merken

Politik

Drastische Maßnahmen in Deutschland

Keine Urlaubsreisen, geschlossene Geschäfte und Spielplätze: Um die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen, gibt es jetzt harte Maßnahmen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). © dpa

Berlin. Das Leben in Deutschland beschränkt sich wegen der Coronakrise nun fast völlig auf die eigenen vier Wände. Bund und Länder schränken mit drastischen Maßnahmen das öffentliche Leben weiter ein, um die Ausbreitung des Virus zu bremsen. Viele Geschäfte sollen geschlossen, Gottesdienste sowie Freizeitaktivitäten verboten werden. Das geht aus einem Beschluss der Bundesregierung und der Regierungschefs der Länder vom Montag hervor, der von sofort an gilt.

"Das sind Maßnahmen, die es so in unserem Lande noch nicht gegeben hat", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach mehreren Krisentreffen. Sie rief die Bürgerinnen und Bürger am Montag in Berlin auf, keine Urlaubsreisen ins In- und Ausland mehr zu unternehmen und sich an die neuen Regeln zu halten.

Die Stadt Apotheken Dresden sind für Sie da

Die Stadt Apotheken Dresden unterstützen Sie bei einer gesunden Lebensweise und stehen Ihnen sowohl mit präventiven als auch mit therapeutischen Maßnahmen, Arzneimitteln und Gesundheitsprodukten zur Seite.

Ausdrücklich nicht geschlossen werden Supermärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen sowie Poststellen, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte und der Großhandel. Damit soll die Versorgung der Bevölkerung sichergestellt werden.

Geschlossen werden dagegen Bars, Clubs, Diskotheken sowie Kneipen, Theater, Opern, Konzerthäuser und Museen. Dicht machen sollen Messen, Ausstellungen, Kinos sowie Spielhallen, Spielbanken sowie Bordelle.

In Deutschland sind nun mehr als 6.600 Infektionen mit dem neuen Coronavirus bekannt, wie aus einer Auswertung der dpa hervorgeht. 16 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind bislang bundesweit gestorben, ein weiterer Deutscher während einer Reise in Ägypten.

Auch im Sport und in der Wirtschaft reagieren Verbände, Vereine und Unternehmen mit durchgreifenden Maßnahmen. Fußballfans müssen sich wohl damit abfinden, dass die Europameisterschaft verschoben wird, auch um die Bundesliga-Saison möglichst mit vollen Stadien zu Ende spielen zu können.

Reisen von und nach Deutschland und in die Europäische Union

Im Kampf gegen die Coronakrise sollen die EU-Außengrenzen Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zufolge ab Dienstagmittag geschlossen werden. Es handle sich um eine gemeinsame Entscheidung, die am Montagmorgen von den Europäern getroffen wurde, sagte Macron am Abend in einer TV-Ansprache. Konkret würden alle Reisen zwischen außereuropäischen Ländern und EU-Ländern für 30 Tage ausgesetzt.

Die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte am Nachmittag einen solchen Vorschlag unterbreitet und weitreichende Einreisebeschränkungen in die Europäische Union für zunächst 30 Tage vorgeschlagen. An diesem Dienstag soll der weitgehende Einreisestopp von den 27 Staats- und Regierungschefs bei einer Videokonferenz beschlossen werden.

Deutschland hat inzwischen an Grenzübergängen zu Österreich, Frankreich, Luxemburg und Dänemark sowie zur Schweiz mit strengen Grenzkontrollen begonnen. Der Warenverkehr und Berufspendler sind davon nicht betroffen.

Urlaub erst einmal ade

Die Coronakrise trifft Reisende und die Tourismusbranche mit voller Wucht. Der Reiseverkehr kommt vor Beginn der Osterzeit weitgehend zum Erliegen. Mehrere Veranstalter, darunter Branchenprimus Tui, sagten Reisen ab, einige Fluggesellschaften stellen vorerst den Betrieb ein.

Geschlossene Schulen

Wegen der Coronakrise haben bereits Zehntausende Schulen und Kitas in Deutschland zugemacht. Die Schließungen gelten in der Mehrzahl der Bundesländer bis zum Ende der Osterferien, also bis Mitte oder Ende April. Betroffen sind Millionen Eltern: Deutschlandweit gibt es 2,8 Millionen Grundschüler, in Tageseinrichtungen und Horten werden 3,7 Millionen Kinder betreut.

