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"Dorian" zieht weiter in Richtung Kanada

Nachdem der Hurrikan weite Teile der Bahamas verwüstet hat, hat er Amerika erreicht. Die US-Küste scheint glimpflich davongekommen zu sein.

USA, Buxton: Die Bewohner gehen und fahren durch das zurückweichende Flutwasser nachdem Hurrikan Dorian an der Insel Hatteras vorübergezogen ist.
USA, Buxton: Die Bewohner gehen und fahren durch das zurückweichende Flutwasser nachdem Hurrikan Dorian an der Insel Hatteras vorübergezogen ist. © Steve Earley/The Virginian-Pilot/dpa

Miami/Nassau/Raleigh. Hurrikan "Dorian" ist über einen küstennahen Teil des US-Bundesstaats North Carolina hinweggezogen und hat für Überschwemmungen, Schäden und Stromausfälle gesorgt. Der Wirbelsturm sollte am Samstag in relativ großer Entfernung zur US-Küste an den Staaten Neuenglands vorbeiziehen, darunter etwa New York, Massachusetts und Maine, erklärte das Nationale Hurrikan-Zentrum (NHC) am Freitag (Ortszeit).

Im weiteren Verlauf sollte "Dorian" ab Samstagabend als abgeschwächter Sturm über Nova Scotia im äußersten Nordosten Kanadas hinwegziehen. "An unsere kanadischen Nachbarn, heute ist der Tag, sich auf Hurrikan "Dorian" vorzubereiten", hieß es in einem NHC-Tweet.

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"Dorian" war am Freitag als Hurrikan der schwächsten Kategorie in North Carolina auf eine Gruppe vorgelagerter Inseln getroffen und brachte Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 Kilometern pro Stunde mit sich. Dort kam es zu großen Überschwemmungen, Häuser wurden abgedeckt, Bäume und Strommasten knickten um. Zeitweise verloren rund 200.000 Haushalte ihre Stromversorgung. Auf der Insel Ocracoke in der Inselgruppe Outer Banks saßen Hunderte Menschen zeitweise fest. Auf Bildern der Insel waren schwere Überflutungen zu sehen.

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Anfang September hatte der Wirbelsturm weite Teile der Bahamas verwüstet. Bislang wurden 50 Todesopfer bestätigt - die Zahl dürfte aber weiter steigen.

Bewohner der Bogue Shores Eigentumswohnungen arbeiten daran, einen Generator anzuschließen, nachdem der Gebäudekomplex von Hurrikan "Dorian" beschädigt wurde.
Bewohner der Bogue Shores Eigentumswohnungen arbeiten daran, einen Generator anzuschließen, nachdem der Gebäudekomplex von Hurrikan "Dorian" beschädigt wurde. © Jeffrey Collins/ap/dpa

"Dorian" war von Sonntag bis Montag als Hurrikan der kraftvollsten Kategorie über die nördlichen Inseln der Bahamas hinweggezogen und hinterließ eine Schneise der Verwüstung. Nach bisherigen Angaben kamen mindestens 30 Menschen ums Leben, die Behörden befürchteten aber, dass die Opferzahl noch deutlich ansteigen könnte. Bahamas Gesundheitsminister Duane Sands sagte im Rundfunk: "Ich glaube, die Zahl wird überwältigend sein." Angesichts der Zerstörung kommen die Helfer nur schwer in die betroffenen Gebiete.

US-Präsident Donald Trump sandte in einer auf seinem Twitter-Account veröffentlichten Videobotschaft seine besten Wünsche an die Menschen auf den Bahamas. Die Bahamas seien sehr hart getroffen worden, die USA würden unter anderem mit Wasser und Lebensmitteln helfen.

Auf den Bahamas sollen sich 70 deutsche Marinesoldaten an einem Hilfseinsatz beteiligen. Die Männer und Frauen seien auf dem niederländischen Docklandungsschiff "Johan de Witt", das Kurs auf die Bahamas nehme, hieß es am Freitag aus dem Verteidigungsministerium in Berlin. Das Schiff, ein Hubschrauberträger, liege vor der Karibikinsel St. Martin und erhalte am Wochenende Ladung und Material. Es soll spätestens am Montag auslaufen.

Kritik kam von der Linken. "Warum nun ausgerechnet die Bundeswehr entsendet werden muss, erschließt sich mir nicht", sagte Linken-Verteidigungspolitiker Alexander Neu. "Es ist die klassische Aufgabe des Technischen Hilfswerks. Das THW ist dazu bestens ausgebildet und ausgerüstet."

Mehr als zehn Hubschrauber der US-Küstenwache fliegen in den Bahamas bereits Rettungseinsätze, auch das Militär ist bereits vor Ort und hilft. Auch die Vereinten Nationen, die EU, und andere Nationen bereiten Hilfseinsätze vor.

"Dorian" war der verheerendste Wirbelsturm auf den Bahamas und einer der stärksten im Atlantik seit Beginn moderner Aufzeichnungen. Es kam zu meterhohen Sturmfluten und großflächigen Überschwemmungen. Nach Schätzung des Roten Kreuzes wurden auf Grand Bahama und den Abaco-Inseln etwa 13 000 Wohnhäuser schwer beschädigt oder zerstört.