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Drei Anklagen gegen Kameradschaft

© Andreas Weihs

Eine Neonazi-Gruppe soll gezielt Menschen angegriffen haben - auch auf dem Dresdner Stadtfest. Bei den Anklagen gegen drei Mitglieder der „Freien Kameradschaft Dresden“ soll es aber nicht bleiben.

Dresden. Die General-staatsanwaltschaft Sachsen hat bereits im April Anklage gegen zwei mutmaßliche Mitglieder der „Freien Kameradschaft Dresden“ (FKD) erhoben. Das teilte die Behörde nun auf SZ-Nachfrage mit. Den 19- und 26-jährigen Männern wird Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, Landfriedensbruch und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

So soll die Kameradschaft beim Dresdner Stadtfest im August 2016 als „Bürgerwehr“ Jagd auf Flüchtlinge gemacht und mehrere Männer verletzt haben. 2015 sollen sie mit mutmaßlichen Rechtsterroristen der „Gruppe Freital“ Asylunterkünfte und ein Wohnprojekt in Dresden angegriffen haben. Dem 26-Jährigen wird eine Beteiligung an Krawallen im Leipziger Stadtteil Connewitz vorgeworfen. Anfang 2016 randalierten dort mehr als 200 Rechtsextreme, es entstand 110 000 Euro Schaden.

Zuständig für das Verfahren ist nun die Staatsschutzkammer am Landgericht Dresden. Nach SZ-Informationen sollen noch im Mai weitere sechs FKD-Mitglieder vor der Staatsschutzkammer angeklagt werden. Wann diese Prozesse stattfinden, ist allerdings noch unklar.

Schon am Donnerstag steht ein weiteres FKD-Mitglied vor dem Dresdner Amtsgericht. Die Anklage gegen den 30-Jährigen enthält teilweise identische Vorwürfe und stammt auch von der Generalstaatsanwaltschaft. Insgesamt wird gegen 15 Verdächtige aus Dresden, Heidenau und Freital der Nazi-Kameradschaft ermittelt. Acht Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft, die meisten seit Ende November 2016. (SZ/lex)