Lebensmittelketten garantieren Versorgung

Leer gefegte Nudel-Regale und Toilettenpapier Mangelware: Die Auswirkungen der Coronakrise sind nicht zu übersehen. Dennoch geben Edeka, Rewe, Aldi und Co. Entwarnung. Die Versorgung sei trotz der erheblich gestiegenen Nachfrage gesichert, betonten die Handelsketten in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Fußball-Europameisterschaft frühestens im Winter, Bundesliga hofft

Als Ersatztermine für die Fußball-Europameisterschaft im Juni und Juli werden der anstehende Winter sowie der Sommer 2021 gehandelt. Darüber wird am Dienstag die UEFA-Führung mit den nationalen Verbänden beraten. Davon abhängig ist, wie es mit der Fußball-Bundesliga-Saison weiter geht.

Aktien brechen weiter ein, Notenbanken und Eurogruppe mit Hilfen

Als Folge der Krise ist der Deutsche Aktienindex Dax unter die Marke von 9000 Punkten und damit auf den tiefsten Stand seit Februar 2016 gefallen. Die Finanzminister der Eurogruppe schnürten ein umfassendes Krisenpaket. Die US-Notenbank senkte den Leitzins auf fast null Prozent. (dpa)

Restaurant ab 18 Uhr zu

Die Länder würden den am Montag gemeinsam von der Bundesregierung und den Regierungschefs der Bundesländer beschlossenen eineinhalbseitigen Handlungskatalog nun umsetzen, hieß es.

Der Beschluss sieht vor, dass Übernachtungsangebote im Inland nur noch zu "notwendigen und ausdrücklich nicht zu touristischen Zwecken" genutzt werden sollen. Restaurants sollen spätestens um 18.00 Uhr schließen und frühestens um 06.00 Uhr öffnen. Bis auf weiteres verboten werden sollen Gottesdienste, Treffen in Vereinen sowie Busreisen.

Supermärkte bleiben offen

Ausdrücklich nicht geschlossen werden sollen Supermärkte, Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen - aber auch Poststellen, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte oder der Großhandel. Für diese Bereiche soll vielmehr die Sonntagsverkaufsverbote bis auf weiteres grundsätzlich ausgesetzt werden. Damit soll die Versorgung der Bevölkerung sichergestellt werden.

Geschlossen werden sollen dagegen Bars, Clubs, Diskotheken sowie Kneipen, Theater, Opern, Konzerthäuser und Museen - dies ist in einigen Ländern bereits der Fall oder angekündigt.

Dicht machen sollen außerdem Messen, Ausstellungen, Kinos sowie Freizeit- und Tierparks, außerdem Spielhallen, Spielbanken und Wettannahmestellen sowie Bordelle.

Auch der Sportbetrieb auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen, Schwimm- und Spaßbädern, Fitnessstudios und ähnliche Einrichtungen solle geschlossen werden. Auch Spielplätze sollen gesperrt werden.

Weiterführende Artikel

Symbolbild verwandter Artikel

Weniger Verstöße gegen Corona-Regeln in Sachsen

Erntehelfer dürfen unter Auflagen doch einreisen. Jetzt 2.411 infizierte Sachsen. Tschechien verlängert fast komplette Grenzschließung: unser Newsblog.

Symbolbild verwandter Artikel

Muss auch der Jacobimarkt ausfallen?

Das ist noch nicht entschieden. Organisator René Linke will erst einmal abwarten. Sorgen macht er sich aber um die Schausteller.

Symbolbild verwandter Artikel

Wären Ausgangssperren in Deutschland machbar?

In Spanien und Frankreich dürfen Menschen das Haus nur noch unter Auflagen verlassen. In Deutschland wäre das auch denkbar.

Außerdem sollen laut Beschluss Zusammenkünfte in Vereinen und sonstigen Sport- und Freizeiteinrichtungen verboten werden. Dies gilt auch für Angebote in Volkshochschulen, Musikschulen und sonstigen öffentlichen und privaten Bildungseinrichtungen im außerschulischen Bereich sowie Reisebusreisen- und für Zusammenkünfte in Kirchen, Moscheen, Synagogen und anderen Glaubensgemeinschaften.