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Doppelter Platz für die Dickhäuter

Das neue Afrikahaus bietet den drei Elefantenkühen bessere Bedingungen. Offen ist nur, wann ein Bulle einzieht.

© Sven Ellger

Von Juliane Richter

Drei Jahre lang waren die Zoo-Elefanten nur auf der Außenanlage zu sehen. Bei schlechtem Wetter oft gar nicht. Ab Mittwoch haben die Besucher wieder ganztägig einen guten Blick auf die drei Tiere. Dann wird um 12 Uhr das umgebaute Afrikahaus neu eröffnet. Statt bisher 500 stehen den Tieren dann 1 000 Quadratmeter Lauffläche im Innengehege zur Verfügung. Möglich wurde das, weil ihre Einzelboxen aus dem Innenbereich an die Rückseite des Gebäudes verlegt wurden.

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Die Elefanten können sich nachts sehr frei auf dem Gelände bewegen.
Die Elefanten können sich nachts sehr frei auf dem Gelände bewegen. © Sven Ellger
Stehen medizinische Checks oder andere Arbeit an, kommen sie in Einzelboxen. Fast 30 Stahltüren verbinden alle Bereiche.
Stehen medizinische Checks oder andere Arbeit an, kommen sie in Einzelboxen. Fast 30 Stahltüren verbinden alle Bereiche. © Sven Ellger

Vor den Besuchern eröffnet sich daher nun eine deutlich größere Sandfläche als früher. Kurz vor den Absperrungen wurden ein künstlicher Termitenhügel und ein Baumstamm mit Löchern geschaffen, in denen Futter versteckt werden kann. Die Tiere sind damit nicht nur gefordert, sondern auch positiv beschäftigt. Über die „Elefantendusche“ fällt Wasser von der Decke in eine flache Sandgruppe. Nach Suhlen ist den drei Elefantendamen Drumbo, Mogli und Sawu bisher noch nicht zumute, doch mit den Füßen stampfen sie gern durch die Wassergrube. Revierleiter Ronny Moche freut sich vor allem über den Bereich, der für Besucher nicht zugänglich ist. Denn das Herzstück des neuen Geheges sind die fünf Einzelboxen für die Elefanten – alle mit massiven Stahlbalken und -türen voneinander getrennt. Die Mutter-Kind-Box ist mit rund 90 Quadratmetern Fläche am größten. Die Boxen können miteinander oder auch mit dem außenliegenden Vorgehege verbunden werden. Für die Tiere ergibt sich deutlich mehr Abwechslung als früher, für die Pfleger maximale Flexibilität und einwandfreie Bedingungen, um mit den Elefanten zu arbeiten.

Seit 2010 hat der Zoo den Umbau des Afrikahauses geplant. Einerseits weil die damalige Baustruktur marode war, andererseits weil sich eine Umstellung auf den geschützten Kontakt europaweit abgezeichnet hat. Dabei stehen die Pfleger nicht mehr direkt am Tier, sondern sind permanent durch Gitter von ihm getrennt. Das erfordert allerdings neue Bauweisen. Damit das Geld gut investiert ist und die Abläufe im neuen Haus reibungslos funktionieren, hat Revierleiter Ronny Moche in den vergangenen Jahren viele Zoos, die Elefanten halten, besucht und sich Anregungen für den Umbau geholt. Das Ergebnis sind nicht nur die flexibel verbindbaren Boxen, sondern auch einige Tore, die hydraulisch – also auf Knopfdruck – geöffnet werden. Diese sind so massiv ausgelegt, dass auch ein ausgewachsener, sieben Tonnen schwerer Elefantenbulle sie nicht aufstoßen kann. Die zwischenzeitliche Haltung eines solchen Bullen ist das Ziel des Zoos. Auch dafür war der Umbau zwingend notwendig. Kommendes Jahr soll der Bulle aus Halle/Saale nach Dresden kommen.

„Unsere Vision ist, unsere drei Kühe noch einmal Jungtiere gebären zu lassen“, sagt Ronny Moche. Der besagte Elefantenbulle hat bereits gesunde Jungtiere gezeugt und legt bisher ein friedliches Verhalten an den Tag. Die Pfleger in Dresden hoffen, dass er dank seiner umgänglichen Art den ganzen Tag mit den drei Elefantenkühen gemeinsam verbringen kann und nicht weggesperrt werden muss. Die Harmonie ist wichtig, wird aber vermutlich später doch gestört, wenn Jungtiere hinzukommen. Weil sich dann das Gruppengefüge ändert, müssen laut Moche auch die Tiere anders behandelt werden. Das Außengehege, das kommendes Jahr seine endgültige Größe von rund 3500 Quadratmetern erreichen soll, kann deshalb dann auch durch ein massives Tor geteilt werden, um zwei Gruppen gleichzeitig im Freien zu halten. Bis dahin muss jedoch noch die bisherige Interimshalle, in der die Kühe die vergangenen drei Jahre gelebt haben, abgebaut werden. Laut Zoochef Karl-Heinz Ukena wird sie vermutlich am anderen Ende des Zoos im Wirtschaftsbereich aufgestellt.

Die drei Elefantendamen haben sich ihr altes, neues Zuhause in der vergangenen Woche Stück für Stück erobert. Sie müssen die neuen Geräusche der hydraulischen Türen ebenso kennenlernen, wie sich plötzlich in Geduld zu üben, weil die Türen nur langsam öffnen. Die Nächte verbringen sie bereits im neuen Innenbereich oder in einer Box, ganz wie sie es wünschen. Wenn die Temperaturen steigen, soll nachts auch der Durchgang von ganz innen nach ganz außen möglich sein, sodass sich Drumbo, Mogli und Sawu so frei wie eben möglich im Gehege bewegen können.