal. „Das macht richtig Spaß“, so Alex Schüller, Friedrichs neuer Anschieber. „Und es ist schön, mal die Bahn zu sehen, sonst haben wir Anschieber bei der Fahrt ja die Köpfe unten.“

Auch den mehr als 100 Gästen gefällt die Gaudi. „Wir kommen gerne her, sind schon seit Jahren Teil dieser Allianz“, erklärt etwa Michael Brune, Chef eines Elektrofachbetriebs in Stadt Wehlen. „Wir wollen den Sport in der Region unterstützen – sind ein kleiner Teil von etwas Großem.“

Ähnliches sagen auch Unterstützer von Friedrichs Kumpel Nico Walther. Der neue Deutsche Meister im Zweier- und Viererbob war am Dienstag in Altenberg Gastgeber seiner eigenen Allianz. Kommende Woche sehen sich die beiden Oberbärenburger Piloten wieder auf ihrer Heimbahn. Dann will Walther bei der Selektion sein Weltcup-Ticket perfekt machen – und der bereits gesetzte Friedrich weiter trainieren